Woher stammt die “Quarantäne”? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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Warum löscht Wasser Feuer?
Sep 20, 2025
Show notes
Wasser kühlt
Einfach gesagt: Weil Wasser kühlt. Das überrascht vielleicht, denn intuitiv würden die meisten Menschen wohl denken: Dass Wasser Feuer löscht, liegt daran, dass das Wasser selbst nicht brennbar ist. Und wenn es ein Stück Holz benetzt und durchfeuchtet, kann das nasse Holz aus diesem Grund nicht mehr brennen.
Wasser entzieht dem Feuer Energie
Der eigentliche Grund, warum Wasser Feuer löscht: Wasser entzieht dem Feuer Energie. Nämlich dann, wenn es verdampft. Wasser zum Verdampfen zu bringen, braucht unheimlich viel Energie. Das macht man sich oft nicht klar.
Das liegt an den berühmten Wasserstoffbrücken: Wasser, also H2O, ist eine Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Es sind aber nicht lauter einzelne H2O-Moleküle, die da vor sich hintreiben. Die einzelnen Moleküle hängen durch jene Wasserstoffbrücken stark aneinander: Das wirken sozusagen elektrische Anziehungskräfte zwischen den Wasserstoff- und den Sauerstoffatomen.
Wasserstoffbrücken "sprengen" kostet Energie
Wenn man Wasser verdampfen will, muss man diese Brücken sprengen, und dazu braucht man viel Energie, sprich Wärme: Um einen Liter Wasser zu verdampfen – also um lediglich der Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand herbeizuführen – benötigt man 7-mal so viel Energie wie nötig ist, um die gleiche Menge Wasser von Zimmertemperatur auf 100 Grad Celsius zu erhitzen. Deswegen ist es eine große Energieverschwendung, Wasser im Topf ohne Deckel zum Kochen zu bringen. Da verdampft viel Wasser unnötig, und beim Verdampfen wird mehr Energie verbraucht als durch das reine Erhitzen.
Dieser Effekt greift also auch beim Feuer: Wenn man Wasser über einen brennenden Gegenstand kippt, verdunsten Teile des Wassers, und dabei wird dem heißen Stück Holz oder der Kohle so viel Energie entzogen, dass es für das Feuer nicht mehr reicht. Das ist der entscheidende Grund dafür, dass Wasser zumindest in vielen Fällen Feuer löschen kann.
Wie spannt eine Spinne ein Netz zwischen zwei entfernten Bäumen?
Sep 18, 2025
Show notes
Woher weiß die Spinne, dass da noch ein anderer Stamm ist?
Sie weiß es nicht. Anders als Tarzan, der mit einer Liane in einer Baumkrone steht und die andere schon im Visier hat, hat die Spinne, die auf einem Ast sitzt, keine Ahnung, wie weit der nächste Baum entfernt ist. Deshalb lässt sie es einfach mal darauf ankommen.
Zunächst wartet die Spinne ab, bis ein leichter Wind weht – nur ein leichter, es darf nicht stürmen – streckt ihren Hintern in die Luft, sodass der Spinnfaden austritt. Also ein bisschen wie Rapunzel, nur dass die Spinne nicht ihr Haar herunterlässt, sondern einen Spinnfaden. Der Wind kommt, nimmt den Faden mit und zieht dabei den Faden immer weiter aus der Spinne heraus. Jetzt hat die Spinne entweder Pech, das heißt: weit und breit erwischt sie keinen Anknüpfungspunkt, an dem der Faden hängen bleibt. Das ist aber nicht schlimm: Dann holt sie den Faden einfach wieder ein, recycelt das Material und versucht es unter Umständen von neuem. Oder aber der Faden bleibt tatsächlich an einem benachbarten Baum oder Ast hängen.
Wenn die Spinne merkt, dass Spannung auf den Faden kommt, macht sie weiter und läuft über den Faden ans andere Ende. Das ist natürlich ein Balanceakt, deshalb zieht sie einen Sicherheitsfaden hinter sich her – wenn sie abstürzt, kann sie sich daran wieder hochziehen. Wenn sie aber nicht abstürzt und heil über den Faden ans andere Ende gelangt, hat sie einen ersten Rahmen- oder Brückenfaden, mit dem sie dann weiter machen kann.
Wie weit darf der Nachbarbaum höchstens entfernt sein, damit die Spinne zwischen den Bäumen ein Netz aufspannen kann?
Das hängt von der Spinnenart ab. Das können schon mehrere Meter sein, zumal der Brückenfaden sehr stabil ist. Es gibt sogar Spinnen in Madagaskar – die wurden erst kürzlich wissenschaftlich beschrieben – die regelmäßig Netze produzieren, die ein ganzes Flussufer überspannen. Ausgangspunkt sind auch hier Äste, die über dem Fluss hängen, aber diese Spinne schafft es tatsächlich, über die gesamte Flussbreite ein Netz aufzuziehen und dabei 25 Meter zu überbrücken. Diese Spinnenart heißt Caerostris darwini – einen offiziellen deutschen Namen gibt es noch nicht, in Presseberichten wird sie als "Darwins Rindenspinne" bezeichnet.
Was bei ihr auch bemerkenswert ist: Ihre Spinnseide ist extrem reißfest. Sie ist überhaupt nicht zu vergleichen mit normalen Spinnenfäden, sondern eher so wie die Saiten bei einem Tennisschläger. Die Forscher sagen, es ist das zäheste von der Natur produzierte Material, das bisher bekannt ist. Klar: Es muss ja auch so fest sein. Ein solche großes und schweres Netz, in dem sich dann auch noch richtig große fette Beute-Insekten verfangen, würde ja sonst reißen.
Warum weht der Wind überwiegend aus Westen?
Sep 16, 2025
Show notes
In den mittleren Breiten kommt der Wind meist aus West
Das ist nicht überall auf der Erde so. Aber gerade in den mittleren Breiten, in denen wir leben, kommt tatsächlich der Wind meist aus West. Das hängt zum einen mit der Erddrehung zusammen – also damit, dass sich die Erde von West nach Ost dreht. Zum anderen mit unserer Position auf der Erde.
Im Grenzgebiet zweier Zonen
Wir leben klimatisch in einer Gegend, in der sich immer wieder Hoch- und Tiefdruckgebiete abwechseln – das kennen wir aus dem Wetterbericht. Das liegt daran, dass wir uns in einem Grenzgebiet befinden zwischen zwei Zonen, die sich wie Gürtel um die Erde ziehen. Südlich von uns – in Südeuropa und vor allem Nordafrika – befindet sich eine Hochdruck-Zone. Deshalb ist es in Nordafrika so heiß und trocken. Nördlich von uns dagegen – Richtung Skandinavien, oder allgemein Richtung nördlicher Polarkreis – befindet sich ein Gürtel mit überwiegend Tiefdruckwetterlagen.
Corioliskraft lenkt Luftströmungen ab
Zwischen diesen beiden Zonen – platt gesagt: zwischen der Sahara und dem Polarkreis – herrscht somit tendenziell ein Druckgefälle. Infolgedessen strömen Luftmassen vom Hochdruck- zum Tiefdruckgebiet – das wäre also eigentlich von Süd nach Nord. Diese Luftströmungen werden allerdings nach Osten abgelenkt; Wetterexperten sprechen von der Corioliskraft. Daran ist die Erdrotation schuld, aber auch die Trägheit der Luftmassen.
Und das kommt so: Die Erde dreht sich bekanntlich in 24 Stunden einmal um sich selbst. Angenommen, Sie befinden sich am Äquator – der hat einen Umfang von 40.000 Kilometern. Da Sie sich mit der Erde drehen, bewegt sich jeder Punkt auf dem Äquator – somit auch Sie – faktisch mit einer Geschwindigkeit von 40.000 km pro Tag nach Osten, nämlich einmal um die Erdachse.
Anderswo bewegen sie sich langsamer. Am Äquator sind sie ja weit weg von der Erdachse. Entfernen Sie sich vom Äquator und bewegen sich Richtung Nordpol, rücken Sie immer näher an die Erdachse ran; am Nordpol selbst stehen Sie ja direkt auf ihr. Zwar bewegen wir uns auch in Deutschland an jedem Tag einmal um die Erdachse – nämlich entlang des, sagen wir, 50. Breitengrads. Aber in Kilometern beträgt dieser "Weg" nur 26.000 km – ist also viel kürzer als am Äquator.
Was hat das nun mit dem Wind zu tun? Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Luftmolekül in der Sahara und fliegen nach Norden – weil da der Luftdruck niedriger ist. Sie starten also in Afrika, nicht weit vom Äquator, und haben dort eine relativ hohe Bahn-Geschwindigkeit. Der Standort unter Ihnen – und damit auch Sie – bewegen sich wegen der Erddrehung mit vielleicht 36.000 km pro Tag nach Osten. Diese Geschwindigkeit behalten Sie auf Ihrem Weg nach Norden bei, denn Sie haben, wie jeder Körper, eine Trägheit. Doch kommen sie jetzt in eine Gegend, in der sich die Erdoberfläche verglichen mit Ihnen immer langsamer bewegt. Umgekehrt heißt das: Sie bewegen sich in Relation zur Erde unter Ihnen schneller. Ähnlich wie jemand, der aus einem fahrenden Zug springt. Für einen Beobachter auf der Erde fliegen Sie – als Luftmolekül – Richtung Osten. Und wenn man sich das jetzt in groß vorstellt, mit ganz vielen Luftmolekülen, dann bedeutet das, dass der Wind, der von Süden nach Norden "will", scheinbar nach Osten abgelenkt wird. Der Wind weht dann im Ergebnis von West nach Ost. Das ist der wesentliche Grund, weshalb bei uns der Wind überwiegend aus dem Westen kommt.
Ähnelt die Form von Bäumen ihren Blättern und Früchten?
Sep 15, 2025
Show notes
Ich erinnere mich, dass auch unsere Biolehrerin in der Unterstufe uns genau das auch erzählt hat: Dass also der Apfelbaum eine apfelförmige Krone habe und der Birnbaum eine birnenförmige. Das gehört für mich zu den wenigen Dingen, die ich aus dem Pflanzenkundeunterricht noch in Erinnerung habe. Ich habe jetzt bei verschiedenen Botanikern Meinungen eingeholt. Manche meinten, das sei nur ein alter Volksmythos, an dem nichts dran sei. Solche Ähnlichkeiten zwischen Blatt und Baum oder Frucht und Baum seien reiner Zufall. Mal kommt’s vor, mal aber auch nicht.
Kein Naturgesetz
Bei einer Kastanie etwa sehen die Blätter nicht unbedingt aus wie der Baum, auch nicht bei der Esche mit ihren gefiederten Blättern. Die haben gar keine Ähnlichkeit hat mit dem Erscheinungsbild des gesamten Baums. Also ein echtes Naturgesetz steckt da sicherlich nicht dahinter.
Umweltfaktoren können Blätter und Baumform gleichermaßen prägen
Aber die interessante Frage ist ja: Wenn es solche Ähnlichkeiten gibt, ist das wirklich reiner Zufall oder könnte da irgendein Zusammenhang bestehen? Und da haben mir tatsächlich einige Botaniker eine plausible Erklärung gegeben. Nämlich, dass die äußere Umwelt – also die Klimabedingungen, in der eine Pflanze wächst – einen Anpassungsdruck ausübt, der manchmal Blätter und Krone in die gleiche Form bringt.
Spitze Formen als Schutz vor Schneebruch
Ein Beispiel, das mir der Forstwirt und Botanikprofessor Stefan Ruge aus Rottenburg genannt hat: Nehmen Sie Nadelbäume im Hochgebirge. Die haben in der Regel eine schlanke spitze Krone und einen geraden Stamm, um wenig Angriffsfläche für den Schnee zu bieten – damit es also nicht zum Schneebruch kommt.
Und die gleichen Bäume haben auch schlanke, schmale elastische Nadeln – aus dem gleichen Grund, damit sie nicht unter der Last des Schnees brechen. Das Gleiche mit den Zapfen bzw. Früchten dieser Bäume. Eine große Zapfenoberfläche birgt die Gefahr, dass die Zapfen bei schwerem Schnee abfallen, bevor sie reif sind. Also sind die Zapfen schmal und hängen nach unten.
Trockenheit begünstigt Forrmen mit kleinen Oberflächen
Oder nehmen Sie einen anderen Umweltfaktor: Trockenheit. In trocken-heißen Klimazonen haben vor allem solche Bäume überlebt, die im Verhältnis zum Volumen eine kleine Oberfläche haben, von der wenig Wasser verdunstet, sodass die Pflanzen viel Wasser speichern können. Dieser Selektionsdruck kann sowohl auf den gesamten Baum wirken als auch auf die einzelnen Blätter.
Noch ein drittes Beispiel, das mir Peter Groth von der Universität Konstanz genannt hat: Wenn zum Beispiel beim Baum das Blatt groß ist, dann kann es relativ viel Sonnenlicht einfangen. Außerhalb von Trockengebieten ist es also wichtig, große Blätter zu haben, damit diese viel Sonnenlicht einfangen können. Das Gleiche gilt dann natürlich für den ganzen Baum.
Mit Fantasie lassen sich Ähnlichkeiten erkennen
Über solche Zusammenhänge kann man also manche Ähnlichkeiten erklären, aber man muss auch sagen: Mitunter ist es wirklich Interpretationssache.
Wenn wir Ahorn und Linde nehmen, werden die Meinungen schon auseinandergehen. Hat der Ahornbaum wirklich Ähnlichkeit mit diesem gezackten Blatt? Oder wie ist es bei der Linden? Das Lindenblatt ist vorne recht spitz, der Baum selbst ist oben eher ein bisschen rundlich. Das ist also eher eine Sache der Fantasie, inwieweit man diese Ähnlichkeit sehen will oder auch nicht.
Auf jeden Fall ist es ein interessantes Phänomen und die Erklärungen, die ich gefunden habe, sind ganz hilfreich, um zumindest manche Ähnlichkeiten zu erklären.
Sind Stofftaschentücher unhygienisch?
Sep 14, 2025
Show notes
Der entscheidende Unterschied ist, dass man das Papiertaschentuch nach Benutzung normalerweise wegwirft, das Stofftaschentuch dagegen nicht. Nur deshalb spielt das Material überhaupt eine Rolle.
Virus oder Allergie? Auf die Art des Schnupfens kommt es an
Zusätzlich kommt es auf die Art des Schnupfens an. Bei einem infektiösen Virus-Schnupfen ist Zurückhaltung geboten mit Stofftaschentüchern, die man sich nach Gebrauch in die Hosentasche steckt. Nicht, weil man sich selbst nochmal anstecken könnte. Das passiert nicht. Die Erreger sind ja längst im Körper und der hat schon angefangen, Abwehrkräfte dagegen zu entwickeln. Da machen ihm die paar zusätzlichen Keime im Taschentuch auch nichts mehr aus. Anderen Menschen allerdings schon. Ein benutztes Taschentuch in der warmen Hosentasche ist ein Paradies für Krankheitserreger. Wenn man es zum nächsten Schnäuzen aus der Tasche holt, wedelt man die Keime unter Umständen durch die Luft und stecken andere Menschen an.
Heuschnupfen ist nicht ansteckend
Anders ist es bei Allergien: Heuschnupfen ist nicht ansteckend. Ebenso wenig eine winterliche Triefnase, die einfach nur auf Kälte reagiert, bei der aber keine Krankheitserreger im Spiel sind. In solchen Fällen kann man guten Gewissens zum Stofftaschentuch greifen. Sicherheitshalber sollte man aber auch die regelmäßig waschen – und wenn man auf Nummer sicher gehen will – bügeln. Kein Witz! Nicht aus Ordnungsliebe, sondern weil das Bügeln mögliche Keime, die die 60-Grad-Wäsche überlebt haben, auf jeden Fall vernichtet.
Warum wird das Wasser knapp? Es gibt doch einen geschlossenen Wasserkreislauf
Sep 13, 2025
Show notes
Wenn von Wasserknappheit die Rede ist, geht es meist um einzelne Regionen; das kann mal Kalifornien sein, mal Ostafrika. An manchen Stellen ist der Wassermangel chronisch – mit der Folge, dass große Binnengewässer wie etwa der Aralsee oder das Tote Meer austrocknen. In all diesen Fällen hat das nichts damit zu tun, dass sich die Gesamtmenge an Wasser auf dem Globus ändern würde. Ausschlaggebend ist vielmehr die Verteilung des Wassers.
Klimawandel: Wüstenzone Nordafrikas hat sich nach Südeuropa ausgedehnt
Das kann zum einen mit dem Klima zusammenhängen. Weltweit gesehen nehmen die Niederschläge infolge des Klimawandels tendenziell zu – der Wasserkreislauf wird beschleunigt, es verdunstet mehr und infolgedessen regnet es auch mehr. Nur regnet es eben nicht überall auf der Erde gleichmäßig, sondern an manchen Stellen mehr, an anderen weniger.
Selbst wenn übers Jahr gesehen die Niederschläge in einer Gegend gleich bleiben, kann es passieren, dass es mal wochenlang nicht regnet – dann herrscht dort Wasserknappheit. Durch den Klimawandel beispielsweise hat sich die Wüstenzone Nordafrikas schon nach Südeuropa ausgedehnt, sodass dort das Wasser verstärkt knapp ist. Anderswo auf der Erde regnet es dafür mehr. Kurz: Regionale Wasserknappheit kann einfach durch eine ungünstige Verteilung der Niederschläge entstehen.
Landwirtschaft und Wassernutzung haben großen Einfluss auf Wasserknappheit
Ein aber fast noch wichtigerer Auslöser für Wasserknappheit ist die Art der Wassernutzung. Warum trocknet der Aralsee aus? Weil riesige Mengen an Wasser, die früher in den See geflossen sind, abgezweigt werden zur Bewässerung der Baumwollplantagen. Und alles Wasser, das ich für Landwirtschaft verwende, geht in dem Sinne verloren, dass es nicht mehr für andere Zwecke zur Verfügung steht – auch nicht als Trinkwasser.
Natürlich transpirieren die Baumwollpflanzen das Wasser, das sie zum Wachsen benötigen auch wieder in die Atmosphäre – aber es regnet dann eben nicht über dem Aralsee nieder – wo es normalerweise hingeflossen wäre – sondern anderswo. Das ist global gesehen das Problem: Eine immer größere Menschheit benötigt immer größere Ackerflächen. Deshalb wird immer mehr Regenwasser oder Flusswasser zur Bewässerung von Pflanzen eingesetzt. Es verdunstet, gleichzeitig sinkt der Grundwasserspiegel – so entsteht Wasserknappheit.
Was ist ein Klartraum?
Sep 08, 2025
Show notes
Bewusstsein austesten – mit luziden Träumen
Klarträume oder luzide Träume, im Englischen lucid dreams, werden als Träume definiert, in denen man während des Traums weiß, dass man träumt. Man hat also die normale Traumwelt, wie man sie kennt.
Im normalen Traum denkt man, dass man wach ist. Das, was man erlebt, ist genauso real wie im Wachzustand. Bei den Klarträumen kommt das Bewusstsein dazu, dass man träumt.
Geübte Klarträumer können tatsächlich sagen: Okay, wenn es ein Traum ist, dann kann ich jetzt auch mal hochspringen und wegfliegen oder was anderes machen – Sport üben oder Albträume bewältigen, einfach Spaß haben. – Deshalb ist es auch gerade bei jungen Leuten sehr populär, weil man da ein bisschen sein eigenes Bewusstsein austesten kann. Das empfehle ich auch, weil es viel besser ist, als irgendwelche Drogen zu nehmen, denn man hat keinen Kater, wenn man morgens aufwacht.
Wie viele Menschen können Klarträume erleben?
50 Prozent einer repräsentativen Studie in Deutschland hatten schon einmal mindestens einen Klartraum, also einen einzigen in ihrem ganzen Leben. Die Gruppe der „natürlichen Klarträumer“, wie wir sagen, die häufiger Klarträume hat, ist relativ klein. Weniger als 5 Prozent haben Klarträume und dann eben solche Erlebnisse. Aber wir wissen: Man kann das üben und damit die Klartraum-Häufigkeit erhöhen.
An welchem Tag haben die meisten Menschen Geburtstag?
Sep 03, 2025
Show notes
Tendenz: Frühherbst
Ich habe drei Statistiken gefunden, zwei aus den USA und eine aus Österreich: Schon die Zahlen aus den USA widersprechen sich ein wenig. Zum einen gab es die Statistik der (inzwischen eingestellten) Internetseite anybirthday.com. Das war eine Seite, die man u. a. als Erinnerungskalender nutzen konnte, um Geburtstage von Freunden und Angehörigen nicht zu vergessen. Nach der Statistik dieser Seite ist der Rekordhalter der 5. Oktober. Diese Daten beruhen allerdings auf freiwilligen Angaben von Millionen von Nutzern. Daneben hat die New York Times eine Statistik der Geburten zwischen 1973 und 1999 veröffentlicht. Dort stand der 16. September auf Platz 1.
Nach der österreichischen Studie – sie beruht auf amtlichen Zahlen – gibt es ebenfalls eine Häufung von Geburten im frühen Herbst. Allerdings ist da der häufigste Geburtstag am 22. September.
Weihnachtszeit inspiriert möglicherweise zur Familiengründung
Auf jeden Fall zeigen die Zahlen sehr schön einen Anstieg bei den Geburten zwischen Juli und Oktober. Und Ende September/Anfang Oktober kommen bis zu 15 Prozent mehr Kinder auf die Welt als im Jahresdurchschnitt. Wenn wir 9 Monate zurückzurechnen, stellen wir fest, dass diese Kinder vor allem in den Weihnachtsferien gezeugt wurden. Wenn man es noch genauer macht und die Durchschnittsdauer einer Schwangerschaft von 266 Tagen ansetzt, landet man ausgehend vom 22. September ziemlich genau bei Neujahr. Nun kann man spekulieren, ob an diesem Tag viele Menschen schon einen ersten guten Vorsatz fürs neue Jahr umsetzen wollen oder ob generell die Weihnachtszeit eine überdurchschnittliche Zahl von Leuten zur Familiengründung inspiriert.
Was die Geburten in Deutschland betrifft, weist das statistische Bundesamt nur eine Monatskurve aus – der Trend ist ähnlich.
Anmerkung zur Grafik: Die Zahl 1.000 für den Jahresdurchschnitt bedeutet nicht, dass im Schnitt 1.000 Kinder pro Tag geboren werden. Vielmehr dient die Zahl der Vergleichbarkeit – die Bevölkerung und damit die Geburten schwanken ja von Jahr zu Jahr. Deshalb wurden jeweils die Geburtenzahlen jedes Jahres auf "1.000" heruntergerechnet, um die Häufigkeiten vergleichbar zu machen.
Die Kurve verdeutlicht auch sehr schön, dass sich die Kurven über die Jahre verändern. Früher in der Zeit vor der Pille sind in Deutschland die meisten Kinder noch im März/April geboren worden. Man könnte sie als Produkte von starken "Frühlingsgefühlen" im Vorjahr deuten. Zwar gab es auch damals schon eine zweite kleine Spitze im September, aber erst in den letzten Jahrzehnten wurde der September zum geburtenstärksten Monat.
Wie nannte man das "Mittelalter" im Mittelalter?
Sep 02, 2025
Show notes
Die Zeit zwischen Altertum und Neuzeit
Wir können heute vom Mittelalter sprechen, weil wir in der "Neuzeit" leben. Aber natürlich hat um 1000 n. Chr. niemand gesagt, "Ich lebe im Mittelalter." – Der Begriff ergibt nur Sinn aus der Perspektive einer späteren Zeit, die sich selbst als "Neuzeit" definiert hat.
Für uns beginnt die "Neuzeit" mit der Renaissance und der Rückbesinnung auf das Erbe der Antike. Dadurch ergibt sich die etablierte Dreiteilung. Es gibt das Altertum – die "gute alte Antike", also die Zeit bis zum Ende des Römischen Reiches; es gibt die "Neuzeit" – eben die Zeit ab der Renaissance. Man kann auch sagen: Die Zeit seit der europäischen Expansion nach Amerika, Asien und Afrika. Und die Zeit zwischen Altertum und Neuzeit nannte man dann einfach Mittelalter.
Augustinus: sechs Zeitalter vom Anfang bis zum Ende der Welt
Im Mittelalter sprach man nicht vom Mittelalter, man sah sich aber auch nicht als Neuzeit. Zumindest in der Welt der Kirche hatte man eine ganz andere Zeitrechnung, nämlich die von den sechs bzw. sieben Weltzeitaltern. Die Idee geht zurück auf den Heiligen Augustinus, der im fünften Jahrhundert lebte. Augustinus formulierte die Theorie, dass vom Anfang bis zum Ende der Welt sechs Zeitalter vergehen, jedes 1.000 Jahre lang. Und nach dieser Theorie lebten die Menschen in der Zeit, die wir heute Mittelalter nennen, im sechsten und damit letzten Weltzeitalter – das heißt, man steuerte aufs Ende der Welt und somit aufs Jüngste Gericht zu.
Wie ist Augustinus darauf gekommen?
Die Grundlage für seine Theorie war eine Stelle aus dem 2. Brief des Petrus, wo es heißt, dass "beim Herrn ein Tag wie 1.000 Jahre und 1.000 Jahre wie ein Tag sind". Also: 1000 Jahre sind mit einem Tag zu vergleichen.
Nun steht in der Bibel, Gott habe die Welt in sechs Tagen erschaffen. Der Analogieschluss war nun: Wenn man einen Tag mit 1.000 Jahren gleichsetzt, und in dieser Sechs-Tages-Logik denkt, kommt man auf 6.000 Jahre. Diese Zahl passte wiederum ganz gut zu den Zeitangaben in der Bibel. Da steht ja genau drin, wer von wem abstammt und wer wie lange gelebt hat. Als die frühen Christen das bis Adam zurückrechneten, haben sie ermittelt, dass von Beginn der Welt grob 5.000 Jahre vergangen sind. Und so kam die Theorie: 5.000 Jahre entsprechen fünf Zeitaltern von je 1.000 Jahren. Diese Rechnung steht im Gegensatz zu der, die dem jüdischen Kalender zugrunde liegt und die Schöpfung im Jahr 3761 Jahre v. Chr. ansetzt.
Letztes Zeitalter beginnt nach Augustinus mit Christi Geburt
Das erste Zeitalter dauerte von Adam bis zur Sintflut. Das zweite von der Sintflut bis zu Abraham – und so ging das weiter. Das fünfte Zeitalter wiederum endete laut Augustinus schließlich mit der Ankunft von Jesus Christus. Und also begann damit auch das sechste und letzte Zeitalter. Eben das christliche Zeitalter – Aetas Christiana. Und wenn das vorbei ist, dann – so die Vermutung – kommt der Jüngste Tag. Und das war’s dann.
Renaissance: Mittelalter wird als Mittelalter definiert
Doch der Jüngste Tag kam dann doch nicht, die Welt drehte sich weiter und so verschwand diese Art der Zeitrechnung in der Versenkung – bis in der Renaissance das Mittelalter als "Mittelalter" definiert wurde.
Wie misst man das Gewicht eines Schiffes – beispielsweise der "Titanic"?
Sep 02, 2025
Show notes
Man kann sich kaum vorstellen, dass man dieses Schiff wirklich an eine Waage gehängt hat. Aber man kann ein Schiff ganz einfach "wiegen", indem man die Auftriebskraft nutzt – also den Grund, warum ein Schiff überhaupt schwimmt.
Die Auftriebskraft kompensiert die Gewichtskraft. Sie ist also genauso groß wie das Gewicht des Schiffes. Nun gilt das Prinzip des Archimedes – das Prinzip ist also schon mehr als 2.000 Jahre bekannt: Die Auftriebskraft ist genauso groß wie die Masse der vom Schiff verdrängten Flüssigkeit.
Auftriebskraft = Gewicht
Da die Auftriebskraft gleich der Gewichtskraft ist, muss man diese messen. Dazu müssen Sie wissen, wie viel Wasser die Titanic verdrängt. Das können Sie sich folgendermaßen überlegen:
Die Titanic war 269 Meter lang und im Durchschnitt 20 Meter breit. Vorne war sie etwas schlanker, in der Mitte etwas breiter, aber im Durchschnitt 20 Meter breit. Sie hatte 10 Meter Tiefgang. Wenn Sie diese drei Zahlen miteinander multiplizieren, kommt 53.800 raus.
Jetzt müssen Sie nur noch wissen, dass 1 Kubikmeter Wasser eine Tonne wiegt. Das ergibt 53.800 Tonnen.
Ein Liter Wasser wiegt ein Kilogramm
Ein Liter entspricht sozusagen 10 x 10 x 10 Zentimeter – wie ein kleiner Würfel. Den müssen Sie in jeder Dimension um zehn verlängern. Das heißt, da kommt ein Faktor 1.000 raus. Also ist eine Tonne = 1.000 Kilo und 1.000 Kilo entsprechen einem Kubikmeter.