Woher stammt die “Quarantäne”? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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Wie kann ich meine Ohren reinigen und von Ohrenschmalz befreien?
Dec 13, 2024
Show notes
Bloß keine Wattestäbchen!
Bitte die Ohren nicht mit Wattestäbchen reinigen, denn dabei passiert es oft, dass man das Ohrenschmalz nach hinten schiebt. Es ist besser, Ohrenschmalz bei Bedarf durch Fachleute entfernen zu lassen. Es kann sonst zu Verletzungen des Gehörgangs oder des Trommelfells kommen. Oder es kann zu einer Schwerhörigkeit führen, wenn man immer mehr Ohrenschmalz nach hinten schiebt.
Ein Tropfen Olivenöl hilft
Mein Tipp: Um den Gehörgang geschmeidig zu halten genügt einmal pro Woche ein Tropfen Olivenöl. Das Ohrenschmalz setzt sich dann nicht so fest.
Sternschnuppen: Warum sind die Geminiden so besonders und wie entstehen sie?
Dec 12, 2024
Show notes
Die Astronomen waren verblüfft: Im Dezember des Jahres 1862 tauchten plötzlich Sternschnuppen auf, die es sonst um diese Zeit nie gegeben hatte. Von Jahr zu Jahr wurden es mehr. Die Leuchtspuren waren jedes Mal im Sternbild Zwillinge zu sehen – Gemini lautet der Name der Zwillinge auf Latein. So kamen die Geminiden zu ihrem Namen.
Quelle der Geminiden-Sternschnuppen lange unklar
Normalerweise sind Sternschnuppen abgeplatzte kleinste Teilchen von locker aufgebauten Kometen. Nur bei den Geminiden fand man keinen krümelnden Kometen zu den Sternschnuppen. Über 100 Jahre lang suchten Astronomen vergebens nach der Quelle der Geminiden.
Erst im Jahr 1983 fiel amerikanischen Astronomen im All ein Brocken auf, der genau auf derselben Flugbahn wie die Geminiden unterwegs war: Ein Asteroid mit Namen Phaeton. Doch die Quelle der krümeligen Geminidenschnuppen konnte dieser Asteroid eigentlich nicht sein – denn Asteroide ziehen keinen Staubschweif hinter sich her, wie das Kometen tun.
Asteroid mit eisigem Kern zerkrümelt
Allerdings kommt der Fels im All der Sonne alle eineinhalb Jahre so nahe, dass er an der Oberfläche mehrere hundert Grad heiß wird. Unter diesem Hitzestress könnte das Gestein an seiner Oberfläche zu kleinen Körnern und Staub zerkrümelt werden. Davon gehen Forscher mittlerweile jedenfalls aus.
Und sie meinen, dass der Asteroid unter seiner staubigen und damit isolierenden Oberfläche noch eine uralte Eisschicht besitzt. Dieses Eis wird in Sonnennähe zu Gas, das dann schubweise durch die Staubschicht bricht und Gesteinskrümel mit sich hinaus ins All reißt. Daher die Staubfahne.
Durch diese Staubfahne fliegt die Erde dann jedes Jahr ein Mal – und zwar immer Mitte Dezember. Dabei sammelt sie, ähnlich wie ein Wischmopp, die Staubteilchen ein. Die rasen mit 35 Kilometer pro Sekunde in die Erdatmosphäre und pressen die Luft vor sich so stark zusammen, dass sie hell aufleuchtet.
Wie sieht man die Geminiden am besten?
Höhepunkt des Sternschnuppenfalls ist im Jahr 2024 in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember. Das Sternbild Zwillinge, in dessen Umfeld die Geminiden zu beobachten sind, steht gegen Mitternacht hoch am Südhimmel. Bei gutem Wetter und absoluter Dunkelheit könnten bis zu 150 Meteore pro Stunde beobachtet werden. Doch leider spielt 2024 der Mond nicht mit. In den Tagen rund um das Geminiden-Maximum steht er als hell strahlender Vollmond am Himmel und wird viele der schwachen Leuchtspuren überstrahlen.
Umso wichtiger ist 2024 ein wirklich dunkler Beobachtungsort, zumal die Geminiden für Sternschnuppenverhältnisse recht langsam in die Erdatmosphäre eintauchen und deshalb nicht als lange Leuchtspuren zu sehen sind, sondern eher kurz aufblitzen.
Kleiner Trost für alle, die wegen einer geschlossenen Wolkendecke 2024 nichts von den Geminiden haben: Die Geminiden besuchen uns noch das gesamte 21. Jahrhundert hindurch. Erst um das Jahr 2100 herum wird die kosmische Staubwolke, aus der sie stammen, die Erdbahn nicht mehr kreuzen. Dann wird die Geminiden-Show für alle Zeiten vorbei sein.
Seit wann gibt es den Weihnachtsbaum?
Dec 11, 2024
Show notes
Weihnachtsbaum: Tradition reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück
Die Tradition des Weihnachtsbaums ist recht alt; einen konkreten "Erfinder" gibt es hier aber nicht. Vielmehr wachsen dabei verschiedene Traditionen zusammen.
Die ältesten Nachrichten von grünen Bäumen, die man in der Weihnachtszeit aufgestellt hat, stammen aus dem Oberrheingebiet. Es gibt sowohl in Basel als auch in Straßburg, aber auch in Freiburg und in Schlettstadt Nachrichten darüber. Die reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Es wird berichtet, dass man dort sogenannte Weihnachtsmaien aufgestellt hätte. Maien, das bedeutet grüner Baum. Das können also nur Tannenbäume gewesen sein, denn sonst ist ja im Winter nichts grün.
Weihnachtsmaien mit Äpfeln, Weihnachtsgestelle mit Kerzen
Diese Weihnachtsmaien waren aber noch nicht mit Kerzen geschmückt, dafür aber wohl mit Äpfeln; die waren sicher als Symbol des Paradiesbaums gedacht.
Die Kerzentradition kommt aus dem Norden; an der Nordseeküste hat man sogenannte Weihnachtsgestelle aufgestellt. Das waren Laubsägearbeiten, die meist biblische Szenen zeigten, etwa Adam und Eva, die am 24. Dezember Namenstag haben. Diese Weihnachtsgestelle waren mit Kerzen besteckt.
Irgendwann im Lauf des 18. und ganz sicher im 19. Jahrhundert haben sich diese Traditionen der Weihnachtsgestelle mit den Kerzen und der Weihnachtsmaien aus dem Süden ohne Kerzen überlagert. Daraus ist dann unser Lichterbaum entstanden.
Kurios: als Pendel von der Decke hängen
In manchen Gegenden wurde der Weihnachtsbaum sogar mit der Spitze an der Decke befestigt und hing dann pendelnd im Raum.
Gibt es Bäume ohne Jahresringe?
Dec 11, 2024
Show notes
Jahresring: Wechsel zwischen hellem Frühholz und dunklem Spätholz
Das dachte man früher – und zwar von Tropenbäumen. Jahresringe entstehen ja durch den Wechsel der Jahreszeiten, vor allem Winter und Sommer. Dahinter steckt folgender Vorgang: Nach der Wachstumspause im Winter folgt eine Phase, in der sich von der Rinde her zunächst eine Schicht von sogenanntem Frühholz bildet. Dieses Frühholz wächst schnell. Schnell heißt, es bilden sich große Zellen mit vergleichsweise dünnen Wänden. Diese Zellen sind hell. Und daran wiederum schließt sich eine zweite langsamere Wachstumsphase an; dabei entstehen kleine Zellen mit dickeren Wänden. Diese dichtere Zellsubstanz erscheint dunkel. Eine solche Abfolge aus hellem Frühholz und dunklem Spätholz definiert einen Jahresring.
Auch tropische Bäume haben Jahresringe
In den Tropen sind die Wachstumsbedingungen aber ganz anders. Da gibt es keinen Winter in dem Sinn, keine echte Wachstumspause. Deshalb galt es früher als gängige Lehrmeinung, dass tropische Bäume keine oder höchstens schwach ausgeprägte Jahresringe haben. Inzwischen weiß man, dass das nicht stimmt. Manchmal sind die Jahresringe zwar mit dem Auge kaum erkennbar, sie sind aber trotzdem da.
Wechsel von Regenzeiten und Trockenzeiten
Auch in den Tropen herrschen ja nicht immer gleiche Bedingungen. Es gibt zwar keinen Winter und Sommer, aber es gibt oft einen Unterschied zwischen Regenzeiten und Trockenzeiten. In manchen tropischen Regionen gibt es auch zwei Regenzeiten im Jahr, sodass man keine Jahres- sondern "Halbjahres-Ringe" findet.
Selbst in Gegenden wie dem Amazonasbecken, wo es praktisch jeden Tag regnet, gibt es unterschiedliche Wachstumsbedingungen zum Beispiel dadurch, dass das Wasser des Amazonas unterschiedlich hoch steht, weil er ja Wasser aus den weit entfernten Anden mit sich bringt. Wenn der Amazonas richtig Hochwasser führt und die Bäume unter Wasser sind, wachsen sie zum Teil schlechter, als wenn der Pegel niedrig ist. Und so entstehen auch dort Jahresringe.
Jahresringe bei Tropenbäumen oft nur chemisch nachweisbar
Warum nun glaubte man früher, dass es keine Jahresringe gibt – wenn man doch anscheinend nur genau hinschauen muss? Die Antwort: Weil man sie eben nicht immer sieht. Rein optisch sind die Ringe bei vielen tropischen Bäumen mit dem Auge nicht zu erkennen, weil die Ringe nicht farblich hervortreten, sondern sich nur bei chemischen Untersuchen zeigen. Man kann also chemisch nachweisen, dass das Holz in bestimmten Phasen schnell, in anderen langsam gewachsen ist. Beispielsweise lagern manche Bäume in der Hauptwachstumsphase besonders viel Kalzium ein. Das sieht man zwar nicht mit dem Auge, man kann es aber im Labor nachweisen..
Warum trinken Männer viel mehr Bier als Frauen?
Dec 10, 2024
Show notes
Männer trinken mehr Alkohol als Frauen
Der Durchschnittsdeutsche trinkt einen Viertelliter Bier am Tag, die Durchschnittsdeutsche dagegen gerade mal 40 ml. Bei beiden – Männlein und Weiblein – ist der Bierkonsum zwischen 18 und 24 am höchsten. Aber das Verhältnis bleibt eigentlich über verschiedene Altersgruppen relativ konstant bei ungefähr 6:1.
Ganz anders beim Wein. Da ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen relativ gering.
Bitterstoff PTC: Schmecker und Superschmecker
Eine schlüssige Erklärung gibt es dafür nicht. Man könnte vermuten, Frauen mögen es nicht so bitter. Das lässt sich aber leicht durch ein Gegenbeispiel widerlegen, nämlich Kaffee – der ist bei Männern und Frauen fast gleich beliebt. Frauen haben auch nichts gegen Grapefruit oder Bitterschokolade – also rein am bitteren Geschmack kann die mutmaßliche Ablehnung von Frauen gegenüber Bier nicht liegen.
Allerdings: Bitter ist nicht gleich Bitter. Die Geschmackszellen für Bitterstoffe unterscheiden sich. Und es gibt insbesondere eine Art von Bitterstoffen, die recht gut untersucht ist, nämlich eine Verbindung, die sich Phenylthiocarbamid nennt, oder kurz PTC. Das ist ein Bitterstoff, bei dem man herausgefunden hat, dass die Geschmacksempfindlichkeit ihm gegenüber genetisch bedingt ist. Es gibt PTC-Schmecker und Nicht-Schmecker oder sogar Superschmecker, die auf diesen Bitterstoff sehr empfindlich reagieren und das Gesicht verziehen. Unter diesen Superschmeckernsind mehr Frauen als Männer.
Trotzdem ist der Unterschied nicht so groß, dass er das Geschlechter-Verhältnis 6:1 beim Bierkonsum erklären würde. Und zweitens ist dieser spezielle Bitterstoff PTC im Bier nicht drin. Insofern taugt auch das nicht als Erklärung.
Sozialisierung könnte eine Rolle spielen
Professor Wolfgang Meyerhof, Geschmacksforscher und Molekularbiologe am Deutschen Institut für Ernährung in Potsdam, vermutet deshalb, dass die unterschiedliche Affinität zum Bier eher etwas mit Sozialisierung zu tun hat. Dass das Bier in Männerrunden einfach mehr dazu gehört,, Bier-Werbung stärker die Männer anspricht und so weiter. Falls es doch andere biologische Gründe geben sollte, hat man sie jedenfalls offenbar noch nicht gefunden.
Warum ist die Banane krumm?
Dec 09, 2024
Show notes
Richtungswechsel: Orientierung zum Licht während des Wachstums
Die Erklärung findet man schnell, wenn man Gelegenheit hat, Bananen beim Wachsen zuzusehen. Am Anfang, wenn die Bananen noch klein sind und zwischen den Blättern herauswachsen, wachsen sie nach unten. Wenn sie dann größer werden und die Blütenblätter abgefallen sind, wachsen sie zunehmend nach oben Richtung Licht. Das heißt, sie verändern die Richtung im Laufe des Wachstums; dadurch werden sie krumm.
Man kann das auch im Laden sehen: Es gibt ja inzwischen auch bei uns diese kleinen Baby-Bananen zu kaufen. Die haben nur wenig Krümmung. Sie werden so gezüchtet, dass sie klein bleiben und damit gar keine Gelegenheit haben, während des Wachstums "ihren Kurs zu ändern".
Bananen-Krümmungsvorgaben der EU sind ein Gerücht
Dass Bananen nach EU-Verordnung einen bestimmten Krümmungsgrad haben müssen, ist übrigens ein Gerücht. Es gibt zwar eine Bananen-Verordnung der EU, Verordnung Nr. 1333/2011. Aber da steht nur drin, wie groß die Bananen ungefähr sein müssen, dass sie unreif geerntet werden und bei Einfuhr nach Europa nicht beschädigt sein dürfen. Über Krümmung steht da nichts.
Was es mal gab, war eine Krümmungsverordnung für Gurken, aber die ist schon lange abgeschafft.
Wie wurden und werden Kathedralen finanziert?
Dec 07, 2024
Show notes
Bürger, Stiftung, Testamente
Für den Bau der Kirche verantwortlich war früher wie heute der jeweilige Bauherr. Im Fall des Ulmer Münsters war das z. B. die Pfarrgemeinde, die Stadtgemeinde. Die musste das Geld zusammenbringen. Bei den Kathedralkirchen musste das jeweilige Domkapitel das Geld aufbringen. In beiden Fällen waren immer Stiftungen erwartet und kamen auch. So war es z. B. beim Bau der Kathedrale von Strasbourg üblich – und das gilt auch für den mittelalterlichen Dom – das jeder Bürger, der es sich irgendwie leisten konnte, in seinem Testament einen Anteil für den Kathedralbau bestimmte.
Stiftungen spielten eine große Rolle und manchmal hatten auch die Domkapitel mit der Zeit Eigenbesitz: Immobilien in der Stadt, Weinberge, Steinbrüche, Wälder. Aus deren Erträgen konnten der Kathedral- oder Kirchenbau finanziert werden.
Kölner Dom: Geld aus dem Landeshaushalt ...
Heute ist das bei der Erhaltung der Kirchen ähnlich vielfältig. Nehmen wir das Beispiel des Kölner Doms: Die Vollendung erfolgte unter preußischer Verwaltung, als die Rheinlande unter preußische Verwaltung kamen. Diese Verantwortung ging 1946 an das Land Nordrhein-Westfalen über. Deshalb liegt die Baulast beim Land und daher bekommen wir aus dem Landeshaushalt eine bestimmte Summe, in unserem Fall 750.000 Euro.
... private Stiftung, Verein, Bürgerinitiative – und Lottomittel
Mein Etat setzt sich aus zwei Hälften zusammen: Das Erzbistum, dessen Mittelpunktskirche der Dom ist, übernimmt die eine Hälfte fast allein. Allerdings kommen noch kleinere Summen vom Metropolitankapitel und von der Stadt Köln dazu. Außerdem gibt es auch heute noch private Stiftungen, bei uns vor allen Dingen für Fenster bzw. die Wiedereinglasung der Fenster. Und wir erarbeiten uns durch Führungen auch selber einen ansehnlichen Betrag.
Die andere Hälfte meines Etats kommt vom Zentraldombauverein. Heute würde man hier von einer Bürgerinitiative sprechen. Es handelt sich um einen Verein mit 14.000 Mitgliedern, der in Köln ganz wichtig ist. Diese Mitglieder spenden kleine und größere Beiträge, um die Erhaltung des Domes zu finanzieren. Darüber hinaus fließen Lottomittel in den Zentraldombauverein.
Woher stammt der Begriff "Quarantäne"?
Dec 07, 2024
Show notes
Venedig schützt sich vor der Pest: Schiffsbesatzung 40 Tage isoliert
In Italien gab es zwei Städte, die im Seehandel konkurrierten: Genua und Venedig. Um die Pest einzudämmen beschloss Venedig, ankommende Schiffe 40 Tage lang zu isolieren. Das heißt, die Schiffe lagen im Hafen, die Besatzung durfte aber nicht an Land. Von dieser Zahl 40 – italienisch quaranta – leitete sich die Quarantäne ab.
40: italienisch "quaranta"
40 Tage sind fast 6 Wochen – für diese Dauer gab es damals keinerlei wissenschaftliche Begründung, sie war willkürlich festgesetzt. Dahinter dürfte auch eine Art Zahlenmagie gesteckt haben. Die Zahl von 40 Tagen spielt ja schon in der Bibel und im christlichen Kalender an verschiedenen Stellen eine Rolle. Und so haben die Venezianer dann auch diese Dauer gewählt.
Wenig Erfolg: Reiche kaufen sich frei
Allerdings diese Maßnahme auch nicht konsequent durchgeführt und kontrolliert. Händler mit genügend Geld konnten sich auch von der Quarantäne freikaufen. So gelangte die Pest am Ende doch von Venedig über den Brenner nach Mitteleuropa. Das war der eine Weg. Der andere führte über Genua und Marseille durch das Rhone-Tal. Insgesamt starben in Europa geschätzt 25 Millionen Menschen am "Schwarzen Tod".
Quarantäne ist sinnvoll, richtet sich heute aber nach der Inkubationszeit
Das alles spricht aber nicht gegen Quarantänemaßnahmen, die wurden ja im Lauf der Zeit bis heute immer wieder eingesetzt, um die Ausbreitung eines Krankheitserregers zumindest zu verlangsamen.
Heute bezieht sich der Begriff Quarantäne auch nicht nur auf Leute, die von irgendwo anders herkommen. Beim neuartigen Coronavirus wurden, wie in China, die Bewohner ganzer Städte unter Quarantäne gestellt. Oder, in Europa, diejenigen, die Kontakt zu bereits Infizierten hatten. Die Idee ist zwar die gleiche wie im Mittelalter, aber die konkreten Maßnahmen sind heute wissenschaftlich wesentlich besser abgesichert. Und auch wenn es noch Quarantäne heißt, werden in der Regel keine 40 Tage festgesetzt, sondern die Dauer richtet sich nach der Inkubationszeit der jeweiligen Krankheit.
Warum bekommen wir im Gesicht keine Gänsehaut?
Dec 06, 2024
Show notes
Zusammengefasst kann man sagen: weil unser Gesicht ohnehin relativ kälteunempfindlich ist.
Gänsehaut entsteht, weil sich um jede unserer Haarwurzeln herum ein kleiner Muskel befindet, der sogenannte Haarbalgmuskel. Wenn der sich zusammenzieht, erhebt sich der Haarfollikel, also die Einstülpung, in die das Haar eingebettet ist. Die Folge: das Haar steht ab.
Auslöser für Gänsehaut: Kälte und Angst
Die wichtigste Ursache für Gänsehaut ist Kälte. Bei Kälte sorgt die Gänsehaut zum einen dafür, dass diese Muskeln aktiviert werden, und Muskelaktivität erzeugt immer ein bisschen Wärme. Außerdem sorgt die Gänsehaut dafür, dass die Haare abstehen. Dadurch wurde ursprünglich das Haar oder Fell etwas fülliger. Beim Menschen ist das leider nicht mehr der Fall – da passiert eher das Gegenteil: Wenn unsere wenigen Körperhaare abstehen, hat der kalte Wind im Zweifel noch leichteres Spiel – aber das ist nun mal ein Erbe der Evolution.
Ein zweiter Auslöser für Gänsehaut ist Angst. Hier sagt die gängige Theorie: Die Gänsehaut war für unsere Vorfahren dann nützlich, wenn man einem feindlichen Tier oder auch Artgenossen gegenübersteht. Denn wenn sich die Haare aufstellen, wirkt man ein bisschen größer und bedrohlicher. Und wenn das dazu führt, dass das feindliche Gegenüber einen nicht angreift, kann das ein Überlebensvorteil sein.
Gesicht ist weniger kälteempfindlich
Aber das war eine sekundäre Funktion, die ursprüngliche Funktion der Gänsehaut war wirklich die Reaktion auf Kälte. Vor dem Hintergrund wird vielleicht klarer, warum wir im Gesicht normalerweise keine Gänsehaut kriegen: Das Gesicht ist eh schon abgehärtet. Weil weite Teile des Gesichts kaum behaart sind – und das ist ja bei Affen auch schon so – ist das Gesicht nicht so kälteempfindlich wie der Rest des Körpers. Deswegen ist es die letzte Stelle des Körpers, die wir im Winter verhüllen würden – nach den Händen. Und deshalb hat die Evolution es sozusagen gar nicht für nötig befunden, uns im Gesicht und auf den Händen mit der Option der Gänsehaut zu versorgen. Das heißt, die Haarbalgmuskeln im Gesicht sind zurückgebildet. Sie sind nicht ganz weg, deshalb bekommen manche Menschen noch eine abgeschwächte Form von Gänsehaut im Gesicht, aber längst nicht so ausgeprägt wie an Armen oder Beinen.
Ist der Weihnachtsmann eine Erfindung von Coca-Cola?
Dec 06, 2024
Show notes
"Morgen kommt der Weihnachtsmann" erschien schon 1837
Keineswegs wurde er von Coca-Cola erfunden. Schon vor 180 Jahren kannte und besang man ihn in Deutschland mit Hoffmann von Fallerslebens (1798 - 1874) "Morgen kommt der Weihnachtsmann". Redewendungen beeinflusste er allerdings erst um 1900. Dabei ging es um sein Aussehen und um seine vom Nikolaus geerbte Tätigkeit als Geschenkebringer. So nannten Kartenspieler einen dicken Stich "Weihnachtsmann" oder kommentierten besonders solche von mehr als dreißig Punkten mit den Worten "Der Weihnachtsmann war da!"
Da er traditionell mit einem Sack auf dem Rücken dargestellt wurde, mussten sich Bucklige die Verspottung als "Weihnachtsmann" gefallen lassen, ebenso natürlich Vollbartträger, weil die starke Gesichtsbehaarung zu dem Mann einfach dazugehörte.
Glaube an den Weihnachtsmann als Symbol für Naivität
Warum man aber Dumme und Beschränkte mit "Du bist mir aber ein Weihnachtsmann!" beschimpft? Das erscheint bei einer so positiv besetzten Figur doch seltsam. Es liegt an einer Zweistufenentwicklung. Naiven oder blöden Menschen sagte man ebenfalls seit etwa 1900 schon: "Du glaubst wohl noch an den Weihnachtsmann!" Das taten ja nur kleine Kinder. Von dieser Beschimpfung aus übertrug man kühn die Dummheit der Naiven auf das Objekt ihres kindlichen Glaubens selbst.
Es könnte auch noch hineinspielen, dass man in Literatur, Kaufhäusern, Filmen, Familien den Weihnachtsmann zumeist als einen eher einfachen, älteren Mann präsentierte, den Intelligenz nicht gerade auszeichnete, eher sogar eine gewisse Zerstreutheit und nachlässige Gutmütigkeit.