Woher stammt die “Quarantäne”? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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Muss ich Hund und Katze die Zähne putzen?
Jan 24, 2023
Show notes
Katzen akzeptieren das Putzen kaum
Es ist nicht verkehrt. Allerdings wird man bei Katzen selten ein Exemplar finden, das das geduldig über sich ergehen lässt.
Hunde möglichst früh ans Zähneputzen gewöhnen
Bei Hunden ist es definitiv zu empfehlen. Schon die Welpen sollte man trainieren, damit sie das Putzen akzeptieren, wenn es später relevant wird. Der Hund wird nicht mit drei Jahren Zahnstein bekommen, in der Regel aber mit neun oder zehn Jahren. Dann erst mit dem Zähneputzen anzufangen, ist zu spät. Man sollte das Tier also früh daran gewöhnt.
Sind Papayas und Avocados schädlich für Hunde?
Jan 24, 2023
Show notes
Achtung Avocado: Kern und Schale sind für Hunde giftig
Papaya ist, soweit ich weiß, nicht giftig für den Hund. Bei der Avocado sind allerdings Kern und Schale für den Hund giftig. Das Fruchtfleisch ist, glaube ich, nicht optimal, aber nicht ganz so dramatisch. Kern und Schale sollte man also nicht verfüttern.
Wenn der Hund trotzdem einmal von der Avocado gefressen hat, sollte man den Tierarzt kontaktieren und fragen, ob in Bezug auf die gefressene Menge und die Größe des Hundes Gefahr besteht. Wenn der Hund den Kern geschluckt hat, sollte man den Kern herausholen.
Die verschiedenen Giftstoffe können unterschiedliche Dinge bewirken. Leber und Nieren sind häufig betroffen, wenn das Tier Giftstoffe zu sich nimmt. Auch das Blutbild kann betroffen sein. Birkenzucker bzw. Xylit kann die Leber schädigen und zu einer massiven Unterzuckerung führen. Die kann Krampfanfälle auslösen. Im schlimmsten Fall können Tiere an solchen Vergiftungen sterben.
Im Zweifel sollte man den Tierarzt kontaktieren um herauszufinden, ob der Stoff, den das Tier aufgenommen hat, giftig ist.
Sollten Schwangere Folsäure einnehmen?
Jan 11, 2023
Show notes
Ja, für Frauen gilt die Empfehlung, in der Schwangerschaft oder sogar schon davor, Folsäure zu sich zu nehmen. Schwangere sollten 400 µg zusätzlich in Tablettenform einnehmen.
Warum ist die Folsäure in der Schwangerschaft wichtig?
Häufig besteht ein Mangel an Folsäure, die aber wichtig ist, um Neuralrohrdefekte zu vermeiden, also zum Beispiel einen offenen Rücken.
Klimawandel: Wie können kleine Mengen CO2 in der Atmosphäre bereits das Klima erwärmen?
Jan 05, 2023
Show notes
0,04 Prozent – das hört sich nach lächerlich wenig an. Allerdings könnte man bei Arsen, Zyankali oder Plutonium auch sagen: Die paar Gramm – was sollen die bei einem ausgewachsenen Menschen schon ausmachen? Aber wie wir wissen, sind sie tödlich. Es hilft also nicht, nur auf die absolute Menge zu schauen. Denn bestimmte Stoffe können schon in kleinen Mengen große Wirkung entfalten.
CO2 ist nicht "giftig" und hat auf Pflanzen sogar einen gewissen Düngeeffekt
Jetzt könnte man sagen: CO2 kann man nicht mit dem Gift Zyankali vergleichen, denn CO2 ist schon immer in der Luft; es gibt "nur" etwas mehr davon ... Ja, die Konzentration der Atmosphäre hat sich in den letzten 200 Jahren um etwa ein Drittel erhöht. Vergleicht man das mit einem Gift im Körper, so ist ein Drittel mehr oder weniger in der Regel nicht existenzbedrohend. Wenn jemand 0,3 Promille Alkohol im Blut gut verträgt, wird er auch bei 0,4 Promille nicht sofort tot umfallen – das entspricht ungefähr der CO2-Erhöhung, um die es geht.
Trotzdem ist der Vergleich schief. Denn es geht ja nicht darum, dass CO2 giftig wäre; wir atmen es täglich ein. Und wenn sich das CO2 erhöht, ist das für die einzelnen Lebewesen überhaupt nicht bedrohlich. Es hat auf Pflanzen sogar einen gewissen Düngeeffekt – manche wachsen schneller.
CO2 verhindert, dass Wärmestrahlen die Erde Richtung Weltraum verlassen
Nicht die "Giftigkeit" ist also das Problem, sondern die physikalische Wirkung des CO2: Es absorbiert bestimmte Arten von Wärmestrahlung – behält also Wärmestrahlen, die sonst die Erde Richtung Weltraum verlassen würden, auf der Erde. Und das macht die Atmosphäre eben wärmer. Zunächst ist das ja auch gut – ohne CO2 in der Atmosphäre wäre es auf der Erde viel kälter, das wäre sehr lebensfeindlich.
Das Dumme ist aber: Wenn wir immer mehr CO2 in die Atmosphäre blasen, dann wird es zu warm – zumindest für die Art von Zivilisation, die die Menschheit in den letzten Jahrtausenden aufgebaut hat.
Können schwarze Löcher als "Wurmlöcher" wirken?
Jan 04, 2023
Show notes
Wird Materie, die in ein schwarzes Loch gerät, in eine andere Galaxie transportiert?
Nein! Was genau passiert, weiß man nicht. Aber eines kann man sagen: Was immer in diesem schwarzen Loch passiert – die Materie bleibt da. Man kann sich die tollsten Gedanken machen; dumm ist halt, dass man es nicht überprüfen kann, weil aus dem schwarzen Loch keine Informationen mehr herauskommen. Ich glaube, deshalb werden auch so viele Bücher über schwarze Löcher geschrieben, weil man alles hineinschreiben kann, was man möchte.
Eines ist klar: Die schwarzen Löcher werden durch die Aufnahme von Materie immer schwerer. Das sind die einzigen Objekte im Universum, die keine Diät machen können – die werden immer nur schwerer.
Woher ich das weiß? In vielen Galaxien, also Milchstraßen, so wie unsere eigene, gibt es im Zentrum sehr große schwarze Löcher. Sehr groß heißt immer: sehr schwer.
In unserer Milchstraße, die die Sonne enthält, haben wir ein schwarzes Loch von vielleicht 2 oder 3 Millionen Sonnenmassen in der Mitte. Und es gibt Galaxien, die in ihrer Mitte bis zu 10 Milliarden Sonnenmassen schwere schwarze Löcher haben.
Materie verschwindet nicht, sondern die Massen der schwarzen Löcher wachsen
Da fragt man sich natürlich: Woher wissen die das? Das kann man beobachten. Man kann die Bewegungen von Sternen, die noch nicht verschluckt worden sind, um die schwarzen Löcher herum beobachten. Dann stellt man fest, dass in einem relativ kleinen Raumbereich eine ungeheure Masse drin sitzen muss, um diese Sterne so zu beschleunigen, wie man es beobachtet. Wenn man diese Masse dann ausrechnet, sieht man: Aha, das ist ganz schwer. Und dann kann man in einem Modell, das nennt man einen aktiven galaktischen Kern, ausrechnen, wie viel Masse ein schwarzes Loch pro Jahr verschlucken muss, um eine solche Kernregion einer Galaxie nicht nur durch ihre Masse zu dominieren, sondern dabei auch noch eine wahnsinnige Leuchtkraft zu erzeugen. Denn wenn das Gas in ein schwarzes Loch hineinfällt, wird das Gas beschleunigt, wird heiß und strahlt. Da gibt es den sogenannten "Todesschrei der Materie". Bevor es in ein schwarzes Loch hineinfällt, gibt es noch mal einen Röntgenblitz. Und dann ist es weg.
Auf diese Art und Weise wissen wir: Die schwarzen Löcher in Galaxien haben in ihrer frühen Phase, als die Galaxien geboren wurden, 1 bis 10 Sonnenmassen pro Jahr an Gas in sich hineingefressen. Das Ganze dauert 100 Millionen Jahre. Und dann kommt man schon mal in die Gegend von einer Milliarde Sonnenmassen, wenn man das zusammenzieht. Aber da sieht man eben: Die Massen der schwarzen Löcher wachsen und wachsen.
Früher dachte man, die schwarzen Löcher seien der Eingang und die weißen Löcher, die sogenannten White Holes, seien der Ausgang – also die Materie fällt in die schwarzen Löcher hinein und kommt aus den White Holes wieder raus. So kam man auf die Idee, ob nicht die schwarzen Löcher der Eingang sind in solche sogenannten Wurmlöcher oder die Materie in einer Galaxie reinfließt und in einer anderen wieder rauskommen. Das ist eine nette Theorie, die sich aber nicht bewahrheitet hat.
SWR 2008
LNG: Wie wird Erdgas verflüssigt?
Jan 03, 2023
Show notes
LNG: Erdgas abkühlen und dadurch verflüssigen
Um ein Gas – egal welches – zu verflüssigen, gibt es grundsätzlich zwei Stellschrauben. Das eine ist Druck, das andere Temperatur. Bei der Erdgasverflüssigung setzt man auf Temperatur, also auf Abkühlung.
Aber bevor das Erdgas abgekühlt wird, muss es erst gereinigt werden. Das Erdgas, das aus dem Boden kommt, ist ja kein reines Methan, sondern enthält noch andere Substanzen: Stickstoff, CO2, Schwefel, längere Kohlenstoffketten und Wasser. Diese Stoffe müssen aus dem Erdgas entfernt werden. Denn wenn sie im Gas blieben, würden sie beim Herunterkühlen frieren.
Flüssiggas verbraucht viel weniger Platz
Das natürliche Erdgas wird deshalb zunächst verschiedenen Trennverfahren unterzogen. Zum Beispiel lässt man es durch eine wässrige Lösung strömen, die die schweren unerwünschten Partikel aufnimmt. Am Ende dieser Reinigung besteht das Gas zu 98 Prozent aus Methan – das ist das einfachste organische Gas, das es in der Chemie gibt. Dieses gereinigte Gas wird im nächsten Schritt abgekühlt, und zwar auf -162 °C. Dann nämlich wird das Erdgas flüssig. Es braucht dann viel weniger Platz. In flüssiger Form ist das Volumen 600 Mal kleiner als im gasförmigen Zustand.
Wie kühlt man ein Gas auf -162°C herunter
Leider gibt es keinen Kühlschrank, in den man einen Behälter mit Erdgas stellen kann, wartet und dann wie ein kaltes Bier nach zwei Stunden auf -162° C gekühlt wieder herausholt. Wie also kühlt man das Erdgas ab?
Man macht sich eine grundlegende Eigenschaft zunutze: Wenn man ein Gas zusammenpresst, erwärmt es sich – das kennt man von der Fahrradluftpumpe. Umgekehrt gilt aber auch: Ein Gas kühlt sich ab, wenn es sich ausdehnt – jedenfalls dann, wenn es nicht gleichzeitig Wärme von außen wieder aufnimmt. Um Erdgas abzukühlen, passiert folgendes: Man presst es zuerst zusammen, kühlt es dann ab und lässt das abgekühlte Gas sich ausdehnen – dann wird es noch kälter. Das geschieht in großen, schlanken zylinderförmigen Behältern. Das wiederholt man mehrere Male und kann auf diese Weise Erdgas bis zur Verflüssigung herunterkühlen.
In flüssiger Form kann es dann in Lagertanks oder Tankschiffe gepumpt werden. Diese Tanks müssen thermisch weitgehend isoliert sein, damit das Flüssiggas auch kalt bleibt. Um es zu nutzen, wird das Gas wieder erwärmt; es kann dann als Brennstoff eingesetzt werden.
Welche für Vor- und Nachteile hat Flüssiggas?
Der große Vorteil: Man braucht für den Ferntransport keine Pipelines, sondern kann das Gas auf Schiffen oder auch per Güterverkehr relativ flexibel um den Globus transportieren.
Der große Nachteil: Das Verflüssigen ist selbst ziemlich energieaufwändig. Es verbraucht bis zu einem Viertel der Energie, die im Gas eigentlich drinsteckt. Deshalb lohnt sich die Verflüssigung nur dort, wo Pipelines und Gasleitungen nicht infrage kommen oder wo das Gas über mehrere tausend Kilometer transportiert werden muss.
Wie gefährlich ist der LHC-Teilchenbeschleuniger am CERN in Genf?
Jan 03, 2023
Show notes
Ich kann alle beruhigen. Nehmen wir an, bei diesem Experiment mit dem Large Hadron Collider (LHC), wo Protonen mit sehr hoher Energie aufeinander geschossen werden, würden tatsächlich Elementarteilchen entstehen, ein schwarzes Loch. Dann kann man, wie im ersten Semester Physik, auf einem Blatt Papier ausrechnen, wie groß die Kraft zwischen zwei Teilchen ist – und zwar die Gravitationskraft zwischen zwei Teilchen im Vergleich zu ihrer elektrischen Kraft.
Gravitation spielt nur bei schweren Körpern eine Rolle
Wenn man zum Beispiel zwei Ladungen hat, die sich abstoßen, oder zwei ungleichnamige Ladungen, die sich anziehen, stellt man fest: Die Schwerkraft ist 10 hoch 36 Mal schwächer als die elektromagnetische Kraft. Das bedeutet: Beim Aufbau der Materie, aus der wir ja auch bestehen, spielt die Schwerkraft gar keine Rolle. Die Schwerkraft, die Gravitation, spielt nur eine Rolle für große, schwere Körper; das mal vorweg. Das heißt, wenn da unten, also in dem Bereich der unglaublich kleinen Teilchen, ein schwarzes Loch entstünde, dann wäre dieses schwarze Loch nicht mehr in der Lage, einem benachbarten Atom das Elektron wegzuschnappen. Das schwarze Loch hätte also überhaupt keine Wirkung. Also selbst wenn schwarze Löcher entstünden, und man achte hier bitte auf den Konjunktiv, wäre das völlig unerheblich. Zumal es auch eine Theorie gibt, aber eben nur eine Theorie, dass diese kleinen schwarzen Löcher relativ schnell zerstrahlen. Das ist die eine Sache.
Die andere Sache: Wenn es stimmen sollte, dass der Large Hadron Collider, also das Experiment in der Schweiz, tatsächlich den Zustand relativ nah am Urknall darstellt oder simuliert und bei diesem Zustand des frühen Universums während pausenlos schwarze Löcher entstanden, dann würde es weder die Kritiker dieses Large-Hadron-Collider-Experiments geben noch diejenigen, die das Experiment machen würden. Denn wenn diese schwarzen Löcher wirklich in riesengroßer Zahl entstanden wären und das frühe Universum also voller schwarzer Löcher gewesen wäre, dann wäre nichts entstanden. Gar nichts.
Mit anderen Worten: Die Tatsache, dass es Kritiker dieses Experimentes gibt, die befürchten, dass schwarze Löcher bei solchen Experimenten entstehen, ist geradezu ein Beweis dafür, dass keine schwarzen Löcher in einem frühen Universum entstanden sind. Denn sonst gäbe es die Kritiker nicht.
Naturgesetze sind immer gültig – vom Urknall bis heute
Was ich damit sagen will: Wir gehen davon aus, dass die Naturgesetze, die wir auf der Erde kennen und die wir in solchen Experimenten überprüfen, immer und überall gültig gewesen sind. Wenn das der Fall war und ist, dann können wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass im frühen Kosmos keine schwarzen Löcher entstanden sind in dieser Menge. Sonst wären wir nicht da. Mit anderen Worten: Wenn der Large Hadron Collider die Bedingungen des frühen Kosmos abbildet, dann können auch da keine großen schwarzen Löcher entstanden sein und auch keine kleinen schwarzen Löcher, die irgendwelche Auswirkungen auf ihre Umgebung gehabt haben können.
Ganz abgesehen davon sind diese Elementarteilchen, schwarzen Löcher, nicht das, was wir in der Astrophysik kennen. Das sind ja große Objekte, also zumindest schwere Objekte. Die müssen nicht groß sein, aber schwer, wo zum Beispiel eine Sonnenmasse, also 300.000 Erdmassen, in eine Kugel von drei Kilometern eingesperrt wäre. Das wäre ein schwarzes Loch, das in seiner Umgebung, aber nur in seiner unmittelbaren Umgebung, die Materie in sich hinein reißen würde.
Ich bin ja kein großer Freund von Verschwörungstheorien und bitte das jetzt nicht allzu ernst nehmen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass die Organisation, die mit dem Experiment am LHC zu tun hat, vielleicht vor einigen Jahren ein paar Leute ausgesucht hat, die gesagt haben: Damit dieses Experiment in die Medien kommt, müssen wir uns ein Katastrophenszenario überlegen, sodass sich dann möglichst viele anschauen, was für tolle Experimente wir da machen. Denn ob man 7 TeV-Protonen aufeinandergeknallt oder nicht, das interessiert auf unserem Planeten nur ganz wenige Leute. Aber wenn davon die Rede ist, dass so ein Experiment vielleicht den Weltuntergang mit einem schwarzen Loch einläuten kann, dann sind sofort alle Medien dabei. Alle berichten darüber und das LHC ist in aller Munde und in jeder Kamera.
SWR 2008
Wie sollten sich Schwangere ernähren?
Jan 02, 2023
Show notes
Die Ernährung sollte in der Schwangerschaft ausgewogen sein. Zu einer guten Ernährung gehören viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fettarme Milche und fettarme Milchprodukte. Milch und fettarmes Fleisch sind wichtig in der Schwangerschaft. Außerdem empfiehlt sich der Verzehr von Meeresfisch. Auf zu viel Süßes sollte man verzichten.
Substituieren sollte man darüber hinaus Folsäure und Jod.
Wann ist ein Kaiserschnitt angebracht?
Dec 23, 2022
Show notes
Kaiserschnitt sollte medizinisch begründet sein
Die Zahl der Kaiserschnitte ist weltweit sehr stark gestiegen; auch in Deutschland gab es in den letzten Jahrzehnten einen sehr starken Anstieg. Vor 30 Jahren hat man Kaiserschnitte noch sehr viel seltener gemacht.
Ein Teil der Kaiserschnitte ist berechtigt, weil in Deutschland die Mütter immer älter werden; es gibt verschiedene Schwangerschaftsrisiken, der Mutterkuchen liegt falsch o.ä. Da kann man gar nicht normal in binden. Oder wenn die Frau eine Erkrankung hat, die es nicht zulässt, dass sie Wehen hat oder pressen darf.
Normale Geburt ist besser für Mutter und Kind
In der Mehrzahl der Fälle ist ein Kaiserschnitt aber nicht zwingend notwendig. Inzwischen ist es wieder seltener der Fall, dass eine Frau ohne irgendwelche medizinischen Gründe einen Kaiserschnitt möchte. Und das Beste ist die normale Geburt – sowohl für die Mutter als auch für das Kind.
Wenn keine Risiken vorliegen und es keinen medizinischen Grund gibt, sollte die Frau normal entbinden und keinen Kaiserschnitt erhalten. Kaiserschnitt also nur, wenn es zwingende medizinische Gründe gibt.
Was macht die Europäische Zentralbank (EZB)?
Dec 15, 2022
Show notes
Die Hauptaufgabe der EZB ist es, dafür zu sorgen, dass die Preise in den Euroländern ungefähr gleich bleiben – dass sie also weder total steigen noch fallen. Das heißt: Unser Geld soll morgen ungefähr genauso viel wert sein wie heute.
Ein bisschen Inflation ist in Ordnung
Das heißt allerdings nicht, dass die Preise gar nicht steigen dürfen. Ein bisschen Inflation darf schon sein, konkret peilt die EZB mittelfristig ein Plus von maximal zwei Prozent pro Jahr an. Das ist eine Art Sicherheitspuffer. Denn angenommen, die EZB würde das Ziel null Prozent Inflation vorgeben, dann werden die Inflationsraten in den verschiedenen Euroländern um diesen Wert schwanken: Die einen wären ein bisschen über Null, die anderen würden aber – und das wäre gefährlich – ins Minus fallen, in die Deflation.
Zentrales Ziel der EZB: Preisstabilität
Das will die EZB unbedingt verhindern. Sinkende Preise klingen im ersten Moment zwar toll, sie hätten aber Folgen, die keiner will: Denn in so einer Situation warten die meisten Menschen ab, bevor sie sich ein neues Sofa oder Handy kaufen – in der Hoffnung, dass die Sachen günstiger werden. Und dann werden Firmen ihre Produkte nicht los, investieren nicht mehr und müssen vielleicht sogar Leute entlassen.
Stabile Preise sind also wichtig, damit die Menschen und auch Unternehmen gut planen können. Und das ist das zentrale Ziel der EZB: Preisstabilität!
EZB legt Leitzinsen fest
Es gibt mehrere Mittel, um die Zinsen stabil zu halten. Ein ganz wichtiges sind die Leitzinsen, die die EZB festlegt – Zinsen im Plural, denn das sind verschiedene Zinswerte. Wenn pauschal von DEM Leitzins gesprochen wird, dann geht es um die Gebühr, die Banken zahlen müssen, wenn sie sich Geld bei der EZB leihen.
Wie hängen Zinsen und Inflation zusammen? Was genau passiert, wenn die EZB den Leitzins erhöht oder senkt?
Beispiel: Liegt der Leitzins bei 0, dann können sich die Banken kostenlos Geld von der EZB leihen und dieses Geld auch sehr günstig weiterverleihen. Das heißt: Kredite sind in solchen Zeiten günstig – Firmen und Menschen kommen sehr leicht an Geld, sie geben es aus, erzeugen damit auf den Märkten eine große Nachfrage – und dadurch steigen die Preise. Ein niedriger Leitzins treibt also die Inflation an.
Umgekehrt: Wenn die Preise zu krass steigen, also die Inflation deutlich über 2 Prozent liegt, dann will die EZB will sie wieder runterkriegen. Dazu wiederum muss sie den Leitzins hochsetzen. Dann werden Kredite teurer, es wird weniger Geld ausgegeben – das drosselt die Inflation.
Welche weiteren Möglichkeiten hat die EZB?
Neben dem Festlegen der Leitzinsen kann die EZB dafür sorgen, dass die Geldmenge, die im Umlauf ist, kleiner wird. Das geht zum Beispiel indem sie von den Banken höhere Mindestreserven verlangt. Dieses Geld wird sozusagen eingefroren und kann nicht mehr verliehen werden. Dadurch wird jeder Euro, der im Umlauf ist, wertvoller und auch das drückt die Inflation.
Hat die EZB noch andere Aufgaben als für stabile Preise zu sorgen?
Ja. Die EZB verwaltet zum Beispiel Währungsreserven der Euroländer und sie hat den Euro als Ganzes im Blick, d.h. sie handelt, wenn sich der Euro ungewollt schlecht entwickelt gegenüber anderen Währungen.
Und die EZB beaufsichtigt viele Banken – und zwar große, wichtige Banken für einzelne Euroländer oder die gesamte Union.
Wieso werden neben der EZB noch nationale Zentralbanken gebraucht – in Deutschland z.B. die Bundesbank?
Die Bundesbank druckt zum Beispiel Euro-Banknoten und gibt Euro-Münzen an die Banken aus. Damit sorgt sie dafür, dass wir Geld am Bankautomaten ziehen können oder dass der Einzelhandel Wechselgeld hat. Das macht die EZB nicht.
Die Bundesbank tauscht auch unseren 20-Euro-Schein aus, den wir aus Versehen zerrissen haben oder sie nimmt die frühere Währung D-Mark an und gibt uns Euro dafür. Und sie sichert auch unsere Kartenzahlungen ab.
Außerdem überwacht die Bundesbank gemeinsam mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin deutsche Banken und auch Unternehmen, die Geldgeschäfte abwickeln.
Das alles könnte die EZB gar nicht leisten. Deshalb gibt sie Aufgaben an nationale Zentralbanken weiter. Aber deren Präsidenten sitzen im EZB-Rat – das bedeutet, sie entscheiden mit über die Geldpolitik im Euroraum und setzen sie dann auch um.