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    Radiowissen

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    Latest Episodes:
    Misogynie - Die Abwertung des Weiblichen Nov 25, 2024
    Show notes

    Misogynie hat viele Gesichter - und eine lange Geschichte. Seit der Antike wurde die Frau als unvollkommenes, defizitäres Wesen betrachtet, heute nimmt der Frauenhass gerade starke Frauen ins Visier. Von Beate Meierfrankenfeld (BR 2020)

    Credits
    Autorin dieser Folge: Beate Meierfrankenfeld
    Regie: Christiane Klenz
    Es sprachen: Katja Bürkle, Shenja Lacher, Beate Himmelstoß
    Technik: Roland Böhm
    Redaktion: Bernhard Kastner

    Das Manuskript zur Folge gibt es HIER.

    Interviewpartner/innen:
    Prof. Dr. Andrea Geier, Literaturwissenschaftlerin (Universität Trier);
    Nicole Schöndorfer, Feministin, Journalistin (Wien);
    Jasna Strick, Autorin, Feministin, Aktivistin (Berlin)

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    Frauenberufe um 1900 - Aufbrüche und Grenzen
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    Anita Augspurg - Eine radikale Feministin und Pazifistin
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    Das Fräulein vom Amt - Am Nerv der Zeit
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    Linktipp:

    Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischen Rundfunks.
    EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte

    Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.
    RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek:
    ARD Audiothek | RadioWissen
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    Creative Writing - Kann man Schreiben lernen? Nov 25, 2024
    Show notes

    Kann man literarisches Schreiben lernen oder braucht es hier eine angeborene Begabung? In den USA gibt es zahlreiche Studiengänge für creative writing, in Deutschland kaum. Dafür werden viele Schreibwerkstätten für Amateure angeboten. Denn Schreiben kann auch therapeutisch sein. Autorin: Silke Wolfrum (BR 2023)

    Credits
    Autorin dieser Folge: Silke Wolfrum
    Regie: Ron Schickler
    Es sprachen: Katja Amberger, Katja Bürkle
    Technik: Tim Höfer
    Redaktion: Susanne Poelchau

    Das Manuskript zur Folge gibt es HIER.

    Interviewpartner/innen:
    Hanns-Josef Ortheil, Autor, Professor für kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim;
    Dr. Silke Heimes, Autorin, Ärztin, Poesietherapeutin, Professorin für Journalistik

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    Narrativ und Storytelling - Moderne Erzähltheorien
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    Schreibblockaden - Der Kampf um den ersten Satz
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    Literaturtipps:

    Barbara Glindemann (2001): Creative Writing in England, den USA und Deutschland. Kulturelle Hintergründe, Literaturwissenschaftlicher Kontext, institutioneller Bezug. Peter Lang.

    Silke Heimes (2022): Therapeutisches Schreiben bei Depressionen. Ein Arbeitsbuch. W. Kohlhammer GmbH.

    Silke Heimes (2020): Ich schreibe mich schlank. dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co.

    Silke Heimes (2016): Du – Ich – Wir. Kreatives Schreiben für die Liebe. Vandenhoeck & Ruprecht.

    Hanns-Josef Ortheil (2017): Der Stift und das Papier. btb Verlag.

    Hanns-Josef Ortheil (2011): Die Erfindung des Lebens. btb Verlag.

    Hanns-Josef Ortheil (2001): Das Element des Elephanten. Luchterhand.

    Oliver Ruf (2016): Kreatives Schreiben. Eine Einführung. A. Francke Verlag.

    Jürgen vom Scheidt (2006): Kreatives Schreiben – HyperWriting. Texte als Wege zu sich selbst und zu anderen. Allitera Verlag.

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    RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek:
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    Schwarmintelligenz - Was kann das Kollektiv? Nov 25, 2024
    Show notes

    Wenn sich Fische zu einem Schwarm zusammenfinden, um den Attacken eines Fressfeindes zu entgehen, spricht man von kollektiver Intelligenz. Auch der Mensch kann kognitive Probleme unter bestimmten Bedingungen im Schwarm besser lösen als der beste Experte allein. Was kann er von Vögeln, Bienen und Ameisen lernen? Autorin: Roana Brogsitter (BR 2023)

    Credits
    Autorin dieser Folge: Roana Brogsitter
    Regie: Kirsten Böttcher
    Es sprachen: Sven Hussock, Susanne Schroeder
    Technik: Michael Krogmann
    Redaktion: Nicole Ruchlak

    Das Manuskript zur Folge gibt es HIER.

    Interviewpartner/innen:
    Prof. Jens Krause, Verhaltensbiologe Humboldt Universität Berlin und Leibniz Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei;
    Prof. Sanaz Mostaghim, Informatikerin Institut für Intelligente Kooperierende Systeme Universität Magdeburg;
    Prof. Christoph Bieber, Politikwissenschaftler Center for Advanced Internet Studies

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    Intelligente Krähen - Tierische Werkzeugbauer
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    Ameisen - Staatenbildende Insekten der Superlative
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    Linktipp:

    In der Gruppe schlauer: Die Schwarmintelligenz
    Tiere sind im Schwarm oft schlauer – aber wie machen sie das? Mehr dazu in der TV-Doku von „W wie Wissen“.
    JETZT ANSEHEN

    Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion:

    Kinder der Flucht – Frauen erzählen
    Podcastserie mit 4 Folgen | ARD Audiothek
    Was bedeutet es, die Heimat zu verlassen? Wie kann das Ankommen gelingen?
    Shahrzad Osterer präsentiert die bewegenden Geschichten von vier Frauen und Müttern, deren Leben von einer Flucht geprägt wurde.
    JETZT IN DER ARD AUDIOTHEK HÖREN

    Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.
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    ARD Audiothek | RadioWissen
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    Franziska zu Reventlow - Schriftstellerin, Rebellin und Freigeist Nov 21, 2024
    Show notes

    Franziska zu Reventlow - sie war Mythos und Skandal zugleich: Die Schriftstellerin, Malerin und Übersetzerin wurde Mittelpunkt der Schwabinger Künstlerkreise um 1900, galt als Verkörperung erotischer Rebellion und bohèmehaften Lebens. Empörend und vorbildhaft: als frühe Inkarnation weiblichen Selbstbewusstseins. Von Frank HalbachCreditsAutor und Regie dieser Folge: Frank HalbachEs sprachen: Christiane Roßbach, Stefan Merki, Ines HollingerTechnik: Simon LobenhoferRedaktion: Susanne Poelchau Im Interview:Ulla Egbringhoff, Publizistin und Reventlow-BiographinDiese hörenswerten Folgen von Radiowissen könnten Sie auch interessieren: Karl Wolfskehl - Der Zeus von Schwabing muss ins Exil HIER Bayern zwischen den Kriegen - Von der Boheme zu Barbarei HIER Die Geierwally - Von der Malerin zum Mythos HIER Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion: Noch mehr Interesse an Geschichte? Dann empfehlen wir:ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN Literatur: Ulla Egbringhoff: Franziska zu Reventlow. Reinbek bei Hamburg 2000.Kerstin Decker: Franziska zu Reventlow. Eine Biografie. Berlin 2018. Franziska zu Reventlow: Herrn Dames Aufzeichnungen. Begebenheiten von einem merkwürdigen Stadtteil. München 1913.Franziska zu Reventlow: Der Geldkomplex. Meinen Gläubigern zugeeignet. München 1916. Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek:ARD Audiothek | RadiowissenJETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER. Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript: ZITATORIN Das Gefühl von Glück und Fülle ist ganz unabhängig von wirklichem Erleben? Aber in welcher Sphäre liegt es dann, und warum ist es manchmal in uns und manchmal wieder unerreichbar? ERZÄHLERIN Franziska zu Reventlow: „Ein Leben, das eins von denen ist, die erzählt werden müssen, dass man es vor allem den jungen Mädchen und jungen Männern erzählen muss, die das Leben anfangen wollen und nicht wissen wie.“, meinte der Lyriker Rainer Maria Rilke. ZITATORIN (ernsthaft) Ich darf nur lieben, aber niemals jemanden gehören! SPRECHER (sensationslüstern) Die Skandalgräfin von Schwabing war eine Virtuosin der freien Liebe! MUSIK ENDE MUSIK Z8022611 128 „Alphaville“; ZEIT: 01:00 ERZÄHLERIN Franziska zu Reventlow war alleinerziehende Mutter, Symbolfigur der sexuellen Revolution, Vorbotin des intellektuellen Prekariats und lange Zeit eine viel zu wenig beachtete Schriftstellerin. ZITATORIN (erfüllt) Vielleicht brächte ich es soweit, in Glanz zu leben, aber ich hätte dann alles andere nicht, meine absolute Freiheit und mein Leben für mich. ERZÄHLERIN Sie setzte Maßstäbe eines ungebundenen Lebens, brach mit den Konventionen des Kaiserreiches und mit ihrer Familie. Sie empörte - und begeisterte als Verkörperung eines neuen weiblichen Selbstbewusstseins. „Vielleicht die erste Frau von heute“, meinte die Kolumnistin und Kritikerin Kerstin Decker. ZITATORIN (heiter) Eigentlich ist jeder Tag wie eine große Schlacht mit vielen Lichtblicken. MUSIK ENDE O-Ton 1 Egbringhoff (01:54) Franziska zu Reventlow war schon in ihrer Jugend sehr auf Freiheit bedacht. ERZÄHLERIN Erläutert die Autorin , Ulla Egbringhoff, die mehrfach zu Autorinnen der Jahrhundertwende veröffentlicht und eine Monographie zu Franziska zu Reventlow für den Rowohlt-Verlag geschrieben hat. O-Ton 2 Egbringhoff (02:10) Sie ist dann ins Internat gekommenen, ein Mädchenstift, damit sie sich bessert. Auch dort war sie schon von Anfang an renitent und hat einmal in ihrem Kleiderschrank geschrieben: MUSIK privat Track 014 „Das Gedicht“; Album: Oktoberfest 1900; Label: 2Lane Records; Interpret: Michael Klaukien; Komponist: Michael Klaukien; ZEIT: 00:12 ZITATORIN (unbeirrbar, zu sich) Ich habe nie das Knie gebogen – den stolzen Nacken nie gebeugt. MUSIK ENDE O-Ton 3 Egbringhoff (02:40) Dieser Widerstand gegen Restriktionen und Eingrenzungen hat durchaus ihr Leben bestimmt. Und das war in ihrer Familie nicht gern gesehen. Und selbst in ihrer Familie wurde sie zum Skandal. Als sie dann in jungen Jahren nach München ging und in die Münchner Bohème ging, da fiel sie auch sehr auf mit ihrem Freiheitsdrang, der sich darin ausdrückte, dass sie als geschiedene Frau, als ledige Mutter ein Kind bekommen hat. Sie hat immer verheimlicht, wer der Vater des Kindes war, und das war natürlich skandalös. MUSIK privat Track 014 „Das Gedicht“; Album: Oktoberfest 1900; Label: 2Lane Records; Interpret: Michael Klaukien; Komponist: Michael Klaukien; ZEIT: 01:47 ERZÄHLERIN Geboren am 18. Mai 1871 in Husum wird sie getauft auf den Namen: Fanny Liane Wilhelmine Sophie Adrienne Auguste Comtesse zu Reventlow. Die Mutter versucht ihre Tochter gemäß des Frauenbilds des 19. Jahrhunderts zu erziehen. Das bedeutet: Anpassung bis zur Selbstverleugnung und das Unterdrücken jeglichen eigenmächtigen kreativen Ausdruckswillens. Um das durchzusetzen sind Schläge an der Tagesordnung. ZITATORIN (verletzt, sarkastisch) Nicht einmal die Hunde bekamen so viele Prügel. – Mama hatte die Hunde wohl auch viel lieber. ERZÄHLERIN Die Prügel haben nicht den gewünschten Erfolg. Und der Aufenthalt im Internat, im Freiadeligen Magdalenenstift in Altenburg auch nicht. Die Stiftpröbstin macht in Fanny einen schädlichen Einfluss auf die Mädchen aus. ZITATORIN Die Sünde ist unter euch wie ein fressender Eiter. SPRECHER Nach dem Rauswurf aus dem Internat verbrachte Fanny viel Zeit bei ihrer Tante Liane von Qualen, der jüngeren Schwester ihrer Mutter, in Wulfshagen, im Kreis Eckernförde. ERZÄHLERIN Ganz im Gegensatz zu ihrer Schwester ist Tante Liane sehr interessiert an Kunst und Literatur. In Fanny wächst der Wunsch Malerin zu werden und sie erhält Unterricht von Fräulein Heine, die zu Fannys Vorbild wird. SPRECHER Doch 1888 soll Fanny wieder nach Hause kommen – der Vater hat beschlossen mit der Familie nach Lübeck zu ziehen. ERZÄHLERIN Doch der Same ist gesät: Kunst ist für Fanny gleichbedeutend geworden mit: ZITATORIN Leben! Ein Traum von immerwährender Glückseligkeit MUSIK ENDE O-Ton 4 Egbringhoff (05:23) Das war ihr ganz großes Ziel, schon sehr früh, Künstlerin zu werden. Als sie dann in Lübeck gewesen ist, war sie dann verlobt mit einem Juristen. Und der Jurist, Herr Lübke, hatte ihr dann auch ermöglicht, Unterricht zu nehmen in München. MUSIK Z8042026 113 „Goldstein“; ZEIT: 02:02 SPRECHER Ende des 19. Jahrhunderts war München zu einer der bedeutendsten Kunstmetropolen Europas aufgestiegen. München leuchtete: ERZÄHLERIN Die bayerische Hauptstadt lockte Malerinnen und die, die es werden wollten, an die Isar. SPRECHER Ein Studium an einer staatlich und künstlerisch anerkannten Akademie war Frauen damals freilich verboten. Die vielen Künstler Münchens aber boten gerne privaten Unterricht an. ZITATORIN (glücklich) Das Arbeiten in unserem großen kühlen Atelier, und dann wieder in die Sonne hinaus, den ganzen Tag sein eigner Herr sein, keinen Moment des Tages sich nach anderen richten zu müssen! So habe ich mir’s geträumt, das ist endlich die Luft, in der ich leben kann. Mein Gott, und jetzt muss ich arbeiten, arbeiten bis aufs Blut und dann fasst mich der Jammer an um all die verlorene Zeit, was für Jahre hätte ich schon arbeiten können. SPRECHER Klagt die 22-jährige Fanny. In der Malschule von Anton Ažbé in der Georgenstraße, wo auch so prominente Künstler wie Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky ausgebildet wurden, beginnt Fanny ihr Bohème-Leben. Zunächst noch recht sorglos, finanziert von ihrem Mann Walter von Lübke. Fotos aus der Zeit zeigen eine kleine, zierliche hübsche junge Frau. ERZÄHLERIN „Ihr Äußeres von strahlendem Reiz und das Herz erfüllt von der Schönheit des Lebens und von der Sehnsucht nach einer schönen freien Menschenwelt.“, wird Erich Mühsam später schreiben. Und Annette Kolb meinte: „Ihre Augen waren wunderschön. Ihr Zynismus kannte keine Grenzen, doch immer alles mit Grazie.“ SPRECHER Ihre materiellen Mittel sind bescheiden – nicht nur weil die Schulgebühren und die Malutensilien teuer sind, sondern wohl auch weil sie mit Geld recht unbekümmert umgeht. Ulla Engbringhoff: MUSIK ENDE O-Ton 5 Egbringhoff (07:36) Sie hat Unterricht genommen, sie hat gemalt, aber sie musste immer wieder feststellen, dass ihr Talent doch nicht so groß war. So hat sie es auch selber immer wieder geschrieben, in ihren Tagebüchern: Ach, ich habe schon wieder gepatzt et cetera. Es sind leider auch nur sehr wenige Bilder von ihr erhalten, sodass wir uns kein richtig gutes Bild machen können, wie erfolgreich sie als Künstlerin vielleicht hätte werden können. MUSIK Z8042026 212 „Goldstein Reprise“; ZEIT: 01:44 ZITATORIN (drängend) Es gibt so vieles, was man gerne künstlerisch gestalten möchte und es wenigstens doch in der Malerei nicht ausdrücken kann. Da drängt es mich mächtig dazu, es zu schreiben. SPRECHER Tatsächlich verfasst Fanny bald kleinere literarische Texte, die in den „Husumer Nachrichten“ veröffentlicht werden. ERZÄHLERIN Die Künstlerin Fanny zu Reventlow sucht Nähe zu anderen Künstlern, die sie in den Künstlerkreisen der Schwabinger Bohème findet. ERZÄHLERIN Die Freiheit, die sie hier kennenlernt, wird Fanny fortan nicht mehr aufgeben. SPRECHER Ihre Ehe mit dem Gerichtsassessor Walter Lübke wird wegen fortgesetzten Ehebruchs Franziskas geschieden. ERZÄHLERIN Sie führt ein Bohèmeleben. SPRECHER Geprägt von Geldnot, von Krankheit und mehreren Fehlgeburten. ZITATORIN (überzeugt) Und doch ist dieses Künstler-Bohèmeleben das Beste von meinem ganzen bisherigen Leben gewesen: Es ist wenigstens frei, ganz frei! ERZÄHLERIN Fanny lehnt Bürokratie, Aristokratie, den geld- und fortschritts-gläubigen, nationalistischen, militaristisch wilhelminischen Gründergeist und die Erziehung junger Frauen zu „höheren Töchtern“ kategorisch ab. SPRECHER Am 1. September 1897 wird ihr Sohn Rolf geboren. ZITATORIN (erfüllt, doch ungläubig) Mein Kind, endlich mein Kind, o mein Gott, mein Kind. Alles hängt an ihm, all meine Liebe und all mein Leben, und die Welt ist wieder herrlich für mich geworden, wieder Götter und Tempel und der blaue Himmel darüber. MUSIK ENDE SPRECHER Den Namen des Vaters verschweigt die Reventlow zeitlebens. ZITATORIN „Bubi“, „Maus“, „Göttertier!“ ERZÄHLERIN Franziskas Tagebuch ist voll von rührenden mütterlichen Glücksbekundungen. Sie begegnet ihrem Sohn mit solcher Liebe, als müsse sie all die Verbrechen gutmachen, die an ihr als Kind begangen wurden. Rolf Reventlow schreibt später in seiner Autobiografie: SPRECHER Das Fehlen eines Vaters bedeutete keine Lücke in meiner Kindheit, in diesem recht ungeordneten, aber von mütterlicher Liebe durchglühten Kinderleben. ERZÄHLERIN Ihren Unterhalt verdient Franziska mit literarischen Übersetzungen und kleineren schriftstellerischen Arbeiten für Zeitschriften und Tageszeitungen wie den „Simplicissimus“, die „Neue Deutsche Rundschau“ oder die „Münchner Neueste Nachrichten“. Außerdem tritt sie nach etwas Schauspielunterricht 1898 eine Zeit lang am Theater am Gärtnerplatz sowie im Akademisch-Dramatischen Verein des jungen Otto Falckenberg auf. SPRECHER Ihre anderen Jobs: Hilfsköchin, Glasmalerin, Messehostess, Prostituierte und das Schnorren… ERZÄHLERIN …die Spenden ihrer männlichen Bekanntschaften. SPRECHER Von denen sie in der Münchner Künstlerszene reichlich hatte. Sie verkehrte mit Theodor Lessing, Friedrich Huch, Erich Mühsam, Oskar Panizza, Frank Wedekind, Rainer Maria Rilke… ERZÄHLERIN Vor allem aber dem sogenannten Kosmiker-Kreis um Karl Wolfskehl, Ludwig Klages und Alfred Schuler…, SPRECHER …die die Reventlow wegen ihrer erotischen Freizügigkeit und ihres unehelichen Kindes zur „heidnischen Madonna“ und „Wiedergeburt der antiken Hetäre“ stilisieren. Fanny gelang es im Gegenzug, Klages zu überreden, die Vormundschaft für Rolf zu übernehmen, da das Gesetz einen gesetzlichen Vormund verlangte. ERZÄHLERIN Der Vorname „Fanny“ ist in Bayern die gängige Abkürzung für Franziska. Was dazu führt, dass Rilke und Klages Fanny in Briefen zur „Francisca“ veredeln. ZITATORIN (heiter) Die kleine Fanny aus Husum und die große Franziska in München. ERZÄHLERIN Ihre Erlebnisse in der Münchner Künstlerszene destilliert Franziska in ihrem humoristischen Schlüsselroman „Herrn Dames Aufzeichnungen“, der in „Wahnmoching“ spielt. O-Ton 6 Egbringhoff (12:56) Dieser Roman ist 1913 erschienen. Er erzählt aber von Ereignissen, die so um 1903, 1904 geschehen sind. Und der Titel Wahnmoching - man assoziiert vielleicht Wahnfried, das wäre aber zu wagnerisch gewesen - und Moching, das ist natürlich den Münchnern und Münchnerinnen eher bekannt als den Norddeutschen. Dass es eben Ortschaften gibt wie Feldmoching und so weiter. Und es heißt, so hat Rolf Reventlow, ihr Sohn, es später erzählt, dass er auf diese Kombination gekommen sei. Wahnmoching als Bezeichnung für diesen Stadtteil Schwabing. In Schwabing, in Wahnmoching spielt diese Geschichte von „Herrn Dames Aufzeichnungen“. Einfacher Plot: Ein junger Mann unbedarft, kommt nach Wahnmoching, um fürs Leben zu lernen, und staunt dann sehr ausführlich und mit großen Augen, was da so geschieht, denn er kommt dieser junge Mann, Herr Dame, in den Kreis, in dem sich auch Franziska zu Reventlow bewegt hat: in den Kreis der Kosmiker und in den Kreis, wo auch Stefan George sich zeitweilig aufhielt. SPRECHER Stefan George, der sich „Meister“ nennen lässt. Als Lyriker war George zunächst vor allem dem Symbolismus verpflichtet, und predigte „kunst für die kunst“, geriert sich aber immer mehr zum Mittelpunkt des nach ihm benannten George-Kreises. ERZÄHLERIN Der Kosmiker-Kreis, in dem zeitweise auch der Meister Stefan George auftaucht, ist eine parareligiöse Intellektuellengruppe. O-Ton 7 Egbringhoff (16:04) Die Kosmiker waren Männer in erster Linie, die ich würde sagen, sehr reaktionäre Vorstellungen hatten. Die haben sich auf ein wichtiges Buch bezogen, „Das Mutterrecht“ von Herrn Bachofen, wo es heißt, vor den patriarchalen Zeiten habe das Mutterrecht regiert. Also, es habe ein Matriarchat gegeben. ERZÄHLERIN Avantgarde, Größenwahn, Hedonismus, ekstatische Rituale, Zionismus, Antisemitismus, Nietzsche-Epigonen, Homoerotik und alle möglichen und unmöglichen „Begebenheiten aus einem merkwürdigen Stadtteil“ schildert Franziska zu Reventlow in einer Satire über Aberglauben, Magie und freie Liebe. O-Ton 8 Egbringhoff (17:55) Es gab ein wichtiges Fest im Februar 1903, an dem auch Stefan George teilgenommen hat. Und es kann man sich so vorstellen, dass die alle verkleidet werden. Alfred Schuler, der hatte sich sowieso als Römer immer imaginiert, lief dort in Verkleidung eines alten Römers daher. Die hatten lange Gewänder an und haben das Dionysische gefeiert. Und Reventlow mittenmang einfach, weil sie Lust zum Feiern hatte, und hatte Spaß auch an der Verkleidung und so weiter. Sie hat das natürlich gar nicht so ernst genommen wie die Herren, die auch wirklich daran geglaubt haben, dass sie das Heidnische wieder zum Leben erwecken können. Völlig abstrus. Naja. Und davon erzählt der Roman „Herrn Dames Aufzeichnungen“. ERZÄHLERIN Der Schlüsselroman der Schwabinger Bohéme. Am Ende herrscht Katerstimmung, der kollektive Rausch ist vorbei, alle sind erschöpft und die Mitglieder des Kreises völlig zerstritten. O-Ton 9 Egbringhoff (20:33) Da hat die Franziska zu Reventlow in diesem Roman mit einer großen Gabe an Ironie und Humor - heute würde man vielleicht auch von verschwörungstheoretischen Vorstellungen sprechen - sehr schön aufs Korn genommen. Das war ihr aber dann eben erst möglich zehn Jahre später. MUSIK privat Track 014 „Das Gedicht“; Album: Oktoberfest 1900; Label: 2Lane Records; Interpret: Michael Klaukien; Komponist: Michael Klaukien; ZEIT: 00:24 ERZÄHLERIN Franziska feiert zahllose Feste… SPRECHER …und liebt unzählige Männer. ZITATORIN Ich habe nie das Verlange gehabt, einen Menschen ganz zu „besitzen“ oder ihn über Gebühr festzuhalten. Dazu ist das Leben zu kurz. Und wer mich festhalten wollte – es kam hier und da vor – ist niemals zufrieden mit dem Erfolg gewesen. MUSIK ENDE O-Ton 10 Egbringhoff (22:33) Die Kehrse…

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    Was Säugetiere so erfolgreich macht - Alles Natur Nov 21, 2024
    Show notes

    Von den afrikanischen Savannen über die Wüsten Asiens bis zu den Meeren der Antarktis haben Säugetiere die verschiedensten Lebensräume erobert. Aber wie konnten sie sich so erfolgreich ausbreiten? Und was verrät das Leben unserer nächsten Verwandten im Tierreich über unseren eigenen Ursprung? Autorin: Alexandra Hostert (BR 2023)

    Credits
    Autorin dieser Folge: Alexandra Hostert
    Regie: Martin Trauner
    Es sprachen: Stefan Wilkening, Ditte Ferrigan, Peter Weiß
    Technik: Susanne Harasim
    Redaktion: Bernhard Kastner

    Interviewpartner/innen:
    Zainal Zahari; Veterinär, Malaysia;
    Steve Brusatte; Paläontologe, Edinburgh;
    John Payne; Zoologe, Malaysia;
    Jan Decher, Säugetierkundler, Bonn

    Das Manuskript zur Folge gibt es HIER.

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    Die Beichte - Ohne Ballast neu beginnen Nov 20, 2024
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    Die Beichte ist ein zentrales Heilsangebot für Christen. Sie versöhnt mit Gott und sichert das Seelenheil. Aber muss man sich klein machen, um im Himmel groß rauszukommen? Ist der Mensch nur Schuld und Buße, oder geht es um mehr? Von Simon Demmelhuber und Volker Eklkofer (BR 2021)

    Autoren dieser Folge: Simon Demmelhuber, Volker Eklkofer
    Regie: Kirsten Böttcher
    Es sprachen: Xenia Tilling, Werner Härtl, Andreas Discherl, Karin Schumacher
    Technik: Ursula Kirstein
    Redaktion: Bernhard Kastner
    Das Manuskript zur Sendung gibt es HIER.
    Beichte im Wirtshaus?
    In der Nachkriegszeit war das gar nicht so selten! Warum und wie in dieser Zeit auch Wirtshäuser zu Gotteshäusern wurden, das erzählt der Beitrag der Kollegen von ‚Zeit für Bayern‘: HIER


    Denker und Tyrannen - Verhängnisvolle Allianzen Nov 19, 2024
    Show notes

    Wenn sich Denker und Philosophen auf Tyrannen oder Diktatoren einlassen, kann das Verhältnis von Macht und Geist zu verhängnisvollen Allianzen führen. Die Geschichte kennt zahlreiche Beispiele dafür. Angefangen von Platon in der Antike bis zu Carl Schmitt, Heidegger und Sartre im 20. Jahrhundert. Autor: Thomas Grasberger (BR 2023)

    Credits
    Autor dieser Folge: Thomas Grasberger
    Regie: Christiane Klenz
    Es sprachen: Caroline Ebner, Stefan Wilkening, Benjamin Stedler
    Technik: Regine Elbers
    Redaktion: Thomas Morawetz

    Das Manuskript zur Folge gibt es HIER.

    Interviewpartner dieser Folge:
    Julian Nida-Rümelin (Philosoph und ehemaliger Politiker)
    Wenn Sie mehr über den Existenziallisten Jean-Paul Sartre hören wollen, empfehlen wir diese hörenswerte Folge von radioWissen:

    Jean-Paul Sartre - Vordenker des Existenzialismus
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    Linktipps:

    Im Podcast Tatort Geschichte sprechen die Historiker Niklas Fischer und Hannes Liebrandt über bekannte und weniger bekannte Verbrechen aus der Geschichte. True Crime – und was hat das eigentlich mit uns heute zu tun?
    TATORT GESCHICHTE

    Noch mehr Interesse an Geschichte? Dann empfehlen wir:
    ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN
    Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischen Rundfunks.
    DAS KALENDERBLATT
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    Das Museum - Ein Ort der Macht Nov 18, 2024
    Show notes

    Ein Museum ist Ort der Wandlung und strahlt Autorität aus. Welche Werte vermittelt und schafft ein Museum, wessen Köpfe präsentieren die Gemälde im Eingang? Das sind keine banalen Fragen für Touristenführer, sondern klare Indikatoren von Macht. Eine historische Spurensuche zum Verhältnis von Mächtigen und ihren Museen und zur Macht von Museen. Autorin: Marie Schoeß (BR 2023)

    Credits
    Autorin dieser Folge: Marie Schoeß
    Regie: Rainer Schaller
    Es sprachen: Xenia Tiling
    Technik: Adele Meßmer
    Redaktion: Nicole Ruchlak

    Das Manuskript zur Folge gibt es HIER.

    Im Interview:
    Dr. Kristina Kratz-Kessemeier, Historikerin und Kunsthistorikerin;
    Prof. Dr. Bernhard Maaz Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

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    Die Machteliten – Ausflug in eine andere Welt
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    Literaturtipps:

    Museumsgeschichte. Kommentierte Quellentexte 1750-1950, hg. von Kristina Kratz-Kessemeier, Andrea Meyer u. Bénédicte Savoy

    Museen in der DDR. Akteure - Orte - Politik, hg. von Lukas Cladders u. Kristina Kratz-Kessemeier

    Bernhard Maaz: Die Gemälde der Münchner Pinakotheken, Band 1 und 2

    Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion:

    Wie gewinne ich die Kraft der Zuversicht? Warum ist es gesund, dankbar zu sein? Der neue Psychologie Podcast von SWR2 Wissen und Bayern 2 radioWissen gibt Euch Antworten. Wissenschaftlich fundiert und lebensnah nimmt Euch „Wie wir ticken“ mit in die Welt der Psychologie. Konstruktiv und auf den Punkt. Immer mittwochs, exklusiv in der ARD Audiothek.
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    Nie mehr Kopfrechnen? - Rechenschieber, Taschenrechner & Co. Nov 15, 2024
    Show notes

    Abakus, Rechenschieber, Taschenrechner: Schon lange nutzt der Mensch Hilfsmittel, um nicht alles im Kopf ausrechnen zu müssen. Solche Rechenhelfer hatte man früher aber nicht immer dabei. Heute greifen wir selbst für simple Aufgaben zur Smartphone-App. Wie wirkt sich das auf unsere Fähigkeiten aus? Von David Globig. CreditsAutor dieser Folge: David GlobigRegie: Christiane KlenzEs sprachen: Heiko Ruprecht, Katja Schild, Clemens NicolTechnik: Redaktion: Hellmuth Nordwig Im Interview:Daniel Timms, Kopfrechen-TrainerDr. Christina Artemenko, Fachbereich Psychologie, Universität TübingenProf. Hans-Christoph Nürk, Diagnostik und kognitive Neuropsychologie, Universität TübingenDr. Gert Mittring, Psychologe und Kopfrechen-WeltrekordlerProf. Stefan Ufer, Didaktik der Mathematik und Informatik, Ludwig-Maximilians-Universität MünchenCaroline Merkel, Organisatorin der Junioren Kopfrechen-WMNiklas Arndt, SchülerWillem Bouman, Kopfrechen-Künstler Linktipps: Junioren Kopfrechen-Weltmeisterschaft HIER Arbeitsbereiche Diagnostik und Kognitive Neuropsychologie der Universität Tübingen HIER Internetseite von Gesprächspartner Daniel Timms HIER Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek:ARD Audiothek | RadiowissenJETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER. Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript: 01 ZUSP Atmo Timms, darüber: SPRECHER: Ein Klassenzimmer in einem Bielefelder Gymnasium. An diesem Sonntag sind die Räume ausnahmsweise nicht leer: Gut 80 Kinder und Jugendliche sind aus aller Welt gekommen, um sich auf die Junioren-Kopfrechen-Weltmeisterschaft vorzubereiten. Dazu gibt es Workshops, und einen davon leitet der Kopfrechen-Trainer Daniel Timms [englische Aussprache]. Aufmerksam hört ihm eine Gruppe von Jugendlichen zu. Gerade erzählt Timms etwas zu den Überraschungs-Aufgaben, für die es am nächsten Tag im eigentlichen Wettbewerb Sonderpunkte geben wird. (MUSIK unter den letzten Worten ausgeblendet) Atmo Timms kurz hoch, darüber: SPRECHER: Innerhalb von zwei Stunden sollen die Jugendlichen hunderte von Aufgaben lösen. Ausschließlich im Kopf. Einen Stift dürfen sie nur benutzen, um die Ergebnisse aufzuschreiben – keine Zwischenschritte. Die Aufgaben sind anspruchsvoll: Ziehe die Kubikwurzel aus einer zwölfstelligen Zahl. Oder zerlege eine neunstellige Zahl in ihre Primfaktoren. Rechne aus, in welchen Monaten des Jahres 2078 der 18. auf einen Montag fällt. Natürlich braucht man so etwas nicht im Alltag. Doch auf nicht ganz so hohem Niveau ist Kopfrechnen auch im täglichen Leben nützlich, betont Daniel Timms [englische Aussprache]. 02 ZUSP Timms: "For most people the most practical thing... Voiceover: Für die meisten Menschen ist das Praktischste daran, dass sie etwa ihre Zeitplanung im Kopf machen können. Oder dass sie die Größenordnung von Zahlen verstehen. Wissen Sie zum Beispiel, was 1 Million geteilt durch vier ist? Viele Menschen wissen vielleicht noch, dass bei der Antwort 25 eine Rolle spielt. Aber ist die Antwort 25.000? Nein, es sind 250.000. Und das ist keine schwierige Kopfrechnung, aber viele Menschen haben schon lange nicht mehr auf diese Weise über Zahlen nachgedacht und finden etwa Berechnungen mit Geldbeträgen sehr schwierig. Das ist für mich einer der unterschätzten Aspekte des Kopfrechnens, die jeden betreffen - egal, ob man glaubt, gut in Mathematik zu sein oder nicht. ...think you are good at mathematics or not." SPRECHER: Matheaufgaben in den vier Grundrechenarten im Kopf zu lösen - eine Zahl plus eine andere Zahl, minus, mal oder geteilt durch: Das lernen bei uns alle Schülerinnen und Schüler schon in der Grundschule. Das Einmaleins z.B.: Irgendwann hat man dann die Lösung für 6 mal 7 einfach parat – und vielleicht sogar für 16 mal 17: ... 272. Das ist dann schon das große Einmaleins. Was beim Rechnen im Kopf passiert, das kann selbst bei einfachen Aufgaben ziemlich komplex sein: Die unterschiedlichsten Regionen des Gehirns sind daran beteiligt, erklärt Dr. Christina Artemenko. Sie arbeitet am Fachbereich Psychologie der Universität Tübingen und erforscht unter anderem, wie der Mensch Zahlen verarbeitet und wie er mit ihnen rechnet. 03 ZUSP Artemenko: "Beispielsweise in der Multiplikation lernen Kinder schon in der zweiten und dritten Klasse die Multiplikations-Fakten quasi auswendig: 3 mal 5 ist 15. Das sind Fakten, die bei uns im Gehirn abgespeichert sind und dann immer wieder abgerufen werden." SPRECHER: Mit bildgebenden Verfahren lässt sich zeigen: Die Bereiche, in denen solche bekannten Informationen abgespeichert sind, liegen im Gehirn an einer anderen Stelle, als die Areale, die man benötigt, um tatsächlich etwas spontan auszurechnen. 04 ZUSP Artemenko: "Wenn ich jetzt beispielsweise eine Aufgabe stelle wie 96 minus 25, da muss man Schritt für Schritt rechnen. Man muss die Zahlen in Zehner und Einer zerlegen, und da sind viele Rechenschritte nötig. Das sind Aufgaben, die ganz anders im Gehirn repräsentiert sind. Dafür brauchen wir Ressourcen im frontalen Kortex, also vorn im Gehirn, die so die Rechenschritte und Arbeitsgedächtnis-Prozesse und sowas wiedergeben." STIMME OBEN – BITTE ABNEHMEN! SPRECHER: ... wobei die im Langzeitgedächtnis abgespeicherten Fakten - wie das kleine Einmaleins - auch das sogenannte Arbeitsgedächtnis unterstützen. Es kommt ins Spiel, wenn Aufgaben den auswendig gelernten Zahlenbereich verlassen, ergänzt Hans-Christoph Nürk. Er ist Professor für Diagnostik und kognitive Neuropsychologie an der Universität Tübingen. 05 ZUSP Nürk: "Wir wissen, dass beim komplexen Rechnen, also wenn ich Ihnen jetzt die Rechenaufgabe gebe 17 mal 29, es Ihnen natürlich schon hilft, also, wenn Sie es im Kopf rechnen müssen, wenn Sie die einfachen Multiplikationszahlen parat haben. Weil wir wissen, dass bei komplexen Aufgaben das Arbeitsgedächtnis sehr belastet ist. Und wenn Sie das Arbeitsgedächtnis entlasten können, weil Sie bestimmte Fakten, einfache Fakten, kleines Einmaleins, einfach abrufen können, dann können Sie natürlich besser rechnen." SPRECHER: Zahlen merken wir uns einerseits als Wörter, wir können sie aber auch vor unserem inneren Auge sehen. Etwa tatsächlich als Ziffern. Manche von uns sehen Zahlen sogar wie auf einer Art Zahlenstrahl: kleinere Zahlen weiter links, größere weiter rechts. Oder die Zahlen sind auf eine bestimmte Weise im Raum verteilt. MUSIK SPRECHER: Klar ist: Kopfrechnen beherrscht man nicht einfach so – aber viele Experten halten es für wichtig, dass man es kann. 06 ZUSP Mittring: "Wenn Sie eine gute Kopfrechnen-Grundkompetenz haben, dann haben sie erst einmal viele Vorteile für den Alltag, dass Sie praktisch ihren Alltag geschickter auch einteilen können. Dass Sie ungefähr eine Vorstellung haben, wie lange dauert was. Sie würden auch im Supermarkt nicht zu viel bezahlen. SPRECHER: Weil man beim Einpacken in den Einkaufswagen im Kopf grob mitrechnen kann, meint Dr. Gert Mittring. Er ist Psychologe - und hat selbst mehrfach Weltrekorde im Kopfrechnen aufgestellt. In einer Zeit, in der Zahlen eine so große Rolle in unserem Leben spielen, hält er die Fähigkeit für notwendig, z.B. einen Geldbetrag im Kopf zu überschlagen und Größenordnungen abzuschätzen. Ähnlich sieht es Stefan Ufer. Er ist Professor für Didaktik der Mathematik und Informatik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Für ihn ist außerdem entscheidend: Kopfrechnen schafft eine Grundlage, auf der weitere mathematische Fähigkeiten aufbauen können. Etwa dadurch, dass man beim Kopfrechnen mathematische Strukturen nutzt. 07 ZUSP Ufer: "Also wir rechnen 7 mal 8 in der zweiten Klasse. Da lernen die Kinder irgendwelche Kernaufgaben, die werden relativ schnell automatisiert, z.B. die Vielfachen von 2 und von 5. Also können sie rechnen: 7 mal 8 ist 2 mal 8 plus 5 mal 8. Das ist eine typische Strategie. Da hängt eine gewisse Struktur dahinter. Später lernen die Kinder: Ach, das ist eine ganz allgemeine Struktur, das heißt Distributivgesetz. Später wird gelernt: Ach, das heißt eigentlich auch Ausklammern. Das kann ich ganz allgemein nicht nur mit Zahlen, auch mit Termen machen. Später sieht es dann plötzlich aus wie die binomischen Formeln. Und wir sehen, diese Strukturen, die helfen uns, neue Konzepte zu erwerben." SPRECHER: Kopfrechnen fördert also das Verständnis für mathematische Strukturen. Und das kann es wiederum erleichtern, ganz anders an Rechenaufgaben heranzugehen. ((Wenn man z.B. 603 minus 598 rechnen will, ist das natürlich schrittweise möglich: 603 minus 8 ist 595, 595 minus 90 ist 505 und 505 minus 500 ist 5. 08 ZUSP Ufer: "Ich kann aber auch anders draufschauen, mit einem Verständnis über Strukturen und sagen: Na ja, 603 minus 598 kann ich mich doch auch fragen, wie weit ist es von der 598 bis 603? Ja, 2 bis zu 600. Noch 3 weitere sind 5. Geht natürlich viel leichter, und auch hier habe ich wieder eine Struktur genutzt: Die Addition hat was mit der Subtraktion zu tun. Und je häufiger ich diese Struktur nutze, umso besser kann ich sie natürlich auch in anderen Kontexten anwenden. Das ist eine Funktion von Kopfrechnen in der Schule, die vielleicht oft unterschätzt wird, die aber extrem wichtig ist für den weiteren Verständnis-Aufbau.")) SPRECHER: Und es kommt noch etwas hinzu: Kopfrechen-Fertigkeiten entwickeln sich nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit anderen Fähigkeiten. Hier gibt es Wechselwirkungen, die Christina Artemenko von der Universität Tübingen beschreibt. Zum Beispiel hat man mit einem guten Arbeitsgedächtnis Vorteile beim Kopfrechnen. Und kann damit wiederum sein Gedächtnis trainieren. 09 ZUSP Artemenko: "Je mehr man im Kopf rechnet, desto mehr lernt man ja auch, sich Sachen zu merken und so weiter, was Auswirkungen auf das Arbeitsgedächtnis haben sollte. Also, wenn das eine besser wird, wird auch das andere besser und umgekehrt. Also, diese Fähigkeiten hängen sehr stark zusammen." MUSIK, darüber: SPRECHER: Die Fähigkeit, im Kopf zu rechnen, kann uns den Alltag erleichtern; sie erlaubt es uns, ganz grundsätzliche mathematische Zusammenhänge zu begreifen; und wir trainieren durch Kopfrechnen unser Gedächtnis. Allerdings scheint es so, dass manche Menschen von diesem Training nicht viel halten: Sie nutzen ihr Smartphone, wenn sie mit Zahlen umgehen müssen. Dass es heute nicht mehr unbedingt normal ist, etwas kurzerhand im Kopf auszurechen, vielleicht sogar schon unbewusst mitzurechnen, wenn man Zahlen hört, diese Erfahrung hat auch Kopfrechen-Trainer Daniel Timms [englische Aussprache] gemacht. 10 ZUSP Timms: "I was in Mexico recently and I saw... Voiceover: Ich habe kürzlich in Mexiko gesehen, wie Leute sehr einfache Berechnungen in ihren Taschenrechner getippt haben. Dinge wie 40 plus 45, weil sie das in ihrem Kopf nicht schaffen konnten. Klar, wenn ich etwas sehr Schwieriges präzise und schnell berechnen muss, dann benutze ich auch einen Taschenrechner, weil ich die korrekte Antwort haben will. Aber bei Menschen, die nicht so viel Vertrauen in ihr Kopfrechnen haben, ist es so, dass sie selbst bei einfacheren Aufgaben mit einem Taschenrechner nachrechnen. Nur: Wenn sie ohnehin alles mit dem Taschenrechner nachprüfen, dann sehen sie keinen Sinn im Kopfrechnen - also lassen sie es ganz sein. ...so they just don't ever do mental maths." SPRECHER: Und das, glaubt Timms, passiere überall auf der Welt. Wissenschaftlich lässt es sich allerdings gar nicht so einfach belegen, ob die Fähigkeit zum Kopfrechnen zurückgeht oder nicht. Und noch schwieriger wird es bei der Frage, welchen Einfluss dabei möglicherweise Rechenhilfen wie das Smartphone haben. Zitatorin: These 1: GERÄUSCHEFFEKT Zitatorin: Frühere Generationen konnten tatsächlich besser kopfrechnen als heutige. SPRECHER: Unter anderem das erforscht Christina Artemenko. Sie lässt etwa Probandinnen und Probanden unterschiedlicher Altersgruppen im Kopf mit mehrstelligen Zahlen rechnen. 11 ZUSP Artemenko: "Das Interessante ist daran, dass sich selbst diese Rechenfähigkeiten bei Erwachsenen weiterentwickeln. Es verändert sich, wenn man sich anschaut, was beim Altern so passiert. Und da scheint das Rechnen eine große Ausnahme zu sein. Denn normalerweise ist es so, dass die kognitiven Fähigkeiten eher abgebaut werden im Alter. Man kann sich Sachen nicht mehr so gut merken usw. Nichtsdestotrotz: Diese Rechenprozesse scheinen auch ältere Erwachsene noch sehr gut hinzubekommen, sogar viel besser als jüngere Erwachsene." SPRECHER: Die spannende Frage ist nun: Liegt das daran, dass die ältere Generation der jüngeren einfach jahrelange Übung voraushat? Entwickeln jüngere Erwachsene diese Rechenfähigkeiten also im Laufe der Zeit noch? Oder liegt es daran, dass sie heute schneller zum Rechenhilfsmittel Smartphone greifen, und deshalb das Kopfrechnen schon im vergleichsweise jungen Alter wieder verlernen? Ein Problem ist dabei: Die entsprechenden Studien sind sogenannte Querschnittstudien, also jeweils einmalige Untersuchungen. Mit denen lässt sich der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung hier aber nicht eindeutig klären, betont Hans-Christoph Nürk. 12 ZUSP Nürk: "Um das kausal zu machen, bräuchte man eigentlich längsschnittliche Studien, also müsste die Leute ihr ganzes Leben lang beobachten und immer wieder ins Labor einbestellen und dann sich die Entwicklung angucken." STIMME LEICHT OBEN – BITTE ABNEHMEN! SPRECHER: ... Und um zu einem ganz eindeutigen Ergebnis zu kommen, was den Einfluss von ständig greifbaren Smartphones als Rechenhilfe angeht, müsste man dann auch noch dafür sorgen, dass die Hälfte der Testpersonen ohne diese Unterstützung aufwächst - ein Ding der Unmöglichkeit. Da man sich nicht schon vor vielen Jahren mit der Kopfrechen-Kompetenz der heute älteren Menschen beschäftigt hat, fehlen außerdem auch andere entscheidende Informationen. 13 ZUSP Nürk: "Weil es natürlich auch immer sein kann, dass es sogenannte Kohorten-Effekte gibt, sprich, dass die Probanden, die jetzt älter sind, vielleicht in der Schule schon als Kinder noch viel besser rechnen gelernt haben wie die heutigen Kinder." Zitatorin: These 2 ist also: GERÄUSCHEFFEKT Zitatorin: Früher wurde während der Schulzeit mehr Wert aufs Kopfrechnen gelegt als heute. SPRECHER: In diesem Fall wären Lehrpläne und Unterricht entscheidende Faktoren. Tatsächlich vermutet Christina Artemenko etwas Derartiges. Beispiel: Das Einmaleins. 14 ZUSP Artemenko: "Das ist etwas, was, glaube ich, in den höheren Generationen damals im Bildungssystem noch viel mehr forciert wurde. Und das sieht man auch heutzutage an den Effekten, dass sie bei diesem Faktenabruf tatsächlich noch viel besser sind als die heutigen Erwachsenen." SPRECHER: In der Schule das Einmaleins als Rechengrundlage auswendig zu lernen: Das scheint ein wesentlicher Punkt zu sein. Zitatorin: Somit lautet These 3: GERÄUSCHEFFEKT Zitatorin: Es ist gar nicht so entscheidend, ob wir später auch mal das Smartphone zum Rechnen benutzen oder nicht. SPRECHER: Man macht es sich jedenfalls zu einfach, wenn man ihm die Alleinschuld gibt, meint Stefan Ufer vom Mathematischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zumal "Rechenhelfer" immer schon unter Verdacht geraten sind, dem Kopfrechnen abträglich zu sein. 15 ZUSP Ufer: "Man hat diese Diskussion schon sehr lange. Also, es gab die Diskussion jetzt mit dem Smartphone. Es gab die Diskussion vorher mit Computeralgebra-Systemen, die eigentlich alle Aufgaben, die man in der Schule macht, alle Aufgabentypen automatisch lösen können. Also, da muss man eigentlich auch nicht mehr viel tun. Es gab die Diskussion schon beim Taschenrechner. Es gab wahrscheinlich die gleichen Diskussionen, ob man schriftliche Rechenverfahren behandeln soll. Immer dann, wenn man Methoden hat, mit denen man die Mathematik 'trivialisieren' kann, ja, dann kommt man in diese Diskussion." SPRECHER: Weil es jedes Mal die Be…

    Full show notes at the publisher

    Hildegard von Bingen - Kämpferin, Komponistin, Universalgelehrte Nov 14, 2024
    Show notes

    Die Visionärin Hildegard von Bingen zählt bis heute zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des Mittelalters. Ihre Gottesbeziehung manifestiert sich in einer tiefen Verbindung zu Natur und Kosmos und inspiriert die Menschen bis heute. Autorin: Brigitte Kohn (BR 2023)

    Credits
    Autorin dieser Folge: Brigitte Kohn
    Regie: Irene Schuck
    Es sprachen: Christian Baumann, Irina Wanka, Friedrich Schloffer
    Technik: Tim Höfer
    Redaktion: Andrea Bräu

    Interviewpartner dieser Folge:
    Peter Adamson, Professor für Philosophie, Ludwig-Maximilians-Universität München

    Das Manuskript zur Folge gibt es HIER.

    Literaturtipps:

    Die Originalwerke der Hildegard von Bingen in deutscher Sprache sind erhältlich beim Beuroner Kunstverlag.

    Hildegard von Bingen, Das Leben der Heiligen Hildegard von Bingen (Vita sanctae Hildegardis), mit einer Einführung von Prof. DR. Michael Embach, übersetzt von Dr. Monika Klaes-Hachmöller, Band 3 der Gesamtausgabe, herausgegeben von der Abtei St. Hildegard, Rüdesheim Eibingen, Beuroner Kunstverlag 2. Auflage 2018

    Hildegard von Bingen, Ursprung und Behandlung der Krankheiten, Causae et Curae, übersetzt und eingeleitet von Ortrun Riha, Band 3 der Gesamtausgabe, herausgegeben von der Abtei St. Hildegard, Rüdesheim Eibingen, Beuroner Kunstverlag 4. Auflage 2020

    Hildegard von Bingen, Wisse die Wege, Liber Scivias: Eine Schau von Gott und Mensch in Schöpfung und Zeit, übersetzt von Mechthild Heieck, mit einer Einführung von S. Maura Zatonyi OSB, Band 1 der Gesamtausgabe, herausgegeben von der Abtei St. Hildegard, Rüdesheim Eibingen, Beuroner Kunstverlag 4. Auflage 2018

    Hildegard von Bingen, Das Buch vom Wirken Gottes, Liber Dinvinorum Operum, Neuüberstetzung aus dem Lateinischen von Mechthild Heieck, Einführung von Caecilia Bonn, OSB Band 6 der Gesamtausgabe, herausgegeben von der Abtei St. Hildegard, Rüdesheim Eibingen, Beuroner Kunstverlag 4. Auflage 2018

    Barbara Beuys: Denn ich bin krank vor Liebe. Das Leben der Hildegard von Bingen, Insel-Verlag 3. Auflage 2009

    Barbara Beuys: Hildegard von Bingen: Kämpferisch und barmherzig, Insel Verlag 2017

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