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    Woher stammt die “Quarantäne”? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
    Viele Episoden dieses Podcasts stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz. Ihr könnt diese Episoden unter Angabe der Quelle und der Lizenz unverändert in Eurem eigenen Digitalangebot dauerhaft veröffentlichen. Die Episoden dürfen dabei nicht verändert oder kommerziell genutzt werden. Die Lizenz lautet CC BY-NC-ND 4.0.

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    Latest Episodes:
    Wie gefährlich sind Sulfite im Wein? Dec 21, 2021
    Show notes

    Sulfite: natürliches Konservierungsmittel

    Sulfite sind ein natürliches Konservierungsmittel; das sind im Kern schwefelhaltige Salze. Sie kommen im Wein auch von Natur aus vor, allerdings werden die meisten Weine zusätzlich geschwefelt, ihnen wird also Sulfit zugefügt. Das muss dann auf der Flasche angegeben sein. Weißwein enthält von Natur aus weniger Sulfit als Rotwein, deshalb dürfen sie stärker geschwefelt werden. Ebenso darf süßem Weinen mehr Sulfit hinzugefügt werden als trockenen. Wenn man eine Flasche Wein öffnet und darauf steht etwas von Sulfiten, liest sich das nicht schön. Es verdirbt die Illusion, man hätte ein reines Naturprodukt vor sich. Und es klingt nach einer Chemikalie – was es ja auch ist. Aber das sagt nichts über die Gefährlichkeit aus.

    Warum müssen Sulfite auf dem Etikett gekennzeichnet werden?

    Es gibt Menschen, die auf höhere Mengen empfindlich reagieren. Das betrifft vor allem zwei Gruppen:
    1. Menschen mit allergischem Asthma oder anderen chronischen Atemwegserkrankungen. Bei denen können sich, wenn sie zu viele Sulfite auf einmal aufnehmen, die entsprechenden Symptome vorübergehend verstärken, bis der Körper das Sulfit wieder abgebaut hat. Das tut er nämlich im Normalfall in der Leber – dann wird der Schwefel über den Urin wieder ausgeschieden.
    2. Menschen, deren Körper die Sulfite nicht oder nur sehr langsam abbauen, weil ihnen das dazu nötige Enzym fehlt. Bei denen kann das Sulfit zu Darmbeschwerden oder Übelkeit führen.

    Faustregel für empfohlene Höchstmenge: 2 bis 3 Gläser Wein pro Tag

    Es gibt eine empfohlene Höchstmenge, die liegt bei 0,7 mg pro Tag und kg Körpergewicht. Als Faustregel entspricht das zwei bis drei Gläsern Wein. Aber das ist wirklich nur eine Faustregel – Menschen sind unterschiedlich groß und schwer, bei manchen reagiert der Stoffwechsel gar nicht auf Sulfite, bei anderen stärker.

    Keine Hinweise auf langfristige Schäden

    Langfristige Schäden sind derzeit nicht bekannt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung will sie zwar nicht ausschließen, aber es gibt keine Hinweise, dass Sulfite krebserregend wären oder im Verborgenen andere schlimme Dinge im Körper anrichten, die die Lebenszeit verkürzen.

    Kopfweh nach geringen Mengen Wein: Zeichen für Unverträglichkeit

    Wenn man sulfithaltige Weine gut verträgt und nicht allergisch reagiert, ist alles gut. Wenn man allergisch oder mit einem Asthmaschub reagiert, sollte man dagegen vorsichtig sein. Wenn man nach geringen Mengen Wein Kopfweh bekommt oder einem schlecht wird, kann es vielleicht am Sulfit liegen. Hat man allerdings höhere Mengen Wein konsumiert, liegt der Verdacht näher, dass das die Folge des Alkohols ist, sprich: ein Kater.

    Welche Folgen hat es, wenn man jahrelang schlecht schläft? Dec 08, 2021
    Show notes

    Kürzere Wachphasen: unangenehm, aber nicht direkt schädlich

    Wenn wir irgendwann mal aufhören, schlecht zu schlafen, tun wir dem Körper wieder etwas Gutes. Das ist wie beim Rauchen: Wenn man mit dem Rauchen aufhört, ist der Körper nach 15 Jahren auf dem Level eines Nichtrauchers angekommen. Also Sport und Ernährung sind mindestens genauso wichtig; wir können nicht alles auf den Schlaf schieben. Mir ist noch etwas wichtig, und zwar der Unterschied zwischen schlecht schlafen – also der klassische Mensch mit Ein- und Durchschlafproblemen – und zu kurz schlafen. Der klassische Insomniker, den wir uns objektiv im Labor anschauen, schläft tatsächlich nur eine halbe Stunde weniger. Der Schlaf kann zwar häufiger durch Wachphasen unterbrochen werden, aber das stört die Qualität eigentlich nicht unbedingt. Zwar ist das unangenehm, schadet aber nicht direkt. Schlafmangel hingegen hat der klassische Manager, der sich darauf trainiert, jede Nacht nur vier Stunden zu schlafen. Und da sehen wir dann tatsächlich, dass das zu Problemen führt.

    Insomnie kann Herz-Kreislauf-Krankheiten und Depression nach sich ziehen

    Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass Insomnien, also Ein- und Durschschlafprobleme, behandelt werden, weil sie auch andere Erkrankungen nach sich ziehen können, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber viel wichtiger: auch Depressionen. Etwa 40 Prozent der Menschen mit einer Depression haben, bevor sie eine Depression bekommen haben, erstmal Schlafstörungen. Und 80 Prozent der Menschen mit einer Depression haben eine Schlafstörung. Und wir wissen, dass eine Depression nur gut zu behandeln ist, wenn wir die Schlafstörung auch mitbehandeln. Unabhängig von Depressionen: Die beste Hilfe bei Ein- und Durchschlafstörungen ist in jedem Fall ein Psychologe, der geschult ist in kognitiver Verhaltenstherapie. Sie brauchen dann keine Medikamente, das ist sehr wichtig. Also wenn man Ein- und Durchschlafstörungen hat, sollte man sich einen Therapeuten suchen, der auf Ein- und Durchschlafstörungen spezialisiert ist. Oder einen Arzt, der eine schlafmedizinische Fortbildung hat.

    Was tun, wenn Kinder oder Erwachsene Albträume haben? Nov 03, 2021
    Show notes

    Gelegentliche Albträume

    Albträume sind etwas, was jeder Mensch in der Kindheit, Jugend oder im jungen Erwachsenenalter schon mal erlebt hat. Die meisten Menschen hatten schon einmal Albträume. Wir unterscheiden dann zwischen den gelegentlichen und häufigen Albträumen. Ersteres kommen bei Kindern tatsächlich häufiger vor. Das liegt daran, dass das Grundgefühl oder das Grundthema des Albtraums Hilflosigkeit ist – gerade was den Umgang mit Ängsten angeht. Und das ist etwas, was die Kinder im Laufe ihrer psychischen Entwicklung lernen: Wenn ich Angst habe, nicht die Mutter zu rufen, was eben kleine Kinder machen. Das ist für kleine Kinder sinnvoll, aber mit zunehmendem Alter lernen sie: „Okay, ich habe Angst. Was mache ich denn jetzt?“

    Albtraum: emotional übersteigerte Angst

    Der Albtraum ist praktisch die emotional übersteigerte Version von „Angst“. Im Albtraum, hat man so sehr Angst, dass man aufwacht. Man versucht, die komplette Situation durch Aufwachen zu vermeiden. Wenn das Kind im Wachzustand lernt, dass Angst haben unangenehm ist und wie es mit dieser umgehen kann (durch Freunde), dann nehmen diese gelegentlichen Albträume auch ab. Das heißt: Kinder haben mehr gelegentliche Albträume als Erwachsene.

    Häufige Albträume

    Aber wir unterscheiden noch eine weitere Gruppe mit häufigen Albträumen. Das sind Personen, die eine Veranlagung haben, besonders sensibel und kreativ zu sein. Fünf Prozent der Kinder und Erwachsenen gehören zu dieser Gruppe. Bei ihnen ergibt es auch tatsächlich Sinn, aktiv mit den Albträumen zu arbeiten. In Form einer Albtraum-Therapie, Intervention oder eine Technik zum Umgang mit Albträumen zu lehren. Dadurch können sie mit dieser negativen Seite ihrer sonst positiven Veranlagung besser zurechtkommen.

    Technik zum Umgang mit Albträumen

    Diese Technik kann man selbst einfach anwenden: Es geht praktisch darum, Albträume positiv zu Ende zu denken. Diesen Personen kann so etwas besonders gut gelingen, weil sie eine gute Vorstellungskraft haben: Im Wachzustand müssen sie an Albträume denken und sich vorstellen, was sie dagegen machen können. Zum Beispiel: Da läuft ein riesiges Monster hinter mir her. Weglaufen ist eine schlechte Strategie. Was könnte ich sonst machen? Umdrehen? Oder starke Helfer suchen? Das heißt: Aktiv mit diesen Bildern arbeiten und den Traum fertig denken. Wenn man das regelmäßig macht, dann verändern sich die Albträume. Das Traum-Ich, also die Person, die den Traum erlebt, fängt an, diese Strategien umzusetzen. Zum Beispiel: Weglaufen funktioniert nicht, also mache ich etwas anderes. Man kann Albträume also recht gut angehen, wenn man sich aktiv mit den Ängsten beschäftigt und überlegt, wie sich diese Angst bewältigen lässt.

    Sind Träume wichtig? Oct 20, 2021
    Show notes

    Ob träumen wichtig ist, das wissen wir gar nicht, weil jeder Mensch jede Nacht träumt – ob es wichtig ist oder nicht. Das Gehirn als biologische Maschine ist während des Schlafes nicht abgeschaltet. Es ist anders aktiviert als während des Wachzustands, hat auch andere Aufgaben als im Wachzustand. Aber es ist nicht abgeschaltet – so wie das Herz ja auch die ganze Nacht durchschlägt.

    Träumen: subjektives Erleben während des Schlafes

    Zusätzlich zu dieser biologischen Aktivität ist auch das Bewusstsein, also dieses subjektive Erleben – ich definiere träumen als subjektives Erleben während des Schlafes – auch immer vorhanden. Das heißt also: Träumen ist immer vorhanden. Es gehört zu einer gesunden Funktion des menschlichen Gehirns dazu.

    Verarbeiten wir Erlebtes durch das Träumen?

    Das ist die große Frage. Natürlich überlegt man sich: Warum hat die Natur es eingerichtet, dass wir auch nachts dieses subjektive Erleben haben? Die ganz Kritischen sage: Die Natur hat sich nicht die Mühe gemacht, dieses subjektive Erleben, das während des Tages immer vorhanden ist, nachts abzuschalten. Das heißt, es läuft auf Ruhemodus einfach weiter und macht halt, was es will. Und es gibt die anderen Leute, die sagen: Vielleicht macht es doch Sinn, wenn wir tagsüber die Dinge, die uns beschäftigen, noch mal durchgehen. Ich finde den Vergleich mit dem Spielen von Kindern interessant. Das Spielen hat keinen direkten Sinn und Zweck. Aber es trainiert die Fähigkeiten. Das ist so eine Idee, die auch auf die Träume übertragen werden könnte. Das heißt, man spielt verrückte Sachen durch – nicht, um irgendetwas zu erreichen, sondern um seine Fähigkeiten im Umgang mit Situationen, anderen Menschen und Schwierigkeiten zu üben.

    Kann man die Mondlandungen mit Aufnahmen der Überbleibsel beweisen? Jul 28, 2021
    Show notes

    Fotos der Apollo-Landeplätze auf dem Mond gibt es

    Hinterlassenschaften auf dem Mond gibt es und die sind auch abgebildet worden. Ich glaube, es war die US-amerikanische Sonde LCROSS, die eine Zeit lang um den Mond kreiste oder vielleicht immer noch kreist; ich habe das Projekt nicht im Blick behalten. Man hat sich dort dazu aufgeschwungen, die Apollo-Landeplätze von oben zu fotografieren und hat entsprechende Satellitenaufnahmen. Diese Aufnahmen gibt es also inzwischen und man könnte sicher auch mit Weltraumteleskopen etwas machen. Ich weiß nicht, ob das Hubble-Teleskop auch dazu in der Lage wäre. Es gibt jedenfalls solche Aufnahmen. Die hat man auch gemacht, um Verschwörungsmystiker zu widerlegen.

    Was muss ich bei der Händedesinfektion beachten? Nov 23, 2020
    Show notes

    Händewaschen ist im Vergleich zur Händedesinfektion gleichwertig, aber man hat eben nicht überall ein Waschbecken und Seife zur Verfügung. Natürlich müssen wir die Hände entsprechend lang waschen und die Seife einwirken lassen. Das ist sicherlich genauso wirksam wie ein Desinfektionsmittel; diese Spender kann man überall aufhängen.

    Bis zu 20 Sekunden einwirken lassen

    Wichtig bei der Desinfektion mit dem Desinfektionsmittel ist, dass man genügend nimmt und dass man das Desinfektionsmittel 10 bis 20 Sekunden einwirken lässt, es also antrocknen lässt. Dann hat man eine gute Wirksamkeit.

    Warum gilt die 13 als Unglückszahl? Dec 13, 2019
    Show notes

    Kreuzigung und Verrat: Jesus und Judas

    Die Vorstellung, dass Freitag, der 13. Pech bringt, stammt wohl nicht aus dem finsteren, abergläubischen Mittelalter, sondern ist erst später entstanden in katholischen Gegenden. Da galt jeder Freitag als kleiner Trauertag, denn Jesus ist der Überlieferung nach an einem Freitag gekreuzigt worden. Die 13 wiederum hatte eine unheilvolle Bedeutung, weil der Apostel Judas Iskariot beim letzten Abendmahl der 13. in der Runde war. Er war derjenige, der Jesus gegen 30 Silberlinge verraten hat.

    Andere Länder, andere Unglückszahlen

    Dennoch ist Freitag, der 13., nicht in allen katholischen Regionen und Ländern ein Tag des Zitterns und Zähneklapperns. Den Italienern graut eher vor Freitag, dem 17. Die Spanier wiederum fürchten Dienstag, den 13., wie der Teufel das Weihwasser. In der jüdischen Tradition ist die 13 sogar eine Glückszahl. Jüdische Jungs feiern am 13. Geburtstag ihre Bar-Mizwa, etwa mit der Konfirmation vergleichbar. Bei den Maya in Lateinamerika ist die 13 ebenfalls positiv besetzt. Das hat mit ihrer Vorstellung zu tun, dass es insgesamt 13 Himmel gibt. Bei den Chinesen und Japanern ist es die 4, die ausgesprochen negativ belastet ist. Das chinesische Wort für 4 klingt genauso wie das Wort für Tod. Die Zahl wird daher sorgfältig gemieden. Man achtet darauf, bei Einladungen niemals zu viert am Tisch zu sitzen. Und in chinesischen Hochhäusern wird man kein Stockwerk finden, das die Ziffer 4 enthält. Kein viertes, kein vierzehntes, kein vierundzwanzigstes und so weiter. Auch die Etagen 40 bis 49 werden einfach übersprungen. Verrückt? Ja, schon. Aber hierzulande fehlt in Hotels oft das 13. Stockwerk oder das Zimmer Nummer 13. Außerdem fehlt bei einigen Airlines die 13. Sitzreihe im Flieger.

    Statistik: kein Anlass zur Sorge!

    Dabei gibt es durchaus beruhigende Untersuchungen. Die Verkehrsstatistik belegt, das am Freitag, dem 13., nicht mehr Unfälle passieren als an jedem anderen Freitag. Und eine Versicherung hat herausgefunden, dass es am ominösen Freitag, dem 13., keine Häufung von Schadensfällen gibt. Es spricht also nichts dagegen, heute zu verreisen oder zu heiraten.

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