Woher stammt die “Quarantäne”? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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Welche Impfungen sollten Schwangere bekommen?
Oct 04, 2022
Show notes
Influenza-, Pertussis- und Covid-19-Impfung für Schwangere
Impfung ist sehr wichtig, auch in der Schwangerschaft. Von der STIKO (Ständige Impfkommission) gibt es ganz klare Empfehlungen, allen voran Influenza. Gerade in der Grippesaison ist die Influenza-Impfung für Schwangere klar empfohlen.
Schutz für die Mutter und Nestschutz fürs Kind
Viele Schwangere, die mit Impfungen sehr zurückhaltend sind, wissen das nicht: Die Impfung dient nicht nur der Schwangeren als Schutz, sondern auch dem Neugeborenen.
Noch wichtiger ist es bei Pertussis, also dem Keuchhusten. Diese Impfung ist noch nicht so lange empfohlen, aber ganz klar erwiesen. Man sollte ab der 28. Schwangerschaftswoche impfen. Bei dieser Impfung geht es fast nur um den Nestschutz des Kindes, sodass das Neugeborene nicht schwer krank wird.
Ab dem zweiten Trimenon ist außerdem die Covid-19-Impfung für Schwangere empfohlen.
Geschlechtsvorhersagen in der Schwangerschaft – Mythos oder Fakt?
Sep 30, 2022
Show notes
50:50-Chance bei Geschlechtsvorhersage per Mythos
Es gibt sehr viele Mythen oder Ammenmärchen in Bezug auf die Schwangerschaft. Viele davon beschäftigen sich mit der Prädiktion, also mit der Vorhersage des Geschlechts. Das wurde aus älteren Zeiten überliefert, als man noch keinen Ultraschall hatte und es einfach nicht so genau wusste.
Die Leute, die diese Mythen verbreitet haben, lagen zu 50 Prozent richtig. Deswegen haben die sich auch weiterverbreitet, da man immer mal richtig lag. Es gibt viele Mythen. Die Bauchform etwa, aber auch Umweltfaktoren: In Jahren mit vielen Walnüssen gibt es auch viele Jungs. Und: spitzer Bauch, dann wird's ein Mädchen – oder umgekehrt.
Allerdings: Die meisten dieser Mythen stimmen nicht; dazu gibt es Untersuchungen. Auch die Wahrnehmung von Frauen, die mehrfach gebären, stimmt nur zu 50 Prozent.
Ultraschall: Nur noch wenige Schwangere wollen sich heute überraschen lassen
Heutzutage wissen fast alle Frauen schon vor der Geburt das Geschlecht ihres Kindes; nur noch wenige lassen sich überraschen. In diesen Fällen frage ich immer, was sie denken, dass es wird. Manche sagen dann ganz ehrlich, dass sie es überhaupt nicht einschätzen können. Eine Schwangere neulich war sich auch bei der dritten Schwangerschaft nicht sicher, äußerte aber ihre Vermutung und ließ sich dann überraschen. Sie lag tatsächlich richtig.
Wie wichtig ist das Stillen für Kind und Mutter?
Sep 14, 2022
Show notes
Früher, etwa in den 1970er-Jahren, war Stillen nicht so en vogue. Viele Kinder wurden damals nur vier oder sechs Wochen gestillt. Stillen braucht aber Geduld. Gerade am Anfang muss man verschiedene Dinge probieren.
Oft klappt das Stillen in der Klinik noch nicht. Hier spielt die Hebamme eine entscheidende Rolle. Die Mutter braucht Ruhe, Geduld und muss ihr Kind erst mal kennenlernen.
Heute weiß man, dass Stillen unheimlich wichtig ist. Das Stillen ist stark im Fokus, weil man die positiven Effekte kennt – für Mutter und Kind.
Warum kommt es nach einer Dürre oft zu Hochwasser?
Sep 01, 2022
Show notes
Benetzungshemmung: trockener Boden kann weniger Wasser aufnehmen
Das hängt mit den Böden zusammen. Wenn es nach einer längeren Dürre plötzlich wieder stärker regnet, können die Böden nicht so viel Wasser auf einmal aufnehmen und es auch nicht speichern. Die Folge ist, dass bei einem Starkregen das Wasser schnell an der Oberfläche abfließt. Das klingt widersprüchlich. Man sollte meinen, dass ausgetrocknete Böden regelrecht nach Wasser dürsten und jeden Tropfen, der von oben kommt, bereitwillig aufnehmen. Aber das Gegenteil ist der Fall: Obwohl der Boden so trocken ist, steht das Wasser trotzdem in Pfützen und versickert nicht oder nur langsam.
Ein trockener Boden hat eine sogenannte "Benetzungshemmung". Er nimmt weniger leicht Wasser auf als ein Boden, der schon etwas feucht ist. Dahinter steckt ein ähnliches Phänomen wie bei einem Schwamm oder einem Wischlappen: Die nehmen Wasser auch besser auf, wenn sie schon ein bisschen feucht sind.
Beim Kapillareffekt wirkenMolekularkräfte
Beim Boden ist die Situation etwas anders. Der Boden – also Erde – besteht aus lauter kleinen Körnern – groben Sandkörnern oder auch feineren Körnern. Wenn Wasser in den Boden sickert, verteilt es sich in den Zwischenräumen, also zwischen diesen Körnern.
Das flüssige Wasser fällt aber nicht einfach so durch die Schwerkraft in diese Zwischenräume hinein, sondern es wird eher hineingezogen – und zwar durch den Kapillareffekt.
Im Kleinen passiert Folgendes: Wassermoleküle heften sich an die Körner (der Fachausdruck ist Adhäsion) und ziehen dann andere Tropfen nach. Das nachströmende Wasser "erobert" neue Körner und so schiebt sich die "Wasserfront" immer weiter hinein. Das benetzt den Boden und das würde auch umgekehrt funktionieren – also von unten nach oben. Aber genau dieses Benetzen geht viel besser, wenn der Boden schon feucht ist, denn Wassermoleküle heften sich viel leichter an andere Wassermoleküle als an Mineralkörner.
Wenn man sich nun eine kleine Pfütze vorstellt oder einen großen Tropfen auf dem Boden, dann ist auch dort die Verbindung zwischen den Wassermolekülen sehr stark (Fachausdruck: Kohäsion). Das Wasser bleibt dann eher als Wasserkörper auf dem Boden liegen, als dass es sich davon herauslöst und in den Boden sickert – als hätte der Tropfen oder die Pfütze eine Haut, die die Wassermoleküle zusammenhält. Diesen Effekt nennt man auch die Oberflächenspannung des Wassers. Sie führt dazu, dass ein Tropfen eher auf den Körnern liegen bleibt, statt sich aufzulösen und in den Boden einzudringen. Wenn der Boden aber feucht ist, also schon ein bisschen Wasser drin ist, zieht dieses Wasser das andere Wasser nach.
Einen ähnlichen Effekt kennt man von Mehl: Hat man eine Schüssel mit Mehl, kann man in dem trockenen Mehl eine Kuhle machen und dort Milch oder Wasser hineinschütten, ohne dass es ins Mehl einsickert. So ähnlich ist es beim Boden auch.
Auch Pflanzenreste machen Boden wasserabweisend
Es gibt noch ein zweites Phänomen, das diesen Effekt beim Boden verstärkt. Der Boden enthält viele Pflanzenreste. Wenn es trocken ist, lösen sich aus diesen organischen Resten Fette und wachsartige Substanzen heraus, die sich an die Bodenkörner heften. Auch die machen den Boden wasserabweisend.
Das ist das, was auf der Mikroebene passiert. Im Großen bedeutet das: Wenn es nach einer längeren Dürre plötzlich stark regnet, können die Böden das Wasser nicht aufnehmen. Es fließt deshalb oberflächlich ab in Bäche und Flüsse und lässt die Pegel schnell ansteigen.
Wie lüftet man richtig mit Fußbodenheizung?
Aug 30, 2022
Show notes
Stoßlüften tauscht die Luft komplett aus, Wärme bleibt im Haus
Lüften Sie so, wie es Ihnen empfohlen wurde: durch Stoßlüftung. Die Fußbodenheizung können Sie ja nicht herunterdrehen; das geht gar nicht. Wenn Sie zweimal eine Viertelstunde lüften, wird die gesamte Luft ausgetauscht; das ist wichtig.
Nicht übertreiben: Wände dürfen nicht komplett auskühlen
Die Wärme einer Fußbodenheizung ist Strahlungswärme. Die geht nicht weg, sondern die Luft erwärmt sich in einem solchen Raum relativ schnell wieder. Ein Problem entsteht nur, wenn die Wände auskühlen. Wenn sie also im Winter so lange alles öffnen, dass die Wände auskühlen und der Boden richtig Kälte von oben her aufnimmt. Von unten arbeitet die Anlage und heizt ordentlich dagegen – so verlieren Sie viel Energie.
Stoßlüften ist so gedacht: Die Luft austauschen, aber die Wärme im Raum, im Boden und in den Wänden behalten.
Fenster nicht dauerhaft kippen
Viele machen den Fehler einer "halben" Lüftung, indem sie den ganzen Tag das Fenster ein bisschen auf Kipp lassen – sie meinen, es wird dann schon irgendwie Luft reinkommen. Damit aber kühlen sie mindestens den Bereich ums Fenster herum richtig aus, und das ist völlig kontraproduktiv.
Wozu brauchen wir grünen Wasserstoff?
Aug 26, 2022
Show notes
Grüner Wasserstoff kann in der Stahlindustrie Koks ersetzen – und CO2 sparen
Man kann mit diesem Wasserstoff zum Beispiel "grünen" Stahl erzeugen. In der Stahlerzeugung wird sehr viel Koks verbraucht. Das ist bislang nicht zu verändern. Das kann man aber auch mit Wasserstoff machen. Wenn man grünen Wasserstoff verwendet, ist das klimaneutral. Das ist wichtig in Deutschland und es sind viele weitere industrielle Anwendungen auf der Basis von Wasserstoff denkbar.
Chemische Industrie: grüner Wasserstoff ist als Rohstoff einsetzbar
Aus Wasserstoff kann man außerdem prinzipiell auch Erdgas "basteln", also ein künstliches grünes Erdgas daraus machen. Das kann in der chemischen Industrie als Rohstoff eingesetzt werden.
Grünen Wasserstoff werden wir in Deutschland und in jedem Industriestaat als Rohstoff in größeren Mengen brauchen – also nicht zum Verheizen, sondern als Rohstoff.
Deswegen hat die Bundesregierung eine Wasserstoffstrategie entwickelt. Da stehen wir aber ganz am Anfang. Denn das große Problem, das viele nicht im Visier haben: Kohle, Öl und Gas kann man ausbuddeln und verbrennen. Fertig ist der Lack.
Wasserstoff-Herstellung verbraucht viel Energie – die muss also nachhaltig sein
Wasserstoff muss man herstellen, der ist nicht da. Wasserstoff kann man nicht abbauen, sondern man braucht sehr viel Energie, um aus dem Wasser den Wasserstoff abzutrennen. Das erfordert eine enorme Anstrengung. Wenn man dazu irgendwelche fossilen Energien nimmt, ist das einfach aberwitzig und bringt niemanden weiter. Man kann das also eigentlich nur machen, indem man Solar- und Windenergie in Massen erzeugt, um Wasserstoff zu erzeugen.
Der Vorteil: Man kann den Wasserstoff viel besser lagern; es ist auch eine Form von Energiespeicherung. Und man kann ihn transportieren, was mit Strom nicht so ohne weiteres möglich ist. Wasserstoff lässt sich bedingt transportieren. Aber man kann Ammoniak draus machen oder Methan – das lässt sich besser transportieren.
Wasserstoff: zu schade zum Verbrennen
Man hat den Wasserstoff oft als "Champagner der Energiewende" bezeichnet. Aber Champagner ist nicht für alle und Wasserstoffs ist eigentlich zu schade zum Verbrennen.
Die Industrie hat Angst, dass sich die Automobilbranche und die Autofahrer durchsetzen und man versucht, Brennstoffzellen in Autos einzubauen. Denn dann würde der schöne Wasserstoff zum Autofahren verbrannt. Fürs Auto haben wir aber bessere Lösungen, nämlich batterieelektrische Systeme, die viel effizienter sind und viel weniger Ressourcen verbrauchen als die Wasserstoffherstellung.
CO2 ist schwerer als Luft – Wie kann es dann aufsteigen und als Treibhausgas wirken?
Aug 17, 2022
Show notes
Reines CO2 ist schwerer als das Gasgemisch "Luft"
Richtig ist: CO2 ist schwerer als Luft. Luft ist ein Gasgemisch. Sie besteht nur zu einem winzigen Bruchteil aus Kohlendioxid, zu 99 Prozent dagegen aus Stickstoff und Sauerstoff, die beide wesentlich leichter sind als CO2. Wenn man Luft als Gasgemisch betrachtet und es mit reinem CO2 vergleicht, dann ist tatsächlich das CO2 ungefähr 50 Prozent schwerer oder physikalisch korrekt: dichter.
Sinkt das CO2 also zu Boden?
Nein. Das würde nur dann passieren, wenn die Luft eine stehende Masse wäre, in der die schweren CO2-Moleküle gemütlich nach unten sinken würden. Dann allerdings hätten wir auch ein großes Problem. Denn wenn die Luft eine stehende Masse wäre, würden wir in Abgasen ersticken. Und wenn das ganze CO2 aus der Atmosphäre zu Boden sinken würde, erst recht. Aber so ist es ja nicht. Sondern die Luft bewegt sich auf und ab. Es gibt Wind und Turbulenzen. Warme Luft erwärmt sich am Boden und steigt auf. Das passiert jeden Tag.
CO2 reichert sich nicht am Boden an
Die vielen CO2-Teilchen in der Luft haben überhaupt keine Zeit, sich langsam abzusetzen und am Erdboden anzureichern, weil die Luftmassen durch Wind und Wetter ständig aufgewirbelt werden und sich so über die Atmosphäre verteilen. Das ist auch schon oft gemessen werden und das Ergebnis ist: Der Anteil der CO2-Moleküle in der Luft ist bis in eine Höhe von fast 100 Kilometern nahezu konstant. Es gibt keine "Anreicherung" am Boden, auch wenn es sich noch so einleuchtend anhört.
Treibhauseffekt beginnt oft schon über der Erdoberfläche
Falsch ist aber auch schon die Annahme, dass CO2 aufsteigen muss, um den Treibhauseffekt zu entfalten. Da führt vielleicht der Begriff "Treibhauseffekt" in die Irre. Das klingt so, als würde das CO2 irgendwo über uns eine Art Dach bilden – wie das Glasdach in einem Treibhaus.
In der oberen Atmosphäre entfaltet CO2 eine zusätzliche Wirkung
Aber der Treibhauseffekt beginnt teilweise schon unmittelbar über der Erdoberfläche, indem einfach Gase wie CO2, Methan und Wasserdampf die Wärmestrahlung von der Erde absorbieren und einen Teil diese Wärme wieder zurück zur Erdoberfläche abstrahlen. Um diesen Effekt zu entfalten, müsste das CO2 gar nicht in die Höhe aufsteigen. Trotzdem gelangt es in die obere Atmosphäre und dort entfaltet es eine zusätzliche Wirkung.
Wie kann man einen Hörtest bei Dementen machen?
Aug 03, 2022
Show notes
Wir haben einmal versucht, bei einer Untersuchung Kinderhörtests für Demente zu verwenden. Das hat aber nicht gut so gut funktioniert.
Die dementen Menschen sollten Tierstimmen hören und dann auf einem Touchpad auf das Tier drücken, das sie erkannt hatten: Beim Bellen der Hund, beim "Muh" die Kuh etc. Das hat aber nicht gut funktioniert.
Objektive Tests erfordern keine aktive Mitarbeit der dementen Patienten
Es gibt aber in der Zwischenzeit Verfahren, die man sehr gut bei betagten und dementen Personen verwenden kann. Das sind objektive Tests, bei denen man keine weitere Mitarbeit der Patientinnen und Patienten braucht.
Demente Person sollte idealerweise eine halbe Stunde ruhig liegen können
Was allerdings eine Herausforderung sein kann: Die Menschen müssten möglichst für eine halbe Stunde ruhig liegen. Aber Patienten, die dement sind, haben damit Schwierigkeiten. Ich gebe ungern etwas zur Sedierung, denn das kann bei dementen Patienten genau das Gegenteil bewirken, sodass sie erst richtig aufgeregt werden. Deswegen ist das manchmal eine Herausforderung. Aber man kann heute mit objektiven Methoden schon sehr viel erreichen.
Ist Geräuschempfindlichkeit ein Zeichen von Schwerhörigkeit?
Aug 02, 2022
Show notes
Man muss zunächst verstehen, wie das Ohr funktioniert. Wir überspringen zwei Stationen, nämlich das äußere Ohren und das Mittelohr. Diese beiden Stationen sind zwar auch wichtig, denn sie sind ein bisschen zuständig für die Verstärkung.
Haarzellen verstärken leise Geräusche und dämpfen laute
Im Innenohr haben wir die sogenannten Haarzellen. Diese Haarzellen, insbesondere die äußeren Haarzellen, haben zwei Funktionen: Sie verstärken sehr leise Geräusche und sie dämpfen laute Geräusche.
Wenn in bestimmten Frequenzbereichen, insbesondere in den hohen Frequenzen, diese Haarzellen nicht mehr richtig funktionieren, dann hört man die leisen Pegel nicht mehr so gut – also ein Sssssssssss, ein Ffffffffffffff, ein Schschschsch. Aber die lauten Pegel werden sehr schnell unangenehm.
Hörsysteme müssen korrekt eingestellt werden
Genau hier liegt die Verantwortung des Hörakustikers oder der Hörakustikerin. Die müssen die Hörsysteme so einstellen, dass es nicht mehr zu laut ist, denn diese Geräuschempfindlichkeit sollte nicht mehr auftreten. Daher muss vorher sehr sorgfältig gemessen werden und dann müssen die Hörsysteme genau darauf abgestimmt werden. Hier kann man also tatsächlich sehr gut helfen.
Warum fällt die Umstellung der Ernährung oft schwer?
Jul 19, 2022
Show notes
Langer Prozess: Einstellung zum Essen ändern
Wenn ich aufhören will zu rauchen oder Alkohol zu trinken, ist klar, was zu tun ist: Ich rauche keine Zigarette und trinke keinen Alkohol mehr. Aber ich kann halt nicht aufhören zu essen. Das heißt, ich muss immer ganz kontrolliert essen. Das fällt vielen Menschen schwer. Und immer nur zu denken "ich darf dies nicht" und "ich darf das nicht" – das hält man auf Dauer nicht durch.
Man muss also seine Einstellung zum Essen ändern und das ist ein langwieriger Prozess. Manchmal macht es einfach "Klick", weil eine bedrohliche Situation auftrat oder ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis einen dazu veranlasst zu sagen: "Nein! Ich höre morgen auf bzw. mache etwas anders", sodass man das eigene Leben umkrempelt. Aber das geschieht selten. Und der mühsame Weg ist leider der normale Weg.
Rückschläge sind normal bei der Ernährungsumstellung
Man braucht daher für eine Veränderung immer wieder Antrieb von außen – von der Hausärztin oder dem Hausarzt, von der Familie, die unterstützt und sagt: "Das hast du gut gemacht" oder "Komm, probier's noch mal".
Dass wir scheitern und nach einem guten Abnehmen auch wieder zunehmen, ist ganz normal. Man muss aber lernen, damit umzugehen, wenn man mal wieder 2 Kilo mehr auf der Waage hat.
Viele sagen dann: "Ach, jetzt ist eh alles egal, es hat wieder nicht geklappt. Jetzt greife ich halt zu den Chips und die Schokolade gleich hinterher." Dann ist alles vorbei.
Stattdessen muss man lernen sich zu fragen: "Okay, ich habe 2 Kilo zugenommen. Woran lag das wohl? Aha! – Das versuche ich jetzt zu ändern." – Bei diesem Prozess braucht man Unterstützung.