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    1000 Antworten

    Woher stammt die “Quarantäne”? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
    Viele Episoden dieses Podcasts stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz. Ihr könnt diese Episoden unter Angabe der Quelle und der Lizenz unverändert in Eurem eigenen Digitalangebot dauerhaft veröffentlichen. Die Episoden dürfen dabei nicht verändert oder kommerziell genutzt werden. Die Lizenz lautet CC BY-NC-ND 4.0.

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    Latest Episodes:
    Warum wirken Dialekte unterschiedlich sympathisch? Feb 12, 2025
    Show notes

    Artikulation im verengten Rachenraum wirkt "verdruckst"

    Dialekte wirken unterschiedlich, das zeigen Umfragen immer wieder. Mehrere Faktoren scheinen hier eine Rolle spielen. Im Schwäbischen (vor allem rund um Stuttgart) und Sächsischen werden viele Vokale, aber auch manche r-Laute "pharyngalisiert", wie der Linguist sagt. Das heißt, sie werden fast nasal, jedenfalls ziemlich weit hinten im Rachen artikuliert: "I hänn koi K’rzle meh em Kell’r“, stellt der Schwabe kurz vor Advent fest. Auf viele Nicht-Schwaben wirken die schwäbischen R-Laute distanziert, geradezu "verdruckst". Eine mögliche psychologische Erklärung: Wer Laute weit hinten im Mund artikuliert, erweckt buchstäblich der Eindruck: Der rückt nicht raus mit der Sprache, der will was für sich behalten. Im Bayerischen dagegen werden die Vokale weit vorne im Mund artikuliert, das wirkt nachweislich offener, mehr "gradraus". Tatsächlich zählt das Bayerische zu den Dialekten mit den größten Sympathiewerten. Noch ein anderer Fall ist das Hessische: Es kennt fast nur weiche ("waische"), stimmhafte Konsonanten. Das kann einerseits etwas spannungs- und kraftlos wirken, andererseits kann das Hessische dadurch auch etwas Entspanntes, "Gemütlisches" haben. Aber es polarisiert: Die einen mögen es, andere finden es grässlich.

    Neben dem Klang spielen Assoziationen eine Rolle

    Neben dem reinen Sound spielen auch Assoziationen eine Rolle, die wir mit bestimmten Dialekten verbinden. Denken wir bei Schwaben an "Kehrwoche", "Sauberkeit" und "Griffelspitzer", beeinflusst das ebenfalls die Sympathiewerte, je nachdem wie man sich selbst mit diesen Tugenden identifiziert. Das Sächsische wiederum war einst der staatstragende Dialekt der ehemaligen DDR, und auch das können manche noch nicht ganz ausblenden. Die gleichen Umfragen, die für das Bayerische hohe Sympathiewerte ergeben, weisen das Sächsische regelmäßig als Schlusslicht in der Beliebtheitsskala aus. Zum Trost: Dieser Effekt verschwindet oft, wenn man sich in der entsprechenden Gegend länger aufhält.

    Wie lange sollte Tee ziehen? Wirkt lang gezogener Tee beruhigend? Feb 11, 2025
    Show notes

    Koffein löst sich nach drei Minuten

    Immerhin stimmt der erste Teil des Satzes: Schon in den ersten drei Minuten löst sich das Koffein aus den Blättern; und die anregende Wirkung des Koffeins ist gemeinhin bekannt. Allerdings verschwindet das Koffein auch nicht, wenn der Tee länger zieht – und damit bleibt er auch nach fünf Minuten anregend im Sinne von wachhaltend.

    Gerbstoffe wirken beruhigend auf die Verdauung

    Je länger der Tee dann zieht, desto mehr Substanzen lösen sich. Nach fünf Minuten insbesondere die Tannine, also die Gerbstoffe. Auf sie vor allem ist das Gerücht von der "beruhigenden" Wirkung zurückzuführen. Denn die Tannine wirken tatsächlich beruhigend – aber weniger auf das Gemüt, sondern viel mehr auf die Verdauung. Das wussten schon die alten Friesen, die, wenn es darauf ankam, sich auch nicht mit einer Ziehdauer von fünf Minuten begnügten. Man litt vor einigen hundert Jahren oft an Durchfallerkrankungen, Typhus, Paratyphus, Skorbut und so weiter. Mancher "verfaulte bei lebendigem Leib", berichtet Teeexperte Ernst Janssen aus Sylt: "Der Tee wurde damals "bis zum bitteren Ende" aufgebrüht. Das bedeutete bis zu zwei Stunden Ziehzeit! Dann haben wir so viel Gerbstoffe im Tee in Form von Tanninen, dass der Durchfall beseitigt ist. Innerhalb von einer halben Stunde ist der weg."

    Tee gegen Durchfall

    Von allen gesundheitlichen Wirkungen des Tees ist tatsächlich diese die am längsten bekannte und am besten belegte: Lang gezogener Tee hilft bei Durchfall. Wer aber keine Verdauungsprobleme hat, kann die Ziehdauer getrost dem persönlichen Geschmack anpassen. Manche Menschen können nach dem Genuss von Tee nicht einschlafen. Sie sollten daher abends keinen trinken – egal ob lang oder kurz gezogen, ob grün oder schwarz. Denn entgegen einer weit verbreiteten Annahme enthält auch grüner Tee Koffein.

    Sollte man Haferflocken vor dem Essen einweichen? Feb 11, 2025
    Show notes

    Calcium, Magnesium, Zink: Hafer enthält wichtige Nährstoffe

    Ja, denn das verbessert die Nährstoffaufnahme. Viele Nährstoffe, die wir zu uns nehmen, werden im Dünndarm aufgenommen. Das gilt auch für lebenswichtige Mineralien wie Calcium, Magnesium und Zink. Die sind in verhältnismäßig großen Mengen auch im Hafer enthalten.

    Phytinsäure: Antinährstoff im Hafer verhindert Nährstoffaufnahme

    Der Hafer enthält aber auch Phytinsäure. Und die bewirkt, dass Mineralien nicht richtig aufgenommen werden können. Mit Zink beispielsweise verbindet sich die Säure zu einem festen chemischen Komplex, der die Darmwand nicht durchdringt und somit nicht vom Körper aufgenommen wird. Solche Stoffe wie Phytinsäure, die die Nährstoffaufnahme verhindern, nennt man deshalb auch Antinährstoffe.

    Phytinsäuregehalt nimmt durch Einweichen der Haferflocken ab

    Möchte man also das volle Potenzial der sehr nährstoffreichen Haferflocken ausschöpfen, sollte man sie vorher einweichen. Im Idealfall über Nacht – aber auch schon 30 Minuten sorgen dafür, dass der Phytinsäure-Gehalt abnimmt. Durch das Aufweichen in Wasser oder Milch wird das Enzym Phytase aktiviert. Das baut die Säure ab, und die Mineralien können besser aufgenommen werden. Das mit dem Einweichen gilt auch für diejenigen, die ihre Haferflocken als Porridge zubereiten. Denn durch kurzes Aufkochen allein wird die Phytinsäure nicht zerstört. Und für die, die es sauer mögen noch ein Tipp: Eine Studie zeigt, dass Zitronensaft auf den Haferflocken die Aufnahme von Mineralstoffen ebenfalls verbessern kann.

    Quellen und Literatur

    • Ekholm, P., Virkki, L., Ylinen, M., & Johansson, L. (2003). The effect of phytic acid and some natural chelating agents on the solubility of mineral elements in oat bran. Food Chemistry, 80(2), 165-170. https://doi.org/10.1016/S0308-8146(02)00249-2
    • Larsson, M., Rossander-Hulthén, L., Sandström, B., & Sandberg, A. S. (1996). Improved zinc and iron absorption from breakfast meals containing malted oats with reduced phytate content. British Journal of Nutrition, 76(5), 677-688. https://doi.org/10.1079/BJN19960075

    Wie viel Kilogramm kann der Rücken tragen? Feb 10, 2025
    Show notes

    Dauerbelastung des Rückens vermeiden

    Es gibt hierzu unterschiedliche Angaben, aber es sollte im Kindesalter nicht mehr als 5 bis 7 Kilogramm sein. Für Erwachsene sind 10 Kilogramm auch schon sehr viel. Kurzzeitig ist das sicherlich okay, aber es sollte auch für Erwachsene keine Dauerbelastung sein.

    Teufelskreis von Druckschmerz und Verspannung kann entstehen

    Wenn man die Schultern zu stark belastet, reagiert die Muskulatur darauf – in der Regel mit Verspannungen, aber auch mit Druckschmerzen. Die entstehen durch die Belastung der Träger; die rufen Druckstellen hervor. Die Verspannungen sind schmerzhaft und es kann zu einem Teufelskreis kommen: lokaler Schmerz, Verspannung, noch mehr Schmerz und weitere Verspannung – dann auch in anderen Regionen des Körpers.

    Sind jüngere Menschen narzisstischer als ältere? Feb 09, 2025
    Show notes

    Junge Erwachsene sind narzisstischer als Ältere

    Stark verkürzt lautet die Antwort: Ja. In einer groß angelegten Studie wurden Fragebögen von 270.000 Menschen ausgewertet. Das Ergebnis: junge Erwachsene sind narzisstischer als Ältere. Woran liegt das?

    Möglicher Grund: unterschiedliche Lebenssituationen

    Es könnte mit den allgemeinen Lebenssituationen zusammenhängen. Vermeintlich sind junge Erwachsene bestrebt, viele neue Menschen kennenzulernen und sich materielle und immaterielle Ressourcen aktiv zu erarbeiten. Hierfür könnte ein erhöhter Narzissmus von Vorteil sein. Bei älteren Menschen hingegen liegt der Fokus häufig auf dem Erhalt des bereits erreichtem. Oft legen diese Menschen Wert auf wenige enge Beziehungen. Eine starke narzisstische Ausprägung wäre hierbei ein Hindernis. Das hat aber eben mit dem Alter zu tun und nicht mit der Generation. Beim Narzissmus gibt es auch einen Geschlechterunterschied. Männer scheinen durchschnittlich narzisstischer zu sein als Frauen. Aber auch das sind nur Mittelwerte – individuell gibt es große Unterschiede. Es gibt sehr bescheidene junge Männer, ebenso wie sehr narzisstische ältere Frauen.

    Was ist Narzissmus?

    Narzissten sind Menschen mit einer starken Ich-Bezogenheit und einem übertriebenen Bedürfnis nach Anerkennung. Sie neigen dazu, sich selbst als besonders wichtig oder einzigartig wahrzunehmen. Zudem erwarten sie, dass andere sie ständig bewundern. Zeitgleich ist Narzissmus häufig mit wenig Empathie für die Gefühle anderer verbunden. Bekommen narzisstische Menschen nicht die Aufmerksamkeit, die sie sich wünschen, sind sie schnell gekränkt. Dann kann es passieren, dass sie über das Ziel hinausschießen, andere Entwerten und beleidigend werden. Bei alldem sollte aber berücksichtigt werden: Es gibt unterschiedliche Arten des Narzissmus. Zum einen ist da die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Sie wird häufig als klinischer Narzissmus bezeichnet. Das ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die häufig mit einem hohen Leidensdruck der Mitmenschen einhergeht. Auf der anderen Seite gibt es den subklinischen Narzissmus – das heißt, einen nicht pathologischen Narzissmus. In der Persönlichkeitsforschung wird der subklinische Narzissmus als ein Persönlichkeitsmerkmal von vielen verstanden. Narzisstische Ausprägungen sind demnach in jedem Menschen vorhanden und können wie alle anderen Persönlichkeitsmerkmale mehr oder weniger stark ausgeprägt sein. Ein gewisses Maß an Ich-Bezogenheit wird dabei sogar mit positiven Eigenschaften verbunden, die im Gegensatz zum klinischen Narzissmus als durchaus funktional angesehen werden.

    Quellen und Literatur

    • Miller, J. D., Back, M. D., Lynam, D. R. & Wright, A. G. C. (2021). Narcissism Today: What We Know and What We Need to Learn. Current Directions in Psychological Science, 30(6), 519–525. https://doi.org/10.1177/09637214211044109
    • Weidmann, R., Chopik, W. J., Ackerman, R. A., Allroggen, M., Bianchi, E. C., Brecheen, C., ... & Back, M. D. (2023). Age and gender differences in narcissism: A comprehensive study across eight measures and over 250,000 participants. Journal of personality and social psychology, 124(6), 1277. https://doi.org/10.1037/pspp0000463

    Warum ist der Februar so kurz? Feb 08, 2025
    Show notes

    Februar als letzter Monat bekam die "Resttage"

    In den Namen "September", "Oktober", "November", "Dezember" stecken die römischen Zahlen für 7, 8, 9 und 10 drin. Und wenn man beim März anfing zu zählen, war das so richtig. Der Februar war also der letzte Monat und somit auch derjenige, der nehmen musste, was bei der Aufteilung der Monate an Tagen übrig blieb. Das war schon vor Julius Cäsar so, im alten römischen Kalender. Da hatte der Februar ebenfalls nur 28 Tage, aber da war der Abstand zu den anderen Monaten noch nicht so groß. Es gab viele Monate mit nur 29 Tagen.

    Julianischer Kalender wird eingeführt

    Im Jahr 45 v. Christus kam die berühmte Kalenderreform von Julius Cäsar. Er hat den Kalender in die Struktur gebracht, die wir heute haben. Cäsar hat zwar ein paar der alten Monate, die nur 29 Tage hatten, verlängert, sodass sich jetzt Monate mit 30 bzw. 31 Tage einigermaßen abwechseln. Nur den Februar – der vorher schon der kürzeste Monat war – hat er dabei unangetastet gelassen. Dafür hat er im Februar den Schalttag eingeführt, den es vorher nicht gab. Und so ist es bis heute geblieben.

    Nur ein Gerücht: Augustus hat dem Februar nichts weggenommen!

    Man liest gelegentlich eine Legende, wonach wir den kurzen Februar der Eitelkeit des römischen Kaisers Augustus zu verdanken haben. Augustus wollte, dass ein Monat nach ihm benannt wird. Also wurde aus dem einstigen Sextilis der heutige August. So weit ist die Geschichte richtig. Die Geschichte besagt weiter, dass beim Amtsantritt von Augustus der Sextilis, also der spätere August, nur 30 Tage gehabt haben soll, dafür aber der Februar einen Tag mehr. Das, so die Legende, konnte Augustus aber nicht verknusen: dass sein Monat weniger Tage hat als der Julius! Also hat er dem August einen Tag geschenkt, und deshalb hat der jetzt auch 31 Tage. Diesen zusätzlichen Tag hat er beim Februar wieder abgezogen, sodass der heute im normalen Jahr nur 28 Tage hat. Diese Geschichte hat sich bis heute hartnäckig gehalten, ist aber falsch. Die Quellen sind da eindeutig: Der Sextilis hatte schon zu Cäsars Zeiten 31 Tage und insofern hatte Augustus keinen Grund, dem Februar etwas wegzunehmen.

    Wann und wo wurde die Null erfunden? Feb 07, 2025
    Show notes

    In Indien erfunden

    Wo die Null erfunden wurde ist klar: in Indien. Und wann ungefähr ist auch klar: Im fünften, sechsten, siebten Jahrhundert nach Christus ungefähr. Es gibt ein Dokument, wo schon in völlig selbstverständlicher Weise die Null benutzt wird, sogar an zwei Stellen.

    Vielleicht die wichtigste Zahl überhaupt

    Die Null ist eine ganz wichtige Erfindung in der Mathematik, denn die braucht man, um das Dezimalsystem zu machen. Da ist die Null notwendig, denn sonst würden wir, wenn wir die Zahl 102 schreiben müssten, eine Lücke lassen. So wurde es auch früher gemacht bei den Babyloniern: Es wurde nicht die Null geschrieben, sondern nur ein bisschen Platz gelassen, also ein Hunderter, keine Zehner und zwei Einer. Man kann sich vorstellen, dass es da alle möglichen Auseinandersetzungen gab, denn wenn ich jemandem 102 Euro schulden würde und ich würde einfach lesen 1 2, dann würde ich sagen: "Na ja, die hat halt eine etwas große Lücke gelassen, in Wirklichkeit sind das nur zwölf." Und es gibt tatsächlich Dokumente über viele juristische Auseinandersetzungen. Die Null ist also eine ganz wichtige Zahl. Vielleicht die wichtigste Zahl überhaupt.

    Kalender: Zählung unabhängig von der Kultur

    Dass es das Jahr Null nicht gibt im Kalender hat nichts mit der jeweiligen Kultur zu tun. Es ist völlig klar – das würde wahrscheinlich jede Kultur sagen – dass das erste Jahr, mit dem man beginnt, nicht das Jahr Null ist, sondern das Jahr Eins. Deswegen geht das vom Jahr "minus eins", also eins vor Christus, direkt zum Jahr "plus eins", dem Jahr Eins, über.

    Warum heißt es DIE Donau, aber DER Rhein? Wovon hängt das Geschlecht von Flüssen ab? Feb 06, 2025
    Show notes

    Was das Geschlecht von Flussnamen betrifft, ist die wichtigste Regel im Deutschen, dass es keine Regel gibt – anders als zum Beispiel im Lateinischen, wo die Flüsse grundsätzlich männlich sind, wo auch die Donau "Danuvius" heißt. Im Deutschen hängt das Geschlecht von mehreren Dingen ab.

    Auf die Endung achten

    Einmal, ob in dem Flussnamen vielleicht ein anderes Wort steckt. Zum Beispiel enden viele Flüsse im süddeutschen Raum auf "ach" wie die Schwarzach, die Wutach oder die Salzach. Die sind weiblich, weil die Ach ein altdeutscher Ausdruck für Fluss ist. Die Schwarzach ist also nichts anderes als der schwarze Fluss. Ähnlich die Donau: In ihr steckt die gleiche Wurzel wie im russischen Fluss Don, nämlich das indogermanische Wort "Duna", "Fluss". Und die Don-Aue ist also die Aue des Flusses. Und weil die Aue weiblich ist, ist es auch die Don-au.

    Kelten, Römer, Germanen – alle hinterließen Spuren

    Das zeigt auch, dass die Namen unserer Flüsse aus ganz unterschiedlichen Epochen kommen. Kelten, Römer, Germanen – alle waren sie hier. Und je nachdem, wer einem Fluss den Namen gab, dessen Spuren haben sich gehalten. Die Germanen haben den Flüssen meist weibliche Namen gegeben, die Römer eher männliche, weil zumindest die großen Flüsse gern mit Göttern in Verbindung gebracht wurden.

    Panta rhei – alles fließt

    Beim Rhein ist nicht ganz klar, ob der Name und somit auch das männliche Geschlecht von den Römern eingeführt wurde – eben als Rhenus – oder schon zuvor von den Kelten. Interessant ist hier, dass im Rhein vermutlich die gleiche Wortwurzel steckt wie in der französischen Rhone, nämlich "rhei" – fließen. Die Altphilologinnen und Altphilologen unter uns kennen noch den Satz des Heraklit: Panta rhei – alles fließt. Das ist offenbar das gleiche "rhei" wie im Rhein. Es steckt auch im deutschen Wort "rinnen", wobei der Rhein natürlich alles andere ist als ein Rinnsal. Diese wenigen Beispiele zeigen: Bei uns sind die meisten Flüsse weiblich, einige männlich. Aber es gibt keine klare Regel und vieles hängt an den historischen Umständen der Namensgebung. Und manchmal springt es auch: Die Rhone heißt im französischen "le Rhône" – ist also männlich. Danke an Prof. Konrad Kunze

    Verrotten Bananenschalen im Wald oder schaden sie der Umwelt? Feb 06, 2025
    Show notes

    Das Wegwerfen von Bananenschalen ist eine Ordnungswidrigkeit – es handelt sich um eine unerlaubte Abfallentsorgung und kann mit einem Bußgeld bestraft werden. Das vorweg. Im Fall der Bananenschalen gibt es dafür auch gute Gründe, denn sie verrotten tatsächlich extrem langsam – das kann fünf Jahre dauern. Zwar verändert sich die Bananenschale bereits zu Beginn dieses Prozesses – sie schrumpft etwas, wird schwarz und bekommt eine ledrige Konsistenz – aber so bleibt sie dann eben auch eine ganze Weile.

    Optisches Problem, störend in der Natur

    In erster Linie handelt es sich zunächst um ein optisches Problem. Eine einzelne Bananenschale richtet keinen wirklichen ökologischen Schaden an; die Tiere im Wald lassen die Bananenschalen in der Regel liegen. Aber es sieht nicht schön aus, und wenn viele Menschen viele Bananenschalen einfach wegwerfen würden und die Schalen den Boden bedecken, stört das auch die Natur.

    Tropische Früchte verrotten langsamer als einheimische

    Man hört oft als Gerücht, dass sich auf den Schalen so viel Chemie, Pestizide usw. befinden, dass sie nicht mehr verrotten. Das langsame Verrotten hat aber nichts damit zu tun, dass die Schalen chemisch besonders behandelt wären – auch Biobananen verrotten langsam. Vielmehr gilt die Faustregel, dass gerade die Schalen von tropischen oder subtropischen Früchten langsamer verrotten als andere. Orangen und Zitronenschalen, Ananas, Kiwi, Bananen und Mangos zersetzen sich in unseren Breiten relativ schlecht. Das hat damit zu tun, dass die Früchte in wärmeren Gegenden beheimatet sind. Der biologische Abbau hängt sehr stark von der Temperatur ab. Man kennt das vom Komposthaufen: Im Winter passiert da fast nichts, der biologische Abbau ruht – im Sommer dagegen verrotten Speisereste sehr schnell, weil einfach alles – Bakterien, Pilze usw. – bei Wärme viel aktiver sind. Deshalb legen wir Gemüse in den Kühlschrank – es hält dort länger.

    Natürlicher Schutz vor Schädlingsbefall und Verrottung

    Umgekehrt heißt das: Tropenfrüchte sind von Natur aus an ein warmes, oft auch feuchtes Klima angepasst, in dem es vor Mikroben und Parasiten nur so wimmelt. Deshalb sind sie besonders geschützt und haben auf der Schale Abwehrstoffe, die sie vor Schädlingsbefall bewahren. Die gleichen Abwehrstoffe sind es dann, die später, wenn die Frucht abgefallen ist, den Verrottungsprozess hemmen. Und wenn es so kalt ist wie bei uns, geht das eben besonders langsam. Man kann das mit der Situation beim Tropenholz vergleichen – das wird deshalb so gerne für Gartenmöbel verwendet, weil es recht witterungsresistent ist. Und so ähnlich ist es mit den Schalen von tropischen Früchten.

    Die AfD sagt: Mehr CO2 fördert das Pflanzenwachstum. Stimmt das? Feb 05, 2025
    Show notes

    Zusätzliches CO2 hat "Düngeeffekt"

    Diese These wird von Klimawandel-Skeptikern immer wieder bemüht. Sie findet sich auch im Wahlprogramm der AfD. Dort steht:
    Im Gegenteil erweist sich CO₂ als Treiber eines verstärkten globalen Pflanzenwachstums und begünstigt damit die Welternährung.

    Quelle: Programm der Alternative für Deutschland für die Wahl zum 21. Deutschen Bundestag

    Das klingt auf den ersten Blick plausibel: Pflanzen betreiben Photosynthese, sie verwandeln mithilfe von Sonnenlicht CO2 und Wasser zu Biomasse. Man kann also sagen: CO2 ist die "Hauptnahrung" von Pflanzen – je mehr CO2 in der Luft, desto besser müssten sie also wachsen. Im Labor stimmt das auch, und dieser Effekt wird sogar genutzt. In Gewächshäusern reichert man manchmal die Luft mit CO2 an, sodass die Tomaten besser wachsen. Zusätzliches CO2 hat insofern tatsächlich einen "Düngeeffekt". Es gibt auch eine vielbeachtete Studie, die 2016 zum Ergebnis kam: Der Globus ist insgesamt grüner geworden – die grünen Flächen haben weltweit zugenommen, und die Ursachen dafür liegen zu etwa zwei Dritteln in der erhöhten CO2-Konzentration der Atmosphäre. Auch das klingt wie ein Beweis für die "Dünge-Theorie". Doch die Natur ist etwas komplizierter.

    "Düngeeffekt" im Freiland schwächer als im Labor

    Der CO2-Düngeeffekt wurde wissenschaftlich recht intensiv erforscht. Die wichtigsten Ergebnisse sind: Im Freiland ist er schon sehr viel schwächer als im Labor. Und es kommt sehr auf die Pflanze an. Bestimmte Pflanzen wie Mais oder Hirse können das zusätzliche CO2 gar nicht verarbeiten. Sie wachsen kein bisschen schneller. Andere Pflanzen wie Soja oder Weizen sehr wohl . Aber – auch das wurde gezeigt – das geht dann zulasten der Qualität, der schneller wachsende Weizen enthält weniger Eiweiß. Ernährungsphysiologisch ist das schlecht. Insofern hat mehr CO2, anders als die AfD schreibt, nicht unbedingt eine "positive Wirkung auf die Welternährung".

    Kontraproduktiv im Regenwald: Lianen verdrängen Bäume

    Aber es geht noch weiter: In tropischen Wäldern hat man festgestellt, dass bei einer erhöhten CO2-Konzentration Lianen schneller wachsen und dann andere Pflanzen verdrängen – Bäume zum Beispiel. Bäume sind aber wichtige Kohlenstoffspeicher. Und das zeigt schon, wie schwierig es ist, einfach zu sagen "Die grünen Flächen nehmen zu". Wenn im Regenwald die Bilanz ist: Mehr Lianen, weniger Bäume, dann ist das kontraproduktiv, denn – obwohl ein lianenreicher Wald mehr grüne Blätter haben mag, speichert er dann trotzdem weniger Kohlenstoff.

    Erhöhter Umsatz, aber stagnierender Gewinn

    Bei Bäumen hat man aber noch etwas ganz anderes beobachtet. Es gab Experimente, etwa in der Schweiz, da hat man natürliche Wälder einer erhöhten CO2 -Konzentration ausgesetzt, indem man durch die Kronen perforierte Schläuche gelegt hat, durch die CO2 austritt. Und das über Jahre. Das Ergebnis war: Der Stoffwechsel der Bäume hat sich zwar beschleunigt, sie sind aber trotzdem nicht schneller gewachsen. Die Erklärung war: Die Bäume haben zwar mehr Photosynthese betrieben, konnten also aus dem zusätzlichen CO2 mehr Zucker und Stärke bauen. Aber daraus wurde keine Pflanzenmasse, sondern die Stärke landete im Boden und wurde dort wieder von Mikroorganismen abgebaut. Anders gesagt: Wäre der Wald ein Unternehmen, könnte man sagen: Der Umsatz hat sich durch das zusätzliche CO2 zwar erhöht, der Gewinn dagegen stagnierte.

    Pflanzen leben nicht von CO2 allein

    Und man darf eins nicht vergessen: Keine Pflanze lebt nur von CO2 alleine. Sie kann es nur dann verarbeiten, wenn auch andere Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff ausreichend vorhanden sind. Das ist aber oft nicht der Fall. Der Klimawandel führt in vielen Regionen auch zu verstärkter Trockenheit, und ohne Wasser nützt das zusätzliche CO2 den Pflanzen gar nichts. Im Gegenteil, sie geraten durch den Wassermangel noch eher in Stress.

    Fazit

    Ja, es gibt einen Düngeeffekt durch CO2. Der ist aber kleiner als gedacht und führt insgesamt eher zu einer veränderten Vegetationszusammensetzung. Und was die Welternährung betrifft: Hier werden die möglichen Wachstums-"Gewinne" durch das zusätzliche CO2 durch die anderen Folgen des Klimawandels – unberechenbarere Wetterlagen, mehr Stürme, in vielen Regionen mehr Trockenheit usw. – mehr als zunichte gemacht.

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