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    1000 Antworten

    Woher stammt die “Quarantäne”? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
    Viele Episoden dieses Podcasts stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz. Ihr könnt diese Episoden unter Angabe der Quelle und der Lizenz unverändert in Eurem eigenen Digitalangebot dauerhaft veröffentlichen. Die Episoden dürfen dabei nicht verändert oder kommerziell genutzt werden. Die Lizenz lautet CC BY-NC-ND 4.0.

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    Latest Episodes:
    Was treibt Hamster ins Hamsterrad? Sep 17, 2026
    Show notes

    Nagetiere laufen sehr viel

    Kurze Antwort. Der Bewegungsdrang. Wilde Goldhamster müssen in der freien Natur ziemlich viel laufen. Sei es, um Nahrung zu suchen, um vor Feinden wegzulaufen oder auf der Suche nach einem Partner. Das ist auch nicht nur bei Hamstern so, sondern bei praktisch allen Nagetieren. Es gibt auch Laufräder für Meerschweinchen. Dass man trotzdem meistens vom Hamsterrad spricht, liegt vor allem daran, dass Laufräder für andere Nager nicht so verbreitet sind. Das wiederum kommt vor allem daher, dass andere Nagetiere größer sind und größere Laufräder bräuchten. Wenn man ein Meerschweinchen in ein Hamsterrad setzen würde, wäre es dauernd im Hohlkreuz.Das wäre nicht so gesund. Dass der Bewegungsdrang in der Natur der Tiere liegt, kann man auch experimentell zeigen. Wenn man Hamstern eine Laufradattrappe zur Verfügung stellt – ein Rad, das sich gar nicht dreht – dann fangen sie irgendwann an, am Gitter des Laufstalls zu nagen oder versuchen gar, hochzuklettern. Das kann man als Ausbruchsversuch deuten, zumindest aber als ein Zeichen, dass sich das Tier nicht wohlfühlt.

    Laufen ist kein Suchtverhalten

    Die Vermutung, das Laufen könnte ein Suchtverhalten sein, ist inzwischen widerlegt. Wäre es ein Suchtverhalten, würden die Tiere zum Beispiel mehr laufen als ihnen guttut – das ist ein typisches Merkmal von Sucht. Das tun sie aber nicht; sie können auch mal aufhören. Nun könnte man sagen: Wenn sie aufhören, dann vielleicht nur deshalb, weil sie schlapp sind und einfach nicht mehr können. Stimmt aber auch nicht. Auch dazu gibt es Versuche. Wenn man nämlich die Tiere stresst, indem man zum Beispiel ein Frettchen in ihrer Sichtweite positioniert – Frettchen sind natürliche Fressfeinde – dann laufen sie besonders viel, wie in der Natur auch. Das heißt aber im Umkehrschluss: Wenn sie mal aus dem Laufrad aussteigen, dann nicht, weil sie nicht mehr können, sondern weil ihr Bewegungsdrang gestillt ist. Ähnlich wie wenn Menschen einen Spaziergang beenden – Spazierengehen macht ja in der Regel auch nicht süchtig.

    30.000 Umdrehungen pro Nacht – 20 bis 30 Kilometer

    Wenn ein Tier in einem Hamsterrad bis zu 30.000 Umdrehungen in der Nacht zurücklegt und man das umrechnet, sind es 20 bis 30 Kilometer. Weibchen laufen während ihres Eisprungs mehr – auch das liegt in ihrer Natur, denn in der freien Wildbahn würden sie sich auf Männersuche begeben. Wenn sie aber Junge haben, interessiert sie das Laufrad gar nicht. In der Natur würden sie sich auch um den Nachwuchs kümmern, statt durch die Landschaft zu laufen. Dank an: Sabine Gebhardt, Universität Bern

    Werden die Tage zwischen Sommer und Winter gleichmäßig kürzer? Sep 11, 2026
    Show notes

    Nein: Die Tage werden am Anfang langsam kürzer, dann schneller, dann wieder langsamer. Am längsten hell ist es zur Sommersonnenwende – also am 21. Juni. Da vergehen von Sonnenaufgang bis Untergang 16 Stunden und 12 Minuten. Das andere Extrem ist die Wintersonnenwende am 21. Dezember, da dauert der Tag 8 Stunden und 13 Minuten.

    Keine regelmäßige Verkürzung oder Verlängerung

    Der Unterschied zwischen der Tageslänge im Sommer und im Winter beträgt also etwa 8 Stunden. Wäre dieser Übergang gleichmäßig, würden die Nächte also stetig immer länger, sähe die Rechnung so aus: Das halbe Jahr zwischen Sommer und Winter hat 182 Tage. In diesen 182 Tagen nimmt die Tageslänge um 8 Stunden ab. Würde das gleichmäßig passieren, wären das etwas mehr als 2 ½ Minuten pro Tag. – Und nach dem 21. Dezember würden die Tage dann genauso gemächlich wieder zunehmen. So ist es aber nicht. Tatsächlich ist es wie folgt: Um die Sommer- bzw. Wintersonnenwende herum, also Ende Juni und Ende Dezember, ändern sich die Tageslängen nur langsam, nämlich pro Tag jeweils um etwa 1 Minute. Dagegen kommt in der Zeit um den Herbstanfang herum, also Ende September, die Dunkelheit in schnellen Schritten. Dann werden die Nächte – Nacht für Nacht – knapp 4 Minuten länger. Diese Angaben beziehen sich auf unsere Breiten, also Südwestdeutschland. Weiter im Norden sind die Unterschiede zwischen Sommer und Winter noch ausgeprägter. Aber die Änderungen erfolgen nach dem gleichen Muster: Langsam, schnell, langsam.

    Erkennbares Muster: langsam, schnell, langsam

    Dieses Muster – langsam, schnell, langsam – ist wie eine Pendelbewegung. Ein Pendel ist am oberen und unteren Wendepunkt langsam. Und am schnellsten ist seine Bewegung genau in der Mitte zwischen diesen beiden Punkten. Das gleiche Muster finden wir bei einer schwingenden Feder, an der ein Gewicht hängt. Auch hier ist die Bewegung an den Wendepunkten langsam und zwischendurch schnell. Das ist ein typisches Schwingungsmuster – und entsprechend "schwingen auch die Tageslängen", sie pendeln hin und her. Die Tageslängen hängen eng damit zusammen, wie hoch die Sonne am Himmel steht. Im Sommer steht die Sonne mittags steil am Himmel, im Winter flach. Auch diese Veränderung ähnelt einem schwingenden Pendel. Angenommen, man könnte immer mittags um 12 an die Stelle, wo die Sonne dann steht, einen „Punkt am Himmel machen“, und das über die ganze Zeit zwischen Sommer und Winter. Dann würde man sehen, dass die Punkte unmittelbar nach dem 21. Juni sehr dicht beieinander liegen, d.h. Ende Juni, Anfang Juli ändert sich der Sonnenstand nur wenig. Dann aber werden die Abstände immer größer, und besonders groß sind sie zu Herbstanfang am 23. September. Das heißt, um diese Zeit nimmt der Sonnenstand sehr schnell ab, und entsprechend schnell verkürzen sich dann auch die Tage. Mathematisch gesehen entspricht das dem Muster einer Sinuskurve.

    Kreisbewegung der Erde um die Sonne als Ursache

    Die Ursache liegt in der Kreisbewegung der Erde um die Sonne. Sommer und Winter entstehen ja, weil die Erdachse geneigt ist; bei der Umkreisung der Sonne wird mal die Nord- und mal die Südhalbkugel stärker angestrahlt. Es ist eine Art Spiel mit Licht und Schatten. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Sie haben eine Kurbel. Diese Kurbel wird von der Seite angestrahlt, sodass sie einen Schatten an der Wand erzeugt. Die Kurbel bewegt sich gleichförmig im Kreis. Doch der Schatten – die Projektion der Kurbel – bewegt sich wie eine Feder hoch und runter. Auch hier entsteht also dieses Muster. Die Entstehung von Tag und Nacht bzw. Winter und Sommer durch die Drehung um die Sonne ist räumlich ein wenig komplizierter – aber im Grunde ist es dasselbe Spiel von Licht und Schatten im Zusammenhang mit einer Kreisbewegung. Und so entsteht auch hier diese Pendeldynamik.

    Bei einer totalen Sonnenfinsternis deckt der Mond genau die Sonne ab – Zufall? Sep 09, 2026
    Show notes

    Ja. Von der Erde aus betrachtet sind Mond- und Sonnen-"Scheibe" fast gleich groß – sodass sich der Mond bei einer Sonnenfinsternis meist gerade so über die Sonne schiebt. Der besondere Effekt dabei ist, dass die Sonne zwar bedeckt ist, dafür aber die Korona der Sonne – also die rötlich leuchtende äußere Atmosphäre der Sonne – erkennbar wird. Die kann man mit guten Kameras beobachten. Aber diese "Deckungsgleichheit" von Mond und Sonne ist Zufall. Es ist auch nicht immer so: Neben den totalen Sonnenfinsternissen gibt es auch ringförmige Sonnenfinsternisse. Dann deckt der Mond die Sonne nicht vollständig ab – selbst, wenn er genau in einer Linie steht – sondern die Sonne scheint rings herum an ihm vorbei und bildet eine Art Feuerkranz.

    Wieso ist das von Mal zu Mal unterschiedlich? Der Mond kann ja seine Größe nicht plötzlich ändern.

    Das liegt daran, dass weder der Mond auf einer perfekten Kreisbahn um die Erde kreist, noch die Erde auf einer perfekten Kreisbahn um die Sonne. Die Umlaufbahnen sind Ellipsen. Im Winter zum Beispiel ist die Erde näher an der Sonne als im Sommer. Ebenso ist der Mond mal näher an der Erde und mal etwas weiter weg. Wenn der Mond gerade nahe an der Erde ist, erscheint er aus Sicht eines Beobachters größer und deckt bei einer Sonnenfinsternis mehr von der Sonne ab. Ist er weiter weg und gleichzeitig die Sonne relativ nah, dann überstrahlt die Sonne den Mond und es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Es gibt sogar – wenn auch sehr selten – den Fall, dass beides auf einmal vorkommt: Eine ringförmige Sonnenfinsternis geht dann für ein paar Sekunden in eine totale über. Es sieht dann fast so aus, als würde der Mond einmal tief "ein- und ausatmen". Dass so etwas passieren kann, liegt an der Wölbung der sich drehenden Erdoberfläche.

    Phobos und Deimos: Monde des Mars sind zu klein für eine totale Sonnenfinsternis

    Insofern kann man sagen: Die Mondscheibe ist am Himmel nicht immer genauso groß wie die Sonnenscheibe – aber der Mond hat für uns wirklich die perfekte Größe, um diese Vielfalt der Erscheinungen zu ermöglichen. Aber das ist absoluter Zufall. Das kann man sehr schön im Vergleich zum Mars sehen. Der Mars hat ja gleich zwei Monde – Phobos und Deimos – die aber beide viel zu klein sind, um jemals auf dem Mars eine totale Sonnenfinsternis zu erzeugen. Wenn es Marsmenschen gäbe, würden sie immer nur partielle Sonnenfinsternisse sehen.

    In welchem Monat sterben die meisten Menschen? Sep 01, 2026
    Show notes

    Überdurchschnittlich viele Sterbefälle im Winter

    In Deutschland gibt es die meisten Sterbefälle normalerweise im Winter, zwischen Dezember und März. Ich habe einige Leute raten lassen: Fast alle, die ich gefragt habe, vermuten die Höchstwerte spontan im November – vielleicht, weil sie damit den Totensonntag und Allerheiligen verbinden oder weil der November als besonders trister Monat gilt. Doch der November ist im Großen und Ganzen eher ein durchschnittlicher Monat. Erst danach steigen die Todesfälle an. Die höchste Sterberate verzeichnet der Februar, zumindest im langjährigen Mittel: Da rechnet die Bestattungswirtschaft mit fast 10 Prozent mehr Todesfällen als im Durchschnitt. Sie beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Spätsommer dagegen, also im August und September, liegt die Sterberate besonders niedrig: 7 Prozent unter dem Durchschnitt.

    Verschiebung in den Corona-Wintern

    Das, wie gesagt, sind die langfristigen Trends. Speziell in den "Corona-Wintern" 2020/21 sowie 2021/22 zeigt sich in den Zahlen allerdings eine leichte Verschiebung nach vorne, da war auch im November schon ein deutlicher Anstieg erkennbar, und die Höchstwerte traten im Dezember und Januar auf. Doch inzwischen sind die Verhältnisse wie vor Corona, mit den meisten Todesfällen im ersten Quartal des Jahres.

    Körper ist in den Wintermonaten anfälliger

    Wie erklärt sich die Häufung im Winter? Bei den meisten Todesfällen spielt die Jahreszeit keine Rolle. Die bilden einen Durchschnitt, der das ganze Jahr über gleich ist. Im Winter kommen aber einige Sterbefälle hinzu. Das sind vor allem Menschen, die ohnehin schon angeschlagen sind und denen das Winterwetter dann besonders zu schaffen macht. Es gibt mehr Herzinfarkte, mehr Infektionskrankheiten wie Grippe, mehr Lungenentzündungen. Ärzte gehen davon aus, dass auch psychische Faktoren hinzukommen und gerade älteren depressiven Menschen in den dunklen Tagen der "Lebenswille" verloren geht – auch das kann ja eine Rolle spielen.

    Warum drehen sich Windräder immer im Uhrzeigersinn? Aug 31, 2026
    Show notes

    Rotoren sind weltweit gleich gebaut – Uhrzeigersinn hat sich durchgesetzt

    Das hat sich einfach so ergeben. Es hat also nichts mit der "Hauptwindrichtung" zu tun. Wäre das so, könnte man das Windrad ja einfach andersherum aufstellen und linksherum drehen lassen. Es hat auch nichts mit der "Corioliskraft" zu tun, wie auf manchen Internetseiten steif und fest behauptet wird: Die Corioliskraft ist eine Kraft, die sich durch die Erddrehung ergibt und dafür sorgt, dass sich Hochdruckgebiete auf der Nordhalbkugel rechtsherum drehen. Aber Windräder drehen sich überall rechtsherum, nicht nur auf der Nordhalbkugel. Das liegt einfach daran, dass die Rotoren so gebaut sind.

    Praktisch für den Windkraftanlagen-Markt: weltweiter Standard

    Die Drehrichtung ist für die Funktionsweise völlig egal. Es ist nur einfach praktischer, wenn es eine einheitliche Richtung gibt. Der Uhrzeigersinn hat sich durchgesetzt. Früher, in der Zeit der Windmühlen, waren die Traditionen sehr unterschiedlich: Es gab Länder wie Dänemark und Holland, wo sich die meisten Windmühlen linksherum gedreht haben, in Norddeutschland drehten sie sich eher rechtsherum. Bei den modernen Windkraftanlagen war es anfangs auch so. Die frühen Windräder in Dänemark haben sich linksherum gedreht. Diese regionalen Traditionen gibt es bei den Windkraftanlagen nicht mehr, weil das ja einen weltweiten Markt betrifft. Da hat sich die Drehung im Uhrzeigersinn einfach als weltweiter Standard durchgesetzt – auch wenn es dafür keine offizielle Norm gibt. Es ist sinnvoll, weil die Produktion dadurch einfacher ist: Die Rotorblätter der Windräder sind im Längsprofil asymmetrisch geformt – sie haben eine Luv- und eine Leeseite, sodass sie die Windkraft möglichst effizient in eine Drehbewegung umsetzen. Wollte man jetzt neben den rechtsdrehenden auch linksdrehende Windräder bauen, bräuchte man zusätzlich spiegelverkehrt gebaute Rotorblätter. Das wäre technisch kein Problem, würde aber mehr Aufwand bedeuten als wenn man immer nur einen Typ herstellt.

    Gleichmäßiges Drehen ruft Windkraftgegner nicht zusätzlich auf den Plan

    Neben diesen praktischen Gründen kommen vielleicht auch noch ästhetische hinzu: Windräder werden ohnehin schon von vielen als eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes wahrgenommen. Wenn sich nun in einem großen Windpark die einen Räder rechtsrum und die anderen linksrum drehen, würde das unter Umständen noch unruhiger wirken als wenn sich alle Räder in die gleiche Richtung drehen.

    Johannes, Erik und Eriks Frau diskutieren: der Uhrzeigersinn gewinnt

    Warum aber gerade der Uhrzeigersinn? Dazu gibt es eine Geschichte, die man sich in der dänischen Windindustrie erzählt. Demnach fiel die Entscheidung 1970 in Dänemark. Es gab zwei Brüder, die beide in der Windbranche tätig waren: Erik und Johannes Grove-Nielsen. Diese Brüder waren Konkurrenten. Der eine, Erik, hat nun eines Abends am Küchentisch seine Rotorblätter entworfen und dabei mit seiner Frau auch die Drehrichtung besprochen. Daraufhin meinte die Frau sinngemäß: Die Blätter vom Johannes laufen linksherum, deshalb sollten sich unsere rechtsherum drehen. Und nachdem sich Eriks Firma in den darauf folgenden Jahren zu einem weltweit führenden Rotorblatthersteller entwickelt hat, so die Geschichte, hätten sich die rechtsdrehenden eben durchgesetzt.

    Wie funktioniert ein Weichspüler? Aug 29, 2026
    Show notes

    Weichspüler enthalten Tenside

    Viele Stoffe werden, wenn sie trocknen, auffallend steif und knittrig. Das liegt zum Teil daran, dass die einzelnen Textilfasern elektrostatisch aufgeladen sind und sich gegenseitig abstoßen. So wie Haare manchmal abstehen, wenn sie elektrisch aufgeladen sind – nur eben im kleineren Maßstab. Weichspüler enthalten eine besondere Art von Tensiden – Tenside sind die Grundsubstanzen von praktisch allen Spül- und Waschmitteln.

    Positive Ladung "neutralisiert" negative Ladung der Textilfasern

    Das Besondere speziell der Weichspüler-Tenside ist, dass die Moleküle an einem Ende positiv geladen sind. Diese positive Ladung „legt“ sich auf die negative Ladung der Textilfasern und "neutralisiert" sie. Die Folge ist, dass sich die Fasern gegenseitig nicht mehr abstoßen, dadurch auch nicht mehr so steif sind und nicht mehr so stark aneinander reiben, was den Stoff insgesamt geschmeidiger macht. Und wenn man dann mit dem Bügeleisen drüber geht, wird er auch glatter.

    Was hilft bei Schuppenflechte? Aug 28, 2026
    Show notes

    Schuppenflechte entgegenwirken: Seife reduzieren, fetthaltige Lotionen benutzen

    Die Schuppenflechte ist eine genetische Veranlagung. Sie kann von leicht bis schwer ausfallen. Es gibt aber ein paar Möglichkeiten, die abseits der ärztlichen Therapie einen positiven Einfluss haben. Zum einen ist es die Hautpflege. Man sollte sich nicht austrocknend einseifen, sondern die großen Flächen nur mit Wasser waschen. Außerdem sollte man die geschundenen, empfindlichen Hautpartien gut eincremen, zum Beispiel mit einer Fettlotion, einer Lipolotion. Die Lotion sollte gut streichfähig sein und Harnstoff enthalten – Urea, 10 Prozent. Die ärztlichen Therapien gehen von der Cremetherapie bis hin zu Spritzen. Es gibt mittlerweile moderne Therapien, die nicht mehr das Immunsystem platthauen, sondern modulieren, also nur den überaktiven Teil abmildern.

    Aufs Gewicht achten und auf eine gute Ernährung

    Ansonsten solle man schauen, dass man nicht zu übergewichtig ist. Und man sollte mit dem Alkohol zurückhaltend sein. Man kann gut mit Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel arbeiten und mit Vitamin D. Ich als Ernährungsmedizinerin, das bin ich neben der Dermatologie auch, schaue gerne im Blut nach. Manchen Menschen fehlt Zink und Selen oder sie haben zu wenig B-Vitamine oder Eisen. Auch das kann man über Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel korrigieren. Und das kann den Menschen helfen, abzuheilen. Und wir wissen: Alles, was Entzündungen fördert, fördert auch die Schuppenflechte.

    Überlebt eine Schnecke, wenn man ihr Haus zertritt? Aug 26, 2026
    Show notes

    Eingeweidesack im Schneckenhaus

    Klare Antwort: Nein. Das Haus einer Schnecke ist kein totes Anhängsel, das einfach so obendrauf liegt, sondern es gehört zum Tier. Nicht nur in dem Sinn, dass das Gehäuse mit ihm verwachsen ist. Sondern die Schnecke besitzt eine Art Ausstülpung, den Eingeweidesack, die sich bis in die Spitze des Gehäuses zieht und an der Hauswand anliegt.

    Gehäuseschnecken sind fest mit ihrem Haus verwachsen

    Das Haus einer jungen Schnecke muss noch wachsen. Dazu haben Schnecken einen speziellen Teil in ihrer Haut – den "Mantel" – der in der Lage ist, Kalk zu bilden. Kleine Beschädigungen im Gehäuse können sie damit unter Umständen reparieren, aber nur, wenn der Körper unverletzt bleibt. Wenn man aber drauf tritt, wird zwangsläufig ein Teil des Körpers verletzt, eben weil ein Teil des Körpers sich ins Gehäuse hineinzieht.

    Bei Verletzungen läuft die Körperflüssigkeit einfach aus

    Nun haben Weichtiere einen offenen Blutkreislauf. Das bedeutet: Bei einer Verletzung läuft die Körperflüssigkeit einfach aus. Die Schnecke hat in einem solchen Fall keine Überlebenschance. Das gilt nicht nur für Weinbergschnecken, sondern für fast alle Landschnecken – also Schnecken mit Haus. Eine Ausnahme bilden Bernsteinschnecken; das sind Schnecken mit einem relativ dünnen Haus. Wenn die ihr Haus verlieren, können sie ein paar Tage überleben und etwas Gehäuseähnliches wieder aufbauen.

    Wozu brauchen Schnecken überhaupt ein Haus?

    Das Schneckenhaus schützt die Tier vor allem vor dem Austrocknen. Bei normalen Landschnecken ist die Unterseite ziemlich schleimig, die Oberseite aber nicht, sodass sie dort Flüssigkeit ausdünstet. Damit sich das in Grenzen hält, hat die Schnecke das Haus, in das sie sich zurückziehen kann.

    Wo Häuser stören: Nacktschnecken kriechen in Spalten und Erdlöcher

    Die Nacktschnecken haben sich auf eine andere ökologische Nische spezialisiert als die Gehäuseschnecken: Sie kriechen in Spalten und Löcher in der Erde – dabei stört so ein sperriges Gehäuse. Also haben sie es im Lauf ihrer Evolution immer mehr reduziert. Dafür mussten sich die Nacktschnecken aber anderweitig vor dem Austrocknen schützen. Nämlich einmal dadurch, dass sie am ganzen Körper schleimig sind – deshalb finden viele Menschen Nacktschnecken ja auch ekliger als normale Landschnecken – und zum anderen eben, in dem sie sich in der Tageshitze in der Erde verkriechen und erst nachts oder bei trübem Regenwetter hervorkommen.

    Warum heißt der 90-Grad-Winkel "rechter Winkel"? Aug 25, 2026
    Show notes

    Angulus rectus – aufrechter Winkel

    Das hat nichts mit rechts oder links zu tun, sondern das "recht" leitet sich ab vom lateinischen "angulus rectus". Das wurde zu Beginn der Neuzeit einfach ins Deutsche übertragen. Das lateinische "rectus" bedeutet dabei so viel wie "aufrecht": Man stellt sich eine horizontale Linie als Basis vor, und eine Linie, die aufrecht auf dieser Basislinie steht, bildet mit ihr einen "angulus rectus". Die Wissenschaft damals hat bis weit in die Neuzeit hinein ihre Texte auf Lateinisch geschrieben – auch bei Descartes taucht der Ausdruck "angulus rectus" auf. Ich habe ein altes Buch aus dem Jahr 1796 gefunden. Es nennt sich "Beiträge zur deutschen Sprachkunde, vorgelesen in der königlichen Akademie der Wissenschaft" und widmet sich der Aufgabe, für lateinische Fachausdrücke die jeweils deutschen Entsprechungen zu benennen. Darin heißt es:
    Wenn ein Winkel seinem Nebenwinkel gleich ist, so ist es ein rechter Winkel (angulus rectus); ist aber ein Winkel seinem Nebenwinkel nicht gleich, ist es ein schiefer Winkel (angulus obliquus).

    Quelle: Beiträge zur deutschen Sprachkunde, 1796

    Das Wörtchen "recht" findet sich auch in waagerecht oder senkrecht.

    Was hilft gegen starke Akne? Aug 24, 2026
    Show notes

    Männliche Hormone können für Akne sorgen. Es gibt aber auch viele andere Faktoren; das muss man im Einzelfall abprüfen. Manchmal ist es ein Hefepilz, der sich durch Schweiß vermehrt und durch Reibung eingearbeitet wird. Wenn man zu Kopfschuppen neigt, kann die Haarbalgentzündung von einem solchen Hefepilz kommen.

    Bei Akne meiden: Kuhmilch, Zucker, Weißmehl

    Allgemein gilt bei Akne für Männer und Frauen, junge und ältere Menschen (denn es gibt auch die Erwachsenenakne), dass man flüssige Kuhmilch maximal reduzieren oder meiden solle. Kuhmilch ist ein starker Akne-Macher; die Talgdrüsen werden dadurch sehr stimuliert. Weglassen sollte man auch Zucker, weißes Mehl, Fastfood, Marihuana, Vitamin-B12-Nahrungsergänzungsmittel, Whey-Protein-Shakes und natürlich Hormontherapie im Fitnesssport, denn all das kann die Akne fördern. Wenn man das alles weglässt, wird man schon eine deutliche Verbesserung der Akne erleben. Kuhmilch mit Cerealien morgens zum Frühstück sind also Gift für die Haut.

    Gut für die Haut: Omega-3-Fettsäuren, Zink, Selen

    Man sollte darauf achten, einen guten Spiegel von Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl oder Algenöl zu sich zu nehmen. Am besten die, die nicht ranzig schmecken, bei denen man nicht rülpst. Es gibt gute Hersteller, wo das Öl auf Schwermetall geprüft ist. Außerdem wichtig sind Zink, Selen und Vitamin D in einer täglich kleinen Dosis. Frauen müssen schauen, ob der Eisenspiegel stimmt, also das Speichereisen. Auch die Schilddrüse sollte man überprüfen.

    Kosmetik und Verhütung auf die Haut abstimmen

    Und Achtung: Vermeiden sollte man auch zu viel fettige Produkte im Gesicht, denn die verursachen die Kosmetik-Akne. Also kein fettiges Haargel und zu viel Pflegecremes. All das kann Akne machen. Bei Frauen ist noch die zu beachten, dass die falsche Verhütung – die Hormonspirale oder eine unpassende Pille – ebenfalls Akne machen kann. Die Ausnahme sind die Erkrankungen, wo man einen krankhaft erhöhten Hormonspiegel hat, etwa polyzystische Ovarien. Die Erkrankung heißt jetzt anders, aber unter der Bezeichnung kennen es noch die meisten. Auch Stress macht Akne. In seltenen Fällen ist auch das Kopfdrüsenhormon Prolaktin Ursache einer Akne.

    Wie geht man vor, um die Akne zu heilen?

    Zuerst würde man alle Faktoren ausschließen und dann ergänzen. Wenn das nicht reicht, könnte man zum Beispiel mit dem Wirkstoff Isotretinoin von innen rangehen. Aber diese Maßnahmen, die ich eben genannt habe, heilen bei sehr vielen Patienten schon ausreichend. Wenn nicht, ist Isotretinoin ein gutes Mittel, um die Akne in Schach zu halten. Man nimmt es entweder niedrig dosiert, 10 Milligramm zweimal in der Woche. Oder man nimmt es höher dosiert über ein halbes Jahr. Ein junger Mann, der 80 kg wiegt, würde 40 Milligramm am Tag nehmen, immer zum Essen. Dann wäre der nach einem halben Jahr geheilt. Isotretinoin ist rezeptpflichtig. Daher sollte man eine hautärztliche Beratung in Anspruch nehmen.

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