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    1000 Antworten

    Woher stammt die “Quarantäne”? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
    Viele Episoden dieses Podcasts stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz. Ihr könnt diese Episoden unter Angabe der Quelle und der Lizenz unverändert in Eurem eigenen Digitalangebot dauerhaft veröffentlichen. Die Episoden dürfen dabei nicht verändert oder kommerziell genutzt werden. Die Lizenz lautet CC BY-NC-ND 4.0.

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    Latest Episodes:
    Wo liegt der trockenste Ort der Erde? Aug 11, 2026
    Show notes

    Trockenste Orte befinden sich in der Antarktis

    Spontan würde man den trockensten Ort der Erde wohl in einer heißen Wüste suchen, doch inzwischen haben Wissenschaftler festgestellt, dass sich die trockensten Orte in einer extrem kalten Gegend befinden, nämlich in der Antarktis. Dort gibt es mehr als 4.000 Meter hohe Gebirge – aber auch Täler, die komplett eisfrei sind, und das offenbar seit Millionen von Jahren. Dort ist es zwar eiskalt – bis zu minus 50 Grad in den Tälern, minus 70 Grad oder noch kälter auf den Bergrücken – aber die Luft ist so trocken, dass man wohl Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte warten kann, bis da mal ein Flöckchen fällt.

    Bedingungen wie auf dem Mars

    Seit bekannt ist, wie trocken es in dieser Region der Antarktis ist, interessieren sich zunehmend sowohl die Astronomie als auch Raumfahrtbehörden wie die NASA für diese Gegenden, vor allem für die Bergrücken: Die NASA, weil dort fast schon Bedingungen wie auf dem Mars herrschen – das ist praktisch, um Marsroboter zu testen. Und Astronomen, weil man in solch trockenen Gegenden natürlich toll die Sterne beobachten kann.

    Sahara: im Vergleich zur Atacama-Wüste ein wahres "Feuchtgebiet"

    Astronomen suchen für ihre großen Observatorien bewusst möglichst trockene Gegenden. Bisher galt da die chilenische Atacama-Wüste als der optimale Platz. Früher galt sie als der trockenste Ort der Erde. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt bei 0,1 Millimeter. Im Vergleich dazu ist die Sahara mit im Schnitt 40 Millimetern Jahresniederschlag ein wahres Feuchtgebiet. Die Atacama-Wüste ist also zwei Größenordnungen trockener als die Sahara. Deshalb stehen dort heute schon mehrere große Sternwarten.

    Antarktis: gute Bedingungen für Teleskope und Observatorien

    Doch inzwischen gibt es auch Observatorien zumindest in der Antarktis. Auf dem Bergrücken "Ridge A" wurde in mehr als 4.000 Metern Höhe 2012 ein Infrarotteleskop installiert. Es kann Strahlung bestimmter Wellenlängen beobachten, die kaum irgendwo sonst auf der Erde überhaupt den Weg durch die Atmosphäre bis an die Erdoberfläche schaffen.

    Hilft Kollagen gegen Hautalterung? Aug 10, 2026
    Show notes

    Aminosäuren wichtig für den Aufbau von Kollagen

    Kollagen ist kein Mittel, mit dem man ein Lifting machen oder Falten ausbügeln kann. Es gibt einzelne Menschen, die nicht immer mit allen Aminosäuren gut versorgt sind. Das sind die Bausteine des Eiweißes, die man braucht, um Kollagen ausreichend aufzubauen. Wir brauchen bestimmte Aminosäuren wie Glycin, Hydroxyprolin und Prolin und auch Lysin, um Kollagen aufzubauen. Eigentlich würden hierfür eiweißreiche Lebensmittel reichen, aber das kommt nicht immer an. Das ist messbar und ich sehe es als Hautärztin jeden Tag.

    Omas Knochenbrühe – oder Nahrungsergänzungsmittel

    Diesen Menschen kann es helfen, dass sie Knochenbrühe nach Omas Rezept trinken, bei dem der Rinderknochen 12 Stunden ausgekocht wird. Da kommen dann Kollagen und Hyaluronsäure raus. Dazu frische Petersilie für das Vitamin C, denn ohne Vitamin C gibt es keinen Kollagenaufbau. Wer das nicht machen möchte, kann mit Nahrungsergänzungsmitteln arbeiten. Es gibt Studien, die zeigen, dass es wirkt. Das ist zum Beispiel bei Reibeisenhaut der Fall oder wenn die Leute ihr Haarwachstum stimulieren wollen. Es kann auch bei Gelenkbeschwerden für den Knochen hilfreich sein und ein bisschen für die Durchfeuchtung der Haut.

    Kollagen ist kein Wundermittel

    Kollagen ist also kein Wundermittel, aber im Sinne einer Versorgungstherapie kann es ein Helfer sein. Was ich noch nicht sicher sagen kann, denn da ist die Forschung gerade dran: Es gibt die Vermutung, dass besonders kleine Peptide, also Eiweißpartikelchen, im Kollagen vielleicht sogar einen Stimulationseffekt auf die kollagenbildenden Zellen haben. Wie gesagt: Das ist noch nicht sicher; das muss erst noch wissenschaftlich belegt werden. Daher bitte nicht loslaufen und kaufen. Es ist also kein Muss. Aber ich benutze es tatsächlich bei meinen Patienten und ich nehme es auch selbst. Und ich finde, dass es meiner Haut, meinen Haaren und meinen Nägeln sehr guttut.

    Sind Baskisch und Tschetschenisch miteinander verwandt? Aug 09, 2026
    Show notes

    Indogermanische Sprachfamilien sind in Europa vorherrschend

    Es klingt verrückt, aber diese Theorie gab es tatsächlich. Es lässt sich auch gut begründen, warum. Ein Grund: In beiden Fällen handelt es sich um nicht-indogermanische Sprachen. Die meisten Sprachen Europas und viele Sprachen Asiens bis nach Indien gehören zur indogermanischen Sprachfamilie. Die germanischen Sprachen gehören dazu, die romanischen Sprachen, die keltischen, die slawischen, aber auch Persisch und Hindi.

    Nicht-indogermanische Sprachen sind in Europa die Ausnahme

    Wenn man sich nun eine Landkarte Europas anschaut, dann gibt es nur ein paar Flecken, in denen keine indogermanische Sprache gesprochen wird. Die bekanntesten sind Finnland und Ungarn, die gehören wie das Estnische zu einer ganz eigenen Sprachfamilie. Ebenso das Türkische; das gehört zu den Turksprachen bzw. zur altaischen Sprachfamilie. Das sind die großen nicht-indoeuropäischen Sprachräume im europäischen Umfeld. Außerdem gibt es ein paar kleine Sprachinseln. Dazu gehören sowohl die kaukasischen Sprachen – eine davon ist Tschetschenisch – und es gehört Baskisch dazu. Das Baskische hat absolut nichts zu tun mit Spanisch, Französisch oder was da sonst im Umkreis gesprochen wird; es ist eine völlig eigenständige Sprachfamilie. Insofern ist es eine Überlegung wert, ob die beiden verwandt sein könnten.

    Vaskonisch als Ursprache Europas?

    Wenn man von der Verbreitung der heutigen Sprachen ausgeht, liegen das Baskenland und Tschetschenien natürlich weit voneinander entfernt, quasi an den entgegengesetzten Enden Europas. Aber – und das ist das Spannende bei der baskischen Sprache: Es sieht so aus – zumindest gibt es darauf einige Hinweise – dass der Vorläufer des Baskischen viel weiter verbreitet war als nur im Baskenland. Manche Forscher sagen, diese vaskonische Vorläufersprache war sogar so etwas wie die Ursprache Europas. Das heißt, auch in Süddeutschland hätten vor 9.000 Jahren Leute gelebt, die eine Sprache gesprochen haben, die mit dem heutigen Baskisch verwandt ist. Ob das Urbaskische, das Vaskonische wirklich so weit verbreitet war, ist umstritten und eher unwahrscheinlich. Aber klar ist, dass das Indogermanische – von dem Griechisch, Slawisch, Keltisch, Germanisch abstammen – erst viel später nach Europa kam. Nach heutigem Stand geschah das vor gut 5.000 Jahren, und zwar mit einer Einwanderungswelle von den Steppen nördlich des Schwarzen Meers (Jamnaja-Kultur). Aber schon vor dieser Einwanderungswelle lebten Menschen in Europa, die irgendetwas gesprochen haben müssen. Diese Sprachen wurden verdrängt, bis auf kleine Sprachinseln wie eben das Baskenland, in der sich eine der vor-indogermanischen Sprachen gehalten hat.

    Baskisch und Tschetschenisch haben Ähnlichkeiten in der Grammatik

    Es ist also nicht abwegig zu fragen, ob die kaukasischen Sprachen Überbleibsel einer solchen Ursprache sind, deren Verbreitungsgebiet sich vom heutigen Spanien bis in den Kaukasus erstreckt hätte. Dazu kommt: Baskisch und Tschetschenisch haben gewisse grammatikalische Ähnlichkeiten. Sie drücken nämlich eine bestimmte grammatische Funktion dadurch aus, dass sie an ein Wort bestimmte Laute und Silben hängen. Wir haben im Deutschen für die verschiedenen Fälle bei Substantiven auch verschiedene Endungen, aber im Baskischen und im Tschetschenischen ist das noch viel extremer; da hängt man auch 3, 4 oder 5 Endungen hintereinander an ein Wort. Es sind beides, wie man sagt, "agglutinierende Sprachen", das ist eine formale Ähnlichkeit.

    Reichen gewisse Ähnlichkeiten für einen Beleg der Verwandtschaft beider Sprachen?

    Nein, eben nicht. Es war durchaus berechtigt, diese Hypothese aufzustellen und das zu untersuchen. Aber inzwischen weiß man viel mehr darüber, wie sich Sprachen ausgebreitet haben, und das passt einfach nicht mehr zusammen. Außerdem müsste man nicht nur in der Grammatik, sondern vor allem auch in den Wörtern Ähnlichkeiten finden. Aber die sind sehr schwach, wenn überhaupt vorhanden. In den Sprachwissenschaften geht daher heute niemand mehr von einer Verwandtschaft zwischen Baskisch und Tschetschenisch aus.

    Wie schädlich ist Rauchen für die Haut? Aug 08, 2026
    Show notes

    Schlechtere Durchblutung durch Nikotin

    Rauchen ist ein starker Altersbeschleuniger für die Haut. In den Zigaretten ist Nikotin, und das macht die Gefäße eng. Dadurch ist schon mal die Durchblutung nicht so gut.

    Polonium, PAK, Teer, Formaldehyd – beim Rauchen wird's toxisch

    Insgesamt spielen aber sogar mehr als 7.000 chemische Substanzen beim Rauchen eine Rolle, darunter sehr viele toxische. Da sind auch radioaktive Stoffe dabei, etwa Polonium. Außerdem spielen Gifte wie Teer und Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) beim Rauchen eine Rolle. Aber auch Formaldehyd, Benzol, Ammoniak und Schwermetalle. All das ist Gift für die Hautzellen, für den Stoffwechsel. Das ist der Grund, warum Menschen, die rauchen, schnell älter aussehen. Das ist ähnlich wie Schäden durch die Sonne.

    Rinder rülpsen Methan. Könnte man daraus Biogas machen? Aug 07, 2026
    Show notes

    Methan wirkt aus Klima 20 Mal stärker als CO2

    Es ist bekannt, dass Rinder Methan rülpsen. Methan ist ein sehr starkes Treibhausgas; seine Wirkung aufs Klima ist 20 Mal stärker als die von CO2. Deshalb trägt die intensive Rinderhaltung zur globalen Erwärmung bei. Da ist es eine naheliegende Frage, ob man das ausgerülpste Methan nicht auffangen und unschädlich machen kann. Oder ob man es verbrennen und somit als Biogas verwenden und wenigstens zur Energiegewinnung nutzen kann,– dann entsteht zwar wieder CO2, aber im Vergleich zum Methan wäre es nicht so klimaschädlich und man hat wenigstens etwas davon.

    Methan auffangen: praktische Umsetzung ist schwierig

    Überlegungen, das Methan der Rinder aufzufangen, gibt es seit Langem. Doch wie soll das gehen? Man könnte den Rindern eine Art Maske über das Maul zu stülpen, die das ausgerülpste Methan auffängt. Doch eine solche Maske oder gar ein Schlauch, der am oder im Maul befestigt wäre, wären mit dem Tierschutz schwer vereinbar. Außerdem müsste die Maske die ausgerülpste Luft absaugen – das würde den Rindern das Atmen erschweren. Und wie sollen die Tiere mit so einer Maske fressen oder weiden? Aber Kühe sind ja nicht nur auf der Weide, sondern auch im Stall. Deshalb könnte eine Alternative darin bestehen, die Stallluft abzusaugen und das darin enthaltene Methan herauszuholen. Aber auch das sagt sich leicht. Denn in absoluten Mengen gesehen, ist der Methangehalt in der Stallluft sehr gering. Unter 20.000 Molekülen in der Luft, ist im Schnitt ein Methanmolekül – damit kann man biogastechnisch noch nichts anfangen; das brennt nicht (zum Glück für die Rinder). Man müsste also das Methan aus der Stallluft herausfiltern und konzentrieren; das wäre technisch extrem aufwendig und teuer. Man könnte auch überlegen, die Kühe einfach so lange im Stall zu lassen und nicht zu lüften, bis sich das Methan stark angereichert hat. Die Rinder würden in einer solch dicken Luft aber vorher tot umfallen.

    Methanproblematik über das Futter in den Griff bekommen

    Die Agrartechniker haben von solchen Überlegungen deshalb weitgehend Abstand genommen und versuchen, das Methanproblem bei der Rinderhaltung auf eine andere Art in den Griff zu bekommen, nämlich über das Futter: Die Methanproduktion ist eine Folge des Wiederkäuens. Die Menge des Methans, das im Pansen der Rinder entsteht, hängt von der Zusammensetzung des Futters ab. Kühe fressen vor allem Getreide. Wenn nun dieses Futter viele gekeimte Körner enthält, stoßen die Kühe weniger Methan aus. Auch ein hoher Fettanteil verringert die Methanproduktion. Trotzdem kann man Rinder natürlich nicht nur mit Fett füttern; sie brauchen Gras und Getreide. Hier wird aber schon viel herumexperimentiert, auch über die Futterzeiten kann man den Methanausstoß beeinflussen. Alles in allem könnte man mit solchen Maßnahmen den Ausstoß um immerhin 20 Prozent reduzieren.

    Soja und Getreide: Futter für Rinder hat negative Klimabilanz

    Eins ist jedoch zu beachten: Das Methanrülpsen ist nicht der alleinige Grund für die schlechte Klimabilanz der Rinderhaltung. Ein entscheidender Faktor ist die Art der Haltung. Vor allem für Stallrinder muss das Futter extra angebaut werden – in Form von Soja oder Getreide. Diese Felder müssen gedüngt werden und dabei entsteht Lachgas. Die Treibhauswirkung von Lachgas ist um ein Vielfaches stärker als die von Methan. Außerdem werden für den Anbau von Soja in Südamerika große Regenwaldflächen gerodet – auch das schlägt sich negativ in der Klimabilanz nieder.

    Weiderinder belasten das Klima weniger als Stallrinder

    Diese Negativ-Faktoren fallen bei Weiderindern größtenteils weg. Sie sind trotz ihres Methanausstoßes für den Klimawandel also bei Weitem nicht so schädlich wie Stallrinder.

    Sind Tattoos ungesund? Aug 06, 2026
    Show notes

    Tätowierfarben nicht lückenlos überprüfbar

    Die Farben werden in die Haut eingebracht und bleiben dort. Sie machen sich aber auch auf den Weg durch die Lymphbahnen und in die Organe. Tätowierfarben werden nicht wie Arzneimittel über Leber und Niere entgiftet. Zu den einzelnen Tattoo-Farben gibt es zu wenig Forschung. Eigentlich bräuchten wir Arzneistudien, um die Farben zu beurteilen. Es gibt allerdings sehr viele unterschiedliche Farben; die Mischungen sind wild. Immerhin gibt es eine Verordnung über Farben, die nicht mehr verwendet werden sollen. Aber es sind bereits Alternativen verfügbar – und die sind nicht überprüft.

    Von Entzündung bis Hautkrebs – Tattoos sind unnötige Belastung des Körpers

    Als Hautärztin empfinde ich das Tätowieren als unnötige Belastung des Körpers. Es kommt immer zu einer Entzündung, zu einer Abkapselung. Auch UV-Strahlung kann die Farben unter Umständen ändern und vielleicht giftiger machen. In der Praxis sehe ich auch manchmal Hautkrebs innerhalb der Tattoos – entweder, weil die Farben die Zellen vielleicht schneller mutieren lassen. Oder weil man den Hautkrebs nicht rechtzeitig erkennt. Denn die Vorsorge ist durch die Farbe hindurch nicht so leicht. Manchmal werden Leberflecken überstochen, obwohl Tätowierer darauf achten sollten. Die guten tun das auch.

    Unerwünscht: Tattoos in 3D

    Ich habe Patienten gesehen, die durch das Tätowieren eine dicke Schuppenflechte entwickelt haben – da wurde der Drache plötzlich 3D. Oder Patienten, die nach dem Stechen eine Nesselsucht entwickelt haben. Das ist eine Art Quaddelallergie. Außerdem kommt es beim Tätowieren zu Infektionen und Narben. Das Thema Lymphome ist auch in der Diskussion; es wird gerade erforscht. Es geht dabei um die Frage, ob das Immunsystem Krebs entwickeln kann durch die Partikel, die es da bekämpft.

    Warum ist der Regenbogen ein Bogen? Aug 05, 2026
    Show notes

    Dass der Regenbogen rund ist, kann man darauf zurückführen, dass Wassertropfen rund sind. Ein Regenbogen entsteht, wenn die Luft leicht neblig ist. Dann sind Wassertropfen in der Luft. Um den Regenbogen sehen zu können, muss man die Sonne im Rücken haben. Dann passiert Folgendes: Die Sonne strahlt auf die Wassertröpfchen. Das Sonnenlicht trifft dabei meist schräg auf die Oberfläche des Tropfens, wird dabei gebrochen und in seine Farbbestandteile aufgespalten. Dadurch entstehen die Regenbogenfarben.

    Wassertropfen wirken wie ein Prisma

    Schauen wir den Weg des einzelnen Sonnenstrahls an: Der Strahl trifft vorne auf den Tropfen, wird gebrochen, geht durch den Tropfen durch und wird an der hinteren Seite des Tropfens, der Rückwand, zurückgeworfen. Er geht also zurück durch den Tropfen, verlässt ihn und erreicht schließlich das Auge des Betrachters. Da aber der Strahl in seine Farb-Bestandteile aufgebrochen wurde, wird nur ein bestimmter Ausschnitt des Farbspektrums in das Auge gelenkt. Welche Farbe das ist, hängt von dem Winkel ab. Man kann eine Verbindung ziehen von der Sonne zum Tropfen und von da wieder zum Auge des Betrachters. Dieser Winkel entscheidet darüber, welche Farbe der Betrachter zu sehen bekommt – grün, rot, blau, was auch immer. Beim Regenbogen sprechen wir aber nicht nur über einen einzelnen Tropfen, sondern über Tausende oder Millionen Tropfen. Jeder dieser Tropfen bildet mit dem Betrachter und der Sonne einen anderen Winkel. Wenn ich mir also vorstelle, dass ich einen bestimmten Tropfen anschaue, dann sehe ich in diesem Tropfen die roten Lichtanteile. Das orange oder gelbe Licht kommt dagegen von einem anderen Tropfen, der vielleicht etwas weiter rechts ist und einen anderen Winkel bildet.

    Regenbogen: Betrachter sieht vom Boden aus ein Kreissegment

    Machen wir ein Gedankenexperiment: Stellen Sie sich einen riesigen Zirkel vor. Die Spitze des Zirkels stechen wir an die Stelle, an der wir als Betrachter stehen. Jetzt ziehen wir aber mit dem Zirkel keinen Kreis auf den Erdboden, sondern halten ihn etwas schräg – der Kopf würde dabei in die Richtung der Sonne zeigen. Der Zirkel ist in einem bestimmten Winkel geöffnet. Jetzt stellen wir uns vor, mit diesem Zirkel würden wir einen Halbkreis in die Luft zeichnen. Diese Linie verbindet dann alle Punkte – in unserem Fall also: alle Tropfen, die mit Sonne und Beobachter denselben Winkel bilden. Alle Tropfen, von denen violettes Licht zu uns gelangt, bilden dabei einen Bogen. Alle, von denen grünes, gelbes und rotes Licht zu uns gelangt, bilden auch jeweils einen Bogen. Und all diese einzelnen Bögen zusammen bilden dann den Regenbogen.

    Wie viel Sonnencreme sollte man auftragen? Aug 03, 2026
    Show notes

    Für Sonnencreme gilt: viel hilft viel!

    Beim Thema Sonnencreme gilt: Viel hilft viel. Das heißt konkret: Fürs Gesicht zwei Fingerlängen Sonnencreme. Wer in Badehose oder Bikini rausgeht, sollte anderthalb bis zwei Schnapsgläser voll Sonnencreme auf dem Körper verteilen. Das ist eine gute Orientierung.

    Ohren, Scheitel, Glatze: "Sonnenterrassen" nicht vergessen

    Wichtig ist, vor dem Sonnenbad an die Areale zu denken, die man leicht vergisst: die Stellen hinter den Ohren, evtl. Scheitel oder Glatze – je nach Frisur. Die "Sonnenterrassen" sind besonders gefährdet: das Ohr oben, der Nasenrücken, die Jochbeine und je nach Anatomie die Oberlippe oder die Unterlippe – der Teil des Mundes, der hervorsteht. Wichtig ist also: Vor dem Sonnenbad bewusst eincremen. Und wichtig ist auch, nachzucremen, wenn man geschwitzt hat oder baden war.

    Motto: meiden, kleiden, cremen

    Noch besser ist es, wenn man nach folgendem Motto handelt: meiden, kleiden, cremen. Das heißt: Man sollte sich nicht in die pralle Sonne hauen, sondern in den Schatten gehen. Man sollte die Mittagssonne meiden. Und man sollte an die Kleidung denken. Die sollte dicht gewebt, aber locker sein. UV-Schutzkleidung für Kinder sollte dem Standard 801 entsprechen. Die Schutzkleidung darf im Wasser nicht durchsichtig werden, denn sonst bekommt man auch durch ein helles T-Shirt einen Sonnenbrand.

    Warum heißt New York auch "Big Apple"? Aug 03, 2026
    Show notes

    New York City – lebendig und verführerisch

    Zur Herkunft der Bezeichnung "Big Apple" für New York könnte man alle möglichen Spekulationen anstellen: War die Stadt einst berühmt für ihre Apfelbäume? Nein. Mit der Computerfirma von Steve Jobs kann es auch nichts zu tun haben, denn die kam erst später und ist an der Westküste angesiedelt. Schon Anfang der 1970er-Jahre gab es eine große Werbekampagne, um Touristen anzuziehen. Da wurde das zum Slogan des Stadtmarketings. "Big Apple" sollte sich einprägen, der Apfel in den Prospekten zum wiedererkennbaren Logo werden. Der rote, knackige, saftige Apfel sollte stehen für eine vor Leben strotzende, vielleicht auch verführerische Stadt – und das hat sich eingeprägt.

    Früheste Quelle mit Verweis auf den Apfel: Buch von 1909

    Allerdings haben sich das die Marketingleute nicht einfach so ausgedacht; der Ausdruck "Big Apple" war schon vorher da. Die erste Erwähnung findet sich im Jahr 1909. Damals erschien ein Buch des Schriftstellers Edward S. Martin – er war unter anderem Herausgeber des Life Magazines. Das Buch hieß "The wayfarer". Darin findet sich ein Zitat über die Leute aus dem Mittleren Westen, aus Kansas, die New York als eine gierige Stadt betrachten und finden, dass "der große Apfel" – eben New York, "einen unangemessen großen Anteil des nationalen Saftes abbekommt". Das ist die früheste Quelle, in der New York als Big Apple bezeichnet wird.

    Pferdesport und Jazz greifen Ausdruck "Big Apple" auf

    Der Ausdruck "Big Apple“ war also wohl schon gängig, wurde von verschiedenen Seiten am Leben gehalten. Da war zum einen der Pferderennsport der 1920er-Jahre. Pferderennen waren in New York sehr beliebt. Und die Preise für die Sieger waren entsprechend hoch. Und wer da gewonnen hat, von dem hat man gesagt, er habe den Big Apple gewonnen. Das allein hätte sich aber vielleicht noch nicht so in den Köpfen festgesetzt, wenn es nicht einen Sportjournalisten beim New York Morning Telegraph geben hätte: John Fitz Gerald benannte nach diesem Umstand seine regelmäßige Pferdesport-Kolumne: "Around the Big Apple". Er sagt, er hätte das in New Orleans aufgeschnappt, wo die Pferderennen etwas niedriger dotiert waren und wo die Reiter und ihre Stallknechte neiderfüllt von New York als der Stadt sprachen, wo man ordentlich abkassieren konnte – wo es den Big Apple zu gewinnen gab. Da dachte man wohl auch an die Pferde, die sich beim Rennen einen großen Apfel verdient haben, aber gemeint war natürlich das große Geld, das ihre Reiter mit nach Hause getragen haben. Später haben dann Jazzmusiker den Ausdruck aufgegriffen. Es gibt viele Jazz-Stücke der 1930er-Jahre, wo New York als Big Apple bezeichnet wird. Der Begriff hat sich also offenbar schon früh eingebürgert – bevor er dann in den 1970er-Jahren von der Stadt aktiv fürs Marketing benutzt wurde.

    Woher kommt "Die Kirche im Dorf lassen"? Aug 02, 2026
    Show notes

    Im Dorf nicht übertreiben mit dem Prozessionseifer

    Warum man "die Kirche im Dorf lassen" soll – dazu gibt es zwei halbwegs plausible Erklärungen. Die eine geht so: Der Ausdruck geht auf die Zeit zurück, in der die katholische Kirche noch viele Prozessionen auf dem Land durchführte. Dummerweise haben Dörfer aber die Eigenschaft, dass sie klein sind. Eine Prozession, die von einem Ende des Dorfes zum anderen geht, wäre also schnell zu Ende und machte nicht viel her. Und wenn weitere Gläubige aus der Umgebung teilnehmen würden, platzte das Dorf schnell aus allen Nähten. Also gab es Bestrebungen, die Prozessionen außerhalb der Dörfer auszutragen, sodass die Kirche – gemeint war nicht das Kirchhaus, sondern die Kirchengemeinde – sich aus dem Dorf herausbegeben musste. Das stieß jedoch auf Widerstand. Viele meinten: Nein, die Kirche – das Kirchenleben – gehört ins Dorf. Da soll man es doch belassen, auch wenn die Prozession dann eben kleiner ausfallen mag. – Das passt auch zur heutigen Bedeutung des Ausdrucks "Die Kirche im Dorf lassen" im Sinne von: Lasst es uns nicht übertreiben, es geht auch eine Nummer kleiner.

    Eine Frage der Macht: Als Dorfkirchen über Stadtkirchen regierten

    Eine weiter mögliche Erklärung führt den Ausdruck auf das späte Mittelalter zurück. Dort wurde der Ausdruck zum ersten Mal nachgewiesen, auch in Frankreich. Bis ins späte Mittelalter hinein wurden neue Siedlungen in enger Zusammenarbeit mit der Kirche gegründet. Die Kirche war im Dorf verwurzelt; sie war Kristallisationskern neuer Siedlungen. Diese Dorfkirchen regierten anfangs auch über viele Stadtkirchen. Beispiel Ulm: Bevor das Ulmer Münster gebaut wurde, lag die für Ulm zuständige Pfarrkirche außerhalb der Stadt. Verwaltet wurde sie auch nicht von Ulm, sondern vom Kloster Reichenau. So war es in vielen Städten. Die Städte hatten über ihre Kirchen wenig zu sagen, denn die wurden organisatorisch von Pfarrkirchen auf dem Land verwaltet. Das änderte sich im späten Mittelalter, als die Kathedralen gebaut wurden. Da wurden die Stadtgemeinden nach und nach so groß und mächtig, dass sie sich nicht mehr von den Dorfpfarreien regieren lassen wollten und sich von ihnen abkapselten. Das wiederum passte den Dorfpfarreien nicht. Denn die fürchteten, an Bedeutung zu verlieren, wenn sich die Städte alle von ihnen loslösten. Deshalb gaben sie die Parole aus: Man möge doch die Kirche im Dorf lassen, also da, wo sie traditionell gewachsen ist. Der Vorteil dieser Erklärung ist: Sie passt ein bisschen besser zu den historischen Quellen. Der Nachteil ist: Der Bezug zur heutigen Verwendung dieses Ausdrucks ist weniger deutlich.

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