Woher stammt die “Quarantäne”? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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Wie kommen die Westindischen Inseln zu ihrem Namen?
Aug 23, 2026
Show notes
Die "Westindischen Inseln" liegen in der Karibik. Sie waren also das erste, was Kolumbus nach seiner Atlantiküberquerung zu Gesicht bekam. In der Logik eines "Indienreisenden" müssten diese Inseln also Indien im Osten vorgelagert sein.
Den Namen "westindisch" bekamen die Inseln allerdings nicht von Kolumbus selbst. Sie erhielten ihn erst viele Jahre später, als längst klar war, dass Kolumbus nicht Asien erreicht hat, sondern einen neuen Kontinent namens Amerika. Es war zu dem Zeitpunkt also klar, dass diese Inseln nichts mit Indien zu tun haben. Das Rätsel löst sich, wenn man sich die Kolumbus-Geschichte genauer anschaut.
Kolumbus wollte nach Asien, aber nicht explizit nach Indien
Entgegen dem weit verbreiteten Mythos hat Kolumbus zu keinem Zeitpunkt geglaubt, Indien erreicht zu haben. Er wollte zwar Asien erreichen, aber nicht explizit Indien. In seinen Aufzeichnungen, auch in seinen Bordbüchern, steht nicht "India", sondern es findet sich immer der Ausdruck "Las Indias". Das ist ein Plural, wörtlich: "Die Indien", als ob es mehrere Länder dieses Namens gäbe.
Gemeint waren damit aber im damaligen Sprachgebrauch all die Ländereien in und jenseits von Indien – also der gesamte ostasiatische Raum. Als Kolumbus in der Karibik war, wähnte er sich in der Höhe von Japan. Später glaubte er, China erreicht zu haben – aber nicht Indien.
Zwei Gruppen von indischen Inseln
Als ein paar Jahre nach Kolumbus' Tod klar war, dass er gar nicht in Asien war, sondern einen neuen Kontinent entdeckt hatte, blieb der Ausdruck "Las Indias" dennoch bestehen – als Ausdruck für eben jene Inseln in der Karibik, die Kolumbus tatsächlich angefahren hat. So gab es aus Sicht der europäischen Seefahrer schließlich zwei Gruppen von "indischen Inseln": Zum einen diejenigen, die buchstäblich in Indien und dahinter liegen – also in Asien – und die anderen vor dem amerikanischen Kontinent.
Die einen lagen Richtung Osten, die bezeichnete man als ostindisch – da gab es dann auch die berühmte Ostindien-Handelskompanie. Und die anderen lagen, wieder von Europa aus gesehen, Richtung Westen. Also nannte man sie westindische Inseln. Die Ausdrücke Ost und West beziehen sich also nicht auf die Lage innerhalb eines vermeintlichen Indiens, sondern auf die Perspektive der Seefahrer.
Wie lassen sich Altersflecken entfernen und kommen die wieder?
Aug 21, 2026
Show notes
Es gibt zwei verschiedene Arten von Flecken auf dem Handrücken. Zum einen die braunen, die man nicht tasten kann, wenn man mit geschlossenen Augen darüberfährt. Die anderen sind ein bisschen erhaben, so 3D-mäßig. Die nennt man Stukkokeratosen – wie der Stuck an der Decke. Das sind Verhornungen, die etwas erhaben sind.
Mit dem Rubinlaser gegen Altersflecken
Zum Entfernen benutzt die Ärztin oder der Arzt verschiedene Verfahren. Für die Flecken, die nicht erhaben sind, nimmt man zum Beispiel den Rubinlaser. Das ist vom Schmerz her gut auszuhalten. Es ist zwar ein Hitzeimpuls, aber man braucht keine Betäubung und es ist schnell vorbei. Der Rubinlaser erhitzt das braune Pigment. Er sieht genau das Braun; die helle Haut wird dadurch nicht beeinträchtigt. Das Pigment wird erhitzt, verändert seine Farbe und wird dann schwarz. An den Händen verabschiedet sich diese Verfärbung nach ungefähr drei Wochen. Dann ist die Stelle im besten Fall hautfarben oder vielleicht noch eine Weile leicht gerötet. Im Gesicht geht das sogar innerhalb einer Woche wieder auf Normalzustand.
Stukkokeratose: Behandlung mit Kürette oder Laser
Die 3D-Knüppelchen muss man entweder mit einer Kürette abschaben oder mit einem chirurgischen Laser abgetragen. Das geht gut, allerdings hat man dann eine Schürfwunde. Das ist ein bisschen schmerzhafter. Manchmal wird eine Betäubungscreme vorgegeben oder sogar eine Betäubungsspritze. Weil es eine offene Wunde ist, muss man sehr gut aufpassen, dass es sich nicht infiziert und danach nicht nochmal verfärbt. Jeder, der sich die Hände wegen solcher störender Flecken lasern lässt, muss vier Wochen vorher und vier Wochen danach unbedingt darauf achten, die Haut nicht zu bräunen – raus aus der Sonne und Sonnencreme nutzen. Dann hat man gute Chancen, dass die Flecken lange Jahre wegbleiben.
Sind Tee und Kaffee Kalziumräuber und schlecht für die Knochen?
Aug 20, 2026
Show notes
Der Ausdruck "gut für die Knochen" bezieht sich auf die Knochendichte. Die wird durch Tee neueren Untersuchungen zufolge sogar eher leicht gestärkt, während sich Kaffee wenig oder allenfalls leicht negativ auswirkt. Gleichzeitig ist das Thema ein schönes Beispiel dafür, wie medizinische Aussagen zustande kommen oder sich mit der Zeit verändern.
Osteoporose: Wenn die Knochendichte nachlässt
Relevant ist die Frage nach dem Kalzium, weil die Knochendichte vor allem bei Frauen in der Postmenopause oft nachlässt und zu Osteoporose führen kann. Und wie sich ein Nahrungsmittel auf die Knochendichte auswirkt, macht man oft am Kalzium fest. Um Kalzium zu uns zu nehmen, können wir regelmäßig kalziumreiches Wasser trinken, grünes Gemüse essen oder Milchprodukte.
Koffein hat Einfluss auf Kalziumaufnahme des Körpers
Tee und Kaffee enthalten nun Koffein. Dieses Koffein wirkt sich darauf aus, wie wir das enthaltene Kalzium verarbeiten. Koffein bewirkt, dass wir weniger Kalzium aus dem Darm aufnehmen und dann mehr Kalzium über die Niere wieder ausscheiden. Daher kommt das Image als "Kalziumräuber", das aber inzwischen weitgehend widerlegt ist.
Denn der Effekt ist relativ gering im Verhältnis zur sonstigen Ernährung. Durch den regelmäßigen Verzehr von grünem Gemüse oder Milchprodukten könne man den Kalzium-Verlust durch Koffein locker kompensieren, so die einschlägigen Empfehlungen. Das sind ja nur Überlegungen, die sich auf das Kalzium im Körper beziehen. Zwar liegt der Schluss nahe, dass eine hohe Kalziumaufnahme auch der Knochendichte zugutekommt, aber aussagekräftiger sind Untersuchungen, die die Knochendichte direkt messen.
Tee ist eher gut für die Knochen
Von solchen Untersuchungen gibt es inzwischen einige, und sie zeigen, dass Tee im Zweifel eher gut ist für die Knochen.
Es gibt zum Beispiel eine Studie australischer Mediziner von 2025. Die haben die Daten einer umfangreichen Osteoporose-Studie an fast 10.000 Frauen ausgewertet. Die Frauen waren in der zweiten Lebenshälfte, hatten also die Menopause schon hinter sich. In dieser Studie wurde mit Röntgenuntersuchungen mehrmals über einen Zeitraum von zehn Jahren die Knochendichte gemessen, und zwar in den Knochen, die bei Osteoporose besonders anfällig für Frakturen sind: der Oberschenkelhals und die Hüfte. Außerdem haben sie die Frauen nach ihren Tee- bzw. Kaffeetrinkgewohnheiten gefragt. Beides haben sie ins Verhältnis gesetzt. Darüber hinaus wurden weitere Parameter erfasst: Wie ernähren sich die Frauen sonst? Rauchen sie? Trinken sie Alkohol? Und so weiter. Diese Effekte wurden statistisch möglichst rausgerechnet.
Bei den Kaffeetrinkerinnen entsprach das Ergebnis den Erwartungen. Geringer Kaffeekonsum hat die Knochendichte kaum messbar verändert. Mehr als fünf Tassen Kaffee täglich erweisen sich als schlecht für die Knochendichte, vor allem dann, wenn die Frauen auch rauchen. Das entspricht dem, was man vom Kalziumhaushalt erwarten würde.
Teetrinkerinnen haben etwas höhere Knochendichte
Beim Tee war es aber anders. Eigentlich bremst auch das Koffein im Tee die Kalziumaufnahme im Körper. Trotzdem hatten die Teetrinkerinnen eine höhere Knochendichte als Frauen, die weder Tee noch Kaffee trinken. Die Gründe dafür sind nicht klar. Ein möglicher Grund sind andere im Tee enthaltene Inhaltsstoffe, nämlich die Katechine. Es gibt Hinweise, dass die das Knochenwachstum fördern bzw. dem Knochenabbau entgegenwirken. Allerdings funktioniert diese Erklärung nur bei grünem Tee – denn im schwarzen Tee sind durch die Fermentierung kaum noch Katechine enthalten.
Auf jeden Fall ist die höhere Knochendichte der Teetrinkerinnen bei den Hüftknochen signifikant messbar. Die Forscher schreiben aber auch: Der Effekt macht nicht so viel aus. Der Unterschied in der Knochendichte zwischen Tee- und Nicht-Tee-Trinkerinnen beträgt gerade mal 0,4 Prozent.
Das war jetzt das Ergebnis einer Studie – andereStudien kommen aber zu ähnlichen Ergebnissen.
Kalziumreiche Lebensmittel gegen Osteoporose
Messen kann man also, dass Tee für eine leicht höhere Knochendichte sorgt und viel Kaffee eher für eine geringere. Für die Entwicklung von Osteoporose scheint das aber nicht der entscheidende Faktor zu sein. Wer vorbeugen will, sollte nicht primär beim Tee- oder Kaffeekonsum anfangen, sondern sich auf andere Dinge konzentrieren: grünes Gemüse, Milchprodukte oder kalziumreiches Mineralwasser.
Warum hat der Mond keine Atmosphäre?
Aug 20, 2026
Show notes
Der Mond ist zu klein und zu leicht
Der Mond ist schlicht zu klein und zu leicht, um eine Atmosphäre zu haben. Damit ein Himmelskörper eine Atmosphäre hat, braucht er eine gewisse Masse, um Gasmoleküle durch seine Gravitationskraft bei sich zu halten.
Der Mond ist 80-mal leichter als die Erde. Damit ist seine Anziehungskraft einfach zu schwach. Um eine Atmosphäre an sich zu binden, müssen Himmelskörper schon etwas größer sein.
Auch auf das Magnetfeld kommt es an
Man sieht das gut im Vergleich von Mars und Venus. Der Mars hat auch nur eine sehr dünne Atmosphäre, denn er ist viel kleiner als die Erde – seine Masse beträgt lediglich ein Neuntel der Erdmasse. Es gibt Hinweise, dass der Mars früher eine dichtere Atmosphäre hatte, dass die sich aber verflüchtigt hat. Nicht nur, weil der Mars so klein ist, sondern auch, weil er kein Magnetfeld hat. Die Erde hat ein Magnetfeld. Das schützt sie unter anderem vor dem sogenannten Sonnenwind – also geladenen Teilchen, die von der Sonne kommen. Weil aber der Mars kein Magnetfeld hat, ist er dem Sonnenwind schutzlos ausgesetzt; seine einst etwas mächtigere Atmosphäre wurde davongetragen.
Venus hat dichte Atmosphäre
Ganz anders dagegen sieht es auf der Venus aus; die hat eine sehr dichte Atmosphäre – die Venus ist ja auch fast so groß wie die Erde. Verschiedene Faktoren entscheiden also über das Vorhandensein einer Atmosphäre. Vor allem die Größe, aber auch Faktoren wie das Magnetfeld.
Ab wann und wie oft sollte man zum Hautkrebs-Screening gehen?
Aug 18, 2026
Show notes
Hautkrebs-Screening ab 18 Jahren
Ich halte das Screening immer für sinnvoll, aber vor allem ab 18 Jahren. Da steigt das Risiko, dass sich ein schwarzer Hautkrebs entwickeln kann.
Bei der Hautkrebsvorsorge schauen wir Hautärzte den ganzen Körper an: die Kopfhaut, den Bereich hinter den Ohren, die Mundschleimhaut. Es geht also nicht nur um die Haut, sondern auch um einsehbare Schleimhäute. Wir schauen zwischen die Zehen und im Intimbereich.
Wir schauen dabei Leberflecken an und neu entstandene Pigmente. Wir nutzen gern das Auflichtmikroskop, um die genauere Struktur zu beurteilen. Aber wir schauen auch auf andere Hautveränderungen. Manchmal ist es zum Beispiel eine Vorstufe von weißem Hautkrebs. Oder Sonnenschäden, wo man sieht: Das geht jetzt in eine falsche Richtung, hier muss man besser aufpassen.
ABCDE-Regel: Worauf jeder selbst achten kann
Aber jeder kann auch selbst zu Hause gucken. Wir sollten unseren Körper kennen. Ich sage immer: bei der Liebe das Licht anlassen. Man sollte also den Partner mal bei hellem Licht inspizieren, denn auf dem Rücken oder an intimer Stelle sieht man sich ja selbst schlecht.
Eine Regel, die jeder kennen sollte, ist die ABCDE-Regel:
A: Ein Fleck ist asymmetrisch in ein oder zwei Ebenen
B: Der Fleck ist unscharf und unregelmäßig begrenzt
C: Die Coloration geht in Richtung schwarz, dunkel, scheckig, grau, helle Areale
D: Der Durchmesser ist über einen halben Zentimeter
E: Es hat sich eine Erhabenheit entwickelt
Das sind Alarmzeichen, die einem helfen können zu entscheiden: Ja, jetzt muss ich wirklich mal zum Hautarzt gehen. Das heißt nicht immer, dass es Krebs ist. Aber so kann man schauen, in welche Richtung so ein Fleck geht.
Auch neue Flecken sind manchmal Vorstufen oder schon Melanome. Die entwickeln sich nämlich gar nicht so oft aus Leberflecken, sondern häufig einfach auf der normalen Haut.
Wie oft sollte man zum Screening beim Hautarzt gehen?
Ich finde, dass man jährlich zum Hautkrebs-Screening kommen sollte, auch wenn die Krankenkassen bisher nur alle zwei Jahre bezahlt haben und es eventuell sogar abgeschafft werden soll. Am besten macht man beim Arzt gleich den Termin fürs nächste Jahr.
Wichtig ist auch, schon einen guten Hautarzt zu haben, bevor ein Verdacht besteht. Der Hausarzt kann bei der Vermittlung helfen. Viele Hausärzte bieten mittlerweile auch selbst das Screening an.
Wie bestimmt man das Alter von Sternen?
Aug 16, 2026
Show notes
13,6 Milliarden alter Stern enthält kein Eisen
Es gibt verschiedene Methoden, das Alter von Sternen zu berechnen. Das kann man gut an einem Stern festmachen, von dem es heißt, er sei der älteste bisher bekannte Stern überhaupt.
Dieser Stern ist, astronomisch gesehen, gar nicht weit weg von uns. "Nur" 6.000 Lichtjahre entfernt befindet er sich in unserer Galaxie – ist also Teil der Milchstraße. Dieser Stern wird auf ein Alter von 13,6 Milliarden Jahren geschätzt. Das würde bedeuten, er wäre 200 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden – das war ein ziemlich frühes Stadium der Sternentstehung. Das heißt auch: Der Stern ist entstanden, bevor sich unsere Galaxie gebildet hat. Dass er so alt ist, schließen die Wissenschaftler daraus, dass er – das kann man aus den Spektrallinien entnehmen – kein Eisen enthält.
Was hat das Eisen mit dem Alter der Sterne zu tun?
Die chemischen Elemente haben sich erst mit der Zeit gebildet. Am Anfang gab es nur leichte Elemente: Wasserstoff, Helium, Lithium. Die erste Sternengeneration kann nur aus diesen Elementen bestanden haben.
Alle schweren Elemente – Kohlenstoff, Magnesium, Eisen – sind aus den leichten "zusammengebacken". Dafür sind extrem hoher Druck und Temperaturen notwendig, wie es sie nur im Inneren von Sternen gibt, bzw. unter den Bedingungen einer Supernova – also wenn ein Stern am Ende seines Daseins explodiert.
Einen Stern aus der ersten Generation hat man noch nicht gefunden, aber oben genannte stammt offenbar aus der zweiten Generation. Denn er enthält zwar Kohlenstoff und Magnesium – also schon einige schwere Elemente – aber offenbar noch keinerlei Eisen. Für diese frühen Sterne ist also der Eisengehalt ein wichtiges Kriterium, um das Alter zu bestimmen.
Größe und Farbe des Leuchtens helfen bei der Altersbestimmung
Ein wichtiger Anhaltspunkt zur Altersbestimmung ist die Größe und die Farbe, in der ein Stern leuchtet. Sterne leuchten, weil sie Wasserstoffatome zu Helium verschmelzen und dabei Energie frei wird.
Die Größe ist deshalb wichtig, weil große Sterne schneller "alt" werden. Sie haben nämlich einen großen Energieumsatz, der Wasserstoff ist viel schneller aufgebraucht. Während das passiert, verändert sich auch die Farbe des Lichts.
Im Jungstadium sind Sterne eher bläulich. Je älter sie werden, desto mehr verschiebt sich die Farbe ins Rötliche. Wenn Astronomen einen Stern beobachten, können sie die Helligkeit messen – und da gilt die einfache Regel: je heller ein Stern, desto größer ist er. Sie können auch das Farbspektrum analysieren und daraus ableiten, welches Reifestadium der Stern hat. Aus diesen beiden Informationen – Größe und Reifestadium – lässt sich das Alter auch einigermaßen abschätzen.
Beruht die Strandung der Arche Noah am Berg Ararat auf Fakten?
Aug 15, 2026
Show notes
Meeresspiegel reichte nicht bis zum Berg Ararat
Nein. Der Berg Ararat, der an der türkisch-armenischen Grenze steht, ist über 5.000 Meter hoch. Dort auf geologisch nachvollziehbare Weise einen Meeresspiegel hinzubekommen, ist schlichtweg unmöglich – wenn man davon ausgeht, dass es sich dabei um eine historische Tatsache handelt.
Man könnte natürlich auch sagen: "Arche Noah am Ararat gestrandet" muss ja nicht heißen, dass die Arche gleich auf 5.000 Metern Höhe gestrandet ist. Sie könnte ja auch weiter unten gestrandet sein, etwa bei 1.000 oder auch 2.000 Metern. Aber auch das ist geologisch eigentlich völlig ausgeschlossen. Denn selbst wenn man annimmt, dass alles Eis auf der Erde einmal schmelzen würde, dann hätte man noch einen Anstieg von einigen 10 Metern, aber das war es dann auch.
Im Vergleich: In der letzten Eiszeit, als sehr viel mehr Eis gebunden war und als es sehr viel mehr Gletscher gab, war der Meeresspiegel 100 bis 120 Meter tiefer als heute. Wenn man das ganze Eis schmelzen lassen würde, wäre er vielleicht noch einmal etwa 80 bis 100 Meter höher. Das würde aber nicht reichen, um eine "Arche Noah" am Ararat stranden zu lassen.
Deswegen ist es für mich auch kein Wunder, dass man dort nichts gefunden hat. Man hat Steinbögen gefunden. Da hat man vermutet, dass das fossile bzw. versteinerte Überreste der "Arche Noah" sein könnten. Aber das hat sich alles nicht als Wahrheit oder tatsächliche Sensation herausgestellt.
Gigantische Flutung am Schwarzen Meer vor 7.500 Jahren?
Es gibt Informationen darüber – das hat mit dem Ararat allerdings weniger zu tun – dass es vor 7.500 Jahren am Schwarzen Meer zu einer gigantischen Flutung gekommen sein könnte. Das heißt, das Schwarze Meer war auch während der Eiszeiten 100 bis 120 Meter tiefer als heute. Das war ein Süßwassersee. Und dann – so die Theorie – ist nach der Eiszeit durch das Schmelzen von Gletschern der Meeresspiegel gestiegen, das Mittelmeer ist gestiegen. Irgendwann hat es dann auch den Bosporus überschwemmt. Und dann kam jede Menge Wasser den Bosporus herunter: 20-mal stärker als der Niagarafall, so heißt es.
Dadurch wurde das Schwarze Meer erstens salzig und zweitens ist der Meeresspiegel gestiegen. Aber nicht wesentlich höher als er heute ist. Das ist die andere Theorie, für die es einige Belege gibt, aber da ist noch vieles unsicher. Die Suche am Ararat hat aber mit diesen neueren Erkenntnissen nichts zu tun.
Flutung: möglicherweise Einfluss auf das Gilgamesch-Epos
Wenn es diese Überschwemmung tatsächlich gegeben hat vor 7.500 Jahren, dann, so eine Überlegung, könnte dieses Ereignis möglicherweise das Gilgameschepos im Zweistromland ausgelöst haben. Aus diesem Epos wäre dann später die Geschichte der "Arche Noah" entstanden.
Der Haken: Wenn es die große Sturzflut am Schwarzen Meer wirklich gab, hätte hat das Ereignis 5500 v. Chr. stattgefunden. Das Gilgamesch-Epos selbst ist aber erst 2.000 Jahre später entstanden. Das heißt, diese 2.000 Jahre hätten durch mündliche Überlieferung überbrückt werden müssen. Und ob das so sein kann oder nicht, ist schwer zu beantworten.
Ist jedes Bier isotonisch oder nur alkoholfreies?
Aug 14, 2026
Show notes
Selbst wenn normales Bier isotonisch wäre, dürften die Bierbrauer nicht damit werben, weil alkoholische Getränke generell nicht mit nährstoffbezogenen Hinweisen werben dürfen. Aber normales Vollbier ist auch nicht isotonisch, sondern wegen des zusätzlichen Alkohols hypertonisch.
Isotonisch: so viele Nährstoffe und Mineralien wie unser Blut
Isotonisch sind Getränke dann, wenn sie genauso viele Nährstoffe und Mineralien bzw. genauso viele gelöste Teilchen enthalten wie unser Blut. Dann nämlich, sagen Ernährungsphysiologen, kann der Körper zumindest bei sportlicher Anstrengung die Flüssigkeit und die Mineralien am besten und schnellsten aufnehmen.
Wenn eine Flüssigkeit zu viele Nährstoffe enthält – zum Beispiel ein unverdünnter Fruchtsaft – dann entziehen sie dem Körper eher Flüssigkeit. Ähnlich ist es beim Vollbier. Es ist nicht so nährstoffreich wie zum Beispiel purer Orangensaft. Aber Bier ist im Hinblick auf den Nährstoffgehalt "dicker" als das Blut. Deshalb ist es nicht isotonisch ("iso" bedeutet "gleich"), sondern hypertonisch ("hyper" bedeutet "über").
Mineralien werden beim Alkoholabbau ausgeschieden
Gut zu wissen: Mineralien aus dem Bier, die beim Alkoholabbau in der Leber zum Teil gleich wieder ausgeschieden werden, kommen dem Körper nicht zugute. Die Vorstellung, normales Bier und alkoholfreies Bier unterscheiden sich nur darin, dass man sich mit alkoholhaltigem Bier betrinken kann, ist also falsch.
Auch beim alkoholfreien Bier gibt es Ausnahmen: Die Stiftung Warentest hat das vor ein paar Jahren untersucht und festgestellt, dass viele alkoholfreie Weizen nicht isotonisch sind, obwohl sie zum Teil dafür werben. Sie sind vielmehr hypotonisch, also "dünner" als Blut. Letztlich aber sind das Unterschiede, um die sich der normale Breitensportler nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen sollte – erst bei stundenlangem Ausdauersport, das entspricht der Kategorie "Marathonläufer", wird das interessant. Aber auch dann muss es kein spezieller Fitness-Drink sein – eine Apfelsaftschorle ist genauso isotonisch.
Welche Ernährung hilft bei Neurodermitis?
Aug 13, 2026
Show notes
Proteine für die Reparatur der Haut
Die Haut ist Teil des gesamten Organismus. Daher sollte man bei jeder Hauterkrankung auf die Ernährung achten. Antientzündliche Ernährung ist eine pflanzenbetonte Kost. Wir brauchen aber immer auch genug Proteine, weil die Hautreparatur über Eiweiß gelingt. Wenn jemand eine schuppende Hauterkrankung hat, verliert er eine ganze Menge Eiweiß. Wenn das Immunsystem in Wallung ist, wie bei einer Neurodermitis, braucht es genug Proteine. Außerdem Vitamin D, Zink, Selen, Omega-3-Fettsäuren.
Reichlich Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora
Eins meiner Lieblingsthemen ist außerdem die Darmflora, da gibt es schon viele gute Untersuchungen. Wir brauchen unbedingt 30 Gramm Ballaststoffe am Tag. Das lässt sich mit kostenlosen Apps im Handy tracken. Besonders gut geeignet für eine vielfältige und hautgesundheitsförderliche Darmflora sind zum Beispiel Akazienfasern, aber auch Flohsamenschalen, Leinsamen und viele andere lösliche Ballaststoffquellen, zum Beispiel aus bitteren Salaten und Wurzelgemüsen.
Fermentierte Lebensmittel unterstützen
Hilfreich ist auch lebendige Nahrung. Es gibt Hersteller, die Pülverchen empfehlen, denen Milchsäurebakterien zugeführt werden, Bifidobakterien. Aber das geht auch zum Beispiel mit frischem Sauerkraut, das man selbst fermentiert hat oder von der Frischetheke kauft. Es darf nicht erhitzt sein, damit die Bakterien leben. Wenn man Milchprodukte verträgt, geht auch Kefir. Auch Kimchi vom Koreaner oder sogenannte effektive Mikroorganismen. Und Salat aus dem Garten. All das reichert die eigene Darmflora an und kann von innen die Anti-Entzündung unterstützen.
Gibt es eine globale Verdunkelung?
Aug 12, 2026
Show notes
Aerosole: Sonneneinstrahlung ist heute geringer als vor 50 Jahren
Grundsätzlich ja. Mit globaler Verdunkelung (engl. Global Dimming) ist gemeint, dass im weltweiten Durchschnitt heute ein paar Prozent weniger Sonneneinstrahlung auf der Erde ankommt als etwa 1960. Der Hauptgrund dafür ist die Luftverschmutzung. Beim Verbrennen von Kohle, Öl und Gas, aber auch Holz gelangen kleinste Partikel – sogenannte Aerosole – in die Atmosphäre. Diese Aerosole verdunkeln zum einen selbst den Himmel, zum anderen sind es Kondensationskeime für Wassertröpfchen. Sie führen damit zu einer verstärkten Wolkenbildung. Und Wolken verdunkeln den Himmel ebenfalls. Sie reflektieren Sonnenstrahlen.
Warum erwärmt sich die Erde trotz verminderter Sonneneinstrahlung?
Wenn heute weniger Sonnenstrahlen auf die Erde kommen als 1960, müsste es doch eigentlich kühler werden – doch alle seriösen Klimaforscher sagen, es wird wärmer. Wie passt das zusammen?
Zum einen liegt es daran, dass die globale Erwärmung durch den Treibhauseffekt stärker ist. Beim Treibhauseffekt geht es darum, dass Energie, die über Sonnenstrahlen zur Erde gelangt, stärker als früher in der Atmosphäre bleibt. Dieser Effekt ist unterm Strich stärker als der Verdunkelungseffekt. Viele Klimaforscher vermuten sogar, ohne den Verdunkelungseffekt durch die Luftverschmutzung wäre das Klima heute noch wärmer als es ohnehin schon ist. Außerdem hat die Verschmutzung selbst neben einem kühlenden auch einen wärmenden Effekt. Denn ein Teil der Aerosole liegt in Form von Ruß vor – und Ruß hat wiederum eine Treibhauswirkung, weil er Wärme absorbiert.
Noch etwas kommt bei der Betrachtung hinzu: Der Vergleich zwischen der Situation heute und 1960 ist etwas unpräzise, denn die Entwicklung ist längst wieder rückläufig: Seit den 1980er-Jahren geht vor allem in den westlichen Industrieländern die Luftverschmutzung zurück – wohlgemerkt: Damit sind Schmutzpartikel gemeint, nicht der Ausstoß von Treibhausgasen! Die Atmosphäre wird also wieder klarer und der Verdunkelungseffekt lässt inzwischen schon wieder nach. Es ist aber von Region zu Region unterschiedlich: Über Ländern, die erst in den letzten Jahrzehnten industriell aufgeholt haben und auch noch stark auf Kohle setzen – so wie China – ist die Verdunkelung noch stärker ausgeprägt als bei uns, wo der Himmel schon wieder messbar "heller" ist als 1980.
Wie passt das Problem der Lichtverschmutzung dazu?
Bei der Lichtverschmutzung geht es nicht um Sonnenlicht, sondern um das künstliche Licht. Darum, dass wir vor lauter künstlicher Beleuchtung in den Städten den Himmel nicht mehr sehen. Aber indirekt trägt das auch dazu bei, dass der globalen Verdunkelung über vielen Städten eine lokale Erhellung des Himmels entgegensteht. Denn wenn es bewölkt ist, reflektieren die Wolken die Lichter der Großstadt.
Das hat Konsequenzen: Früher war der Himmel in klaren Nächten heller als wenn es bewölkt ist. Bei wolkenverhangenem Himmel war der Nachthimmel pechschwarz, während in klaren Nächten immerhin noch der Mond sowie die Summe der Sterne etwas Licht zur Erde warfen.
Heute ist es, vor allem über den großen Städten, umgekehrt: Da reflektieren die Wolken so viel Licht von den Städten, dass der Himmel heller ist als in klaren Nächten. Berliner Forscher haben sogar herausgefunden, dass es bei den verschiedenen Lichtanteilen Unterschiede gibt. Die roten Anteile des Lichts werden von den Wolken besonders stark reflektiert – man könnte übertrieben formulieren: Der Himmel wird zur Rotlichtzone.
Es gibt also den Effekt einer Globalen Verdunkelung – bezogen auf das Tageslicht. Aber erstens geht der schon wieder zurück. Und zweitens gibt es gleichzeitig vielerorts den Effekt einer Aufhellung des Himmels nachts.