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    Latest Episodes:
    Körperwäsche - Hygiene mit Maß Oct 15, 2025
    Show notes

    Tägliches Duschen und Haarewaschen gilt heute als Muss, um sauber zu sein. Aber wieviel Wasser, Shampoo, Seife und Intimwaschlotionen sind gesund? Zerstören wir den Schutzmantel unserer Haut durch zu viel Reinlichkeit oder ist mangelnde Körperhygiene ein Risiko für die Gesundheit? Von Daniela Remus (BR 2022)

    Credits:

    Autorin dieser Folge: Daniela Remus
    Regie: Silke Wolfrum
    Es sprachen: Caroline Ebner, Peter Veit
    Technik: Ruth-Maria Ostermann
    Redaktion: Matthias Eggert

    Im Interview:

    Prof. Silke Hofmann, Dermatologin, Universitätsklinik Wuppertal
    Dr. Teodora Pumnea, Dermatologin, LMU, München
    Dr. Ernst Tabori, Hygiene-Facharzt, Deutsches Beratungszentrum für Hygiene, Freiburg

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    Die Haut - Empfindliche Schutzbarriere
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    Das vollständige Manuskript gibt es HIER.


    Störtebeker und Co - Eine wahre Piraten-Geschichte? Oct 15, 2025
    Show notes

    Wer war Klaus Störtebeker? Die Suche nach dem berüchtigten Piraten hält einige Überraschungen bereit. So wurde er wahrscheinlich nicht 1401 in Hamburg hingerichtet, wie es die Legende bis heute erzählt. Doch es gibt genügend Spuren, die in die wahre Welt der mittelalterlichen "Vitalienbrüder" führen, einer Art Söldnertum zur See. Unter ihnen taucht tatsächlich ein Mann auf, der Störtebeker hieß. (BR 2025)

    Credits

    Autor/in dieser Folge: Georg Florian Ulrich
    Regie: Irene Schuck
    Es sprachen: Berenike Beschle, Thomas Birnstiel, Christian Baumann
    Technik: Wolfgang Lösch
    Redaktion: Thomas Morawetz

    Im Interview:

    Prof. Gregor Rohmann, Regionale Kulturgeschichte Mecklenburgs an der Universität Rostock

    Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion:

    Piraten der Adria - Wilde Zeiten an Kroatiens Küste

    Wo heute Urlauber über Inseln wandern trieben in früheren Jahrhunderten gefürchtete Piraten ihr Unwesen: Uskoken aus Senj, Narentaner aus Brac, Hvar, Korcula oder der Kacic-Clan aus Omiš überfielen Handelsschiffe, die zwischen Venedig und dem Nahen Osten verkehrten. Autor: Bernd-Uwe Gutknecht (BR 2025)

    https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:4203d246b2185414/



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    Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

    Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

    Sprecher:

    Hamburg im Mittelalter. Es ist der 20. Oktober 1401. Auf dem Grasbrook, einer Wiese vor den Toren der Stadt, hat sich eine Menschenmenge versammelt. Die Menschen strömen in Scharen heran, trotz des norddeutschen Herbstwetters.

    Musik 2

    "Stakeout" - Album: McCanick (Josh C. Waller's Original Motion Picture Soundtrack) - Komponist und Ausführender: Jóhann Jóhannsson - Länge: 0'58

    Sprecher:

    Sie umringen eine Gruppe gefesselter Männer. Viele der Gefesselten sind kräftig gebaut, ihre Gesichter von den Jahren auf See sonnengegerbt. Es sind Vitalienbrüder, Freibeuter. Jahrelang haben sie Nord- und Ostsee unsicher gemacht, Handelsschiffe der Hanse ausgeraubt. Jetzt hat eine Flotte von Hamburger Kaufleuten sie endlich dingfest gemacht. Auf Seeräuberei steht die Todesstrafe. Eine Gruppe Wachleute schiebt die Menge der Schaulustigen beiseite, öffnet einen Kreis. Der Scharfrichter tritt in die freigewordene Fläche. In seinen Händen das lange Richtschwert. Der Anführer der Seeräuber ist als erstes dran.

    Musik 3

    "Attack on Gerhardts" - Komponist: Jeff Russo - Album: Fargo Year 2 (Score from the Original MGM / FXP Television Series) - Ausführende: Jeff Russo & USC Drum Corps - Länge: 0'21

    Sprecher:

    Das Hemd wird ihm ausgezogen, er muss sich auf den Boden knien. Ein letztes Mal blickt er auf seine Mannschaft. Sein Name: Klaus Störtebeker. Ein Priester erteilt ihm die Absolution, dann ist es soweit. Der Scharfrichter hebt den Kopf Störtebekers auf. Er wird ihn mit einem großen Eisennagel an einem Pfahl befestigen.

    ATMO Hammerschläge

    Als Abschreckung an alle Seeräuber.

    Sprecherin:

    So wird die Legende vom Seeräuber Klaus Störtebeker gerne erzählt. Doch wessen Kopf rollte an diesem Tag wirklich? Die meisten Historiker sind sich heute sicher: Der Kopf von Klaus Störtebeker – war es nicht. Denn für einen Seeräuber mit diesem Namen finden sich in dieser Zeit keine Belege. In keiner Quelle, keinem Bericht taucht ein Klaus Störtebeker als Seeräuber auf. Obwohl die Kaufleute der Hanse sonst jede Begebenheit mit fast erbsenzählerischer Genauigkeit festhielten. Vor allem, wenn es ums Geld ging. So wissen wir, dass es im Oktober 1401 tatsächlich eine Hinrichtung auf dem Grasbrook gab. Unter „Diverses“, findet sich die Abrechnung des Scharfrichters: Fünf Pfund, in etwa der Wochenlohn eines Handwerkers - fürs Enthaupten der „Vitalienbrüder“. Sauber notiert in den Geschäftsbüchern der Stadt – Geschäftsleute sind eben Geschäftsleute. Aber: einen Klaus Störtebeker sucht man in den Aufzeichnungen der Stadt vergebens.

    Sprecher:

    Doch wenn man sich durch die Quellen arbeitet, stößt man auf eine Spur. Professor Gregor Rohmann ist Mittelalter-Historiker. Sein Spezialgebiet: Seeräuber in der Nord- und Ostsee. Er hat sich auf die Suche nach dem „echten“ Störtebeker gemacht.

    O-Ton 1 Rohmann

    Wenn man sich die archivalischen Quellen, die es zu dem Namen Störtebeker gibt, mal zusammensucht und quasi das Puzzle zusammensetzt, dann ergibt sich, dass dahinter mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit ein Danziger Kaufmann und Seemann steht.

    Sprecherin:

    Der wahre Störtebeker - also gar kein „echter“ Pirat, sondern ein Kaufmann?

    Sein Name wäre dann übrigens auch gar nicht „Klaus“ – sondern Johann Störtebeker. Doch dieser Johann könnte der Ursprung der Legende gewesen sein.

    Musik 4

    "Sento d'amor la fiamma" - Album: Aremorica - Land of Elves-Ausführende: Jessica Baran-Surel - Komponist: Lorenzo Da Firenze - Länge: 0'47

    Sprecherin:

    Johann Störtebeker, geboren in Danzig, etwa um 1360. In der Stadt leben damals etwa 10.000 Menschen. Ihre Zahl wächst, auch weil die Deutschordensritter Danzig als Anlaufpunkt für ihre Eroberungszüge nutzen. Die Stadt ist ein wichtiger Handelsknotenpunkt. Auf den Straßen hört man neben Niederdeutsch und Polnisch auch Russisch, Englisch, Französisch oder Latein. Fast jeden Tag trifft ein neues Schiff ein.

    Auf den Märkten bieten Händler aus Russland Pelze und Honig an, es gibt Bernstein aus dem Baltikum, Wein aus Frankreich, gesalzene Heringe aus Lübeck, Tuche aus Flandern und – aus England.

    Sprecher:

    Es sind diese Tuche aus England, die aus dem Kaufmann Johann Störtebeker einen Kaperfahrer machen werden. Während er in der Hansestadt aufwächst, geraten die Kaufleute dort immer wieder in Streit mit den englischen Kaufleuten. Lange hatten sich die Danziger mit dem Tuchhandel eine goldene Nase verdient. Sie brachten billige Wolle aus England nach Flandern, um sie dort zu teuren Tüchern verarbeiten zu lassen. Und diese verkauften sie dann im Baltikum, wo die Tücher gefragt waren. Internationaler Modehandel – im Mittelalter. Doch die Engländer wollen nicht länger zusehen, wie andere mit ihrer Wolle Geld verdienen. Sie fangen an, selbst Tücher herzustellen. Und wollen die auch selbst verkaufen. Das passt den Danziger Kaufleuten natürlich nicht. Immer öfter kommen sich die Kaufleute aus England und Danzig in die Quere. Englische Kaperfahrer nehmen Danziger Händlern ihre Ware ab, die verhaften daraufhin englische Kaufleute. Noch schlimmer: Der englische König fordert ab 1401, dass die Kaufleute der Hanse wieder Zoll zahlen, wenn sie in England Handel treiben wollen. Für die Danziger ist das Maß voll. Sie fordern ein Handelsverbot für die Engländer, wollen deren Vordringen in den Ostseeraum ein Ende setzen.

    Musik 5

    "Thirteenth Dalai Lama" - Album: Kundun - Komponist: Philipp Glass - Länge: 0'27

    Sprecher:

    In dieser Zeit sticht Johann Störtebeker das erste Mal mit einer eigenen Mannschaft in See. Der Kaufmann will nicht mehr nur Handel treiben. Seine Mannschaft und er schließen sich den Fahrten gegen die Engländer an. Sie werden das, was man in der Zeit Vitalienbrüder nennt.

    Sprecherin:

    Vitalienbrüder – sind das nicht Piraten? Nicht ganz. Den Begriff gibt es zu Störtebekers Zeiten schon länger, und Störtebeker und seine Kumpane sind nicht die ersten, die so bezeichnet werden. Ursprünglich kommt der Name aus dem Französischen. Als vitailleurs wurden Seeleute bezeichnet, die sich in Kriegsdienste begaben. Z. B. in dem sie die Truppen mit Viktualien, also Lebensmitteln versorgten. Aus den französischen vitailleurs wurden im Deutschen dann die Vitalienbrüder.

    OT 2 Rohmann:

    Mir hat das mal eine Altgermanistin erklärt, dass ganz oft bei Übernahme solcher Begriffe aus dem Französischen im deutschen oft ein -Brüder drangehängt wird. Also Söldner werden zu Gardebrüdern und vitailleurs werden dann eben Vitalienbrüder.

    Sprecherin:

    Die Vitalienbrüder beschränken sich jedoch nicht auf die Versorgung mit Lebensmitteln. Bald übernehmen Gruppen, die sich so nennen, auch andere „Dienstleistungen“: Überfälle, Blockaden, Angriffe auf feindliche Schiffe. Viele agieren nebenbei weiter als Kaufleute. Doch wo immer bewaffnete Seeleute gefragt sind, füllen sie die Marktlücke – gegen entsprechenden Lohn. Sie sind Söldner der Meere.

    Sprecher:

    Genau solche Männer sind in Johann Störtebekers Zeit gefragt. Störtebeker braucht Leute, die die Seefahrt und das Kriegshandwerk verstehen. Die Männer schlafen meist auf dem offenen Deck, Kabinen gibt es auf den Mittelalterlichen Koggen nur selten. Sie müssen Wind und Wellen trotzen, auf Stürme genauso gefasst sein wie auf feindliche Schiffe. Ihre Waffen bringen die Kämpfer oft selbst mit. Armbrüste, Schwerter, Bögen. Das Meerwasser setzt den teuren Waffen zu. Doch sie müssen auch auf See einsatzbereit sein, und ihre Besitzer wissen, wie man mit ihnen umgeht. Bei Störtebekers Mannschaft handelt es sich nicht um eine Horde ungebildeter Raufbolde. Sie sind Profis. Und sie haben es auf die englischen Schiffe abgesehen.

    Musik 6

    "Thirteenth Dalai Lama" - Album: Kundun - Komponist: Philipp Glass - Länge: 1'00

    Sprecherin:

    Bald nachdem sie in See stechen, macht sich Störtebeker mit seiner Mannschaft erstmals einen Namen. Er ist mit anderen Kapitänen in der Nordsee unterwegs, und bringt englische Schiffe auf. Zurück im Hafen beklagen sich englische Händler.

    OT Englischer Bericht 1 (ZITATOR als Overlay)

    One called Strotbeker, by force of armes, and by the assistance of the men of Wismer and Rostok, and others of the Hans, did upon the Sea neere unto Norway [ausblenden]

    ZITATOR

    Jemand namens Strotbeker, hat mit Waffengewalt und mit Unterstützung von Leuten aus Wismar […], bösartig und ungerechterweise bei Norwegen Wachs, Tuch und Eisen im Wert von 467 Goldmünzen entwendet!

    OT Englischer Bericht 2 (ZITATOR als Overlay)

    Stertebeker, with others their accomplices of the Hans, unlawfully took upon the sea a certain ship of [ausblenden]

    ZITATOR

    Störtebeker mit anderen Komplizen der Hanse, entwendete ein Schiff und fuhr es nach Marstrand in Schweden, dort haben sie den Schiffsmeister ausgeraubt, Möbel und Salzfische mitgenommen!

    Sprecherin:

    Storbiker, Strotbeker Stertebeker. Immer wieder taucht Johann Störtebeker in englischen Schadensverzeichnissen auf. Die englischen Händler notierten alles minutiös, sobald ihnen ein Schaden entstanden war, alles minutiös auf. In der Hoffnung, irgendwann Schadenersatz zu erhalten. Diese Vermerke haben sich bis heute erhalten. Etwa fünf Jahre lang, von 1394 bis 1399 macht Störtebeker die Nordsee unsicher. Englische Kaufleute hüten sich, ihm auf See zu begegnen.

    Sprecher:

    Sollten sie doch das Pech haben, liefen die Begegnungen oft nach einem ähnlichen Muster ab.

    Musik 7

    "Lasa & Zabala (Titulos)" - Komponist: Pascal Gaigne - Album: Lasa & Zabala (Original Motion Picture Soundtrack) - Länge: 0'41

    Sprecher:

    Am Horizont taucht ein fremdes Schiff auf. Von weitem lässt sich kaum ausmachen, wer an Bord ist. Ist es ein befreundeter Händler? Oder doch eine Bedrohung? Schwer zu sagen. In dieser Zeit gibt es keine Fernrohre oder ähnliches. Vielleicht hat das andere Schiff Neuigkeiten, wäre zu einem Handel bereit? Man nähert sich. Sobald die beiden Schiffe nebeneinander sind, wird es ernst. Man verständigt sich in einer Mischung aus Niederdeutsch und Englisch. Bald wird klar. Es sind Vitalienbrüder, und sie wollen das Schiff übernehmen. Die meisten Seeleute im Mittelalter waren bewaffnet. Doch kein Schiff besaß Waffen, die das andere Schiff hätten versenken können. Wollte man die Kontrolle über ein anderes Schiff übernehmen, musste man die gegnerische Mannschaft überwältigen. Und hier waren Vitalienbrüder meist im Vorteil.


    Voltaire - Dichter, Philosoph, Freigeist Oct 14, 2025
    Show notes

    In Frankreich wird das gesamte 18. Jahrhundert nach ihm benannt: "Le Siècle de Voltaire". Der Mann, der als die Stimme der Aufklärung und als einer der ersten modernen Intellektuellen gilt, war ein scharfer Geist und ein brillanter Spötter. Seine Schriften zu lesen, ist bis heute ein Vergnügen. Von Christian Schuler (BR 2022)

    Credits:
    Autor dieser Folge: Christian Schuler
    Regie: Christiane Klenz
    Es sprachen: Stefan Wilkening, Thomas Loibl
    Technik: Wolfgang Lösch
    Redaktion: Bernhard Kastner
    Weitere hörenswerte Folgen von radioWissen:

    • Alles anders, alles neu? Phsychologie des Umbruchs
      JETZT ANHÖREN
    • Immanuel Kant - Der Weltweise aus Königsberg
      JETZT ANHÖREN
    • Philosophie der Aufklärung - Vernunft als Wahrheit
      JETZT ANHÖREN

    Literaturtipps:

    • Jean Orieux: Das Leben des Voltaire; Insel Verlag, Frankfurt 1994.
    • Georg Holmsten: Voltaire; Rowohlt Verlag, Hamburg 1974
    • Voltaire: Candid oder Die Beste der Welten; Reclam, Stuttgart 1971
    • Voltaire: Kleine Romane und Erzählungen; Rütten & Loening, Berlin 1984
    • Voltaire: Ein Lesebuch für unsere Zeit; Aufbau Verlag Berlin, 1989

    Noch mehr Interesse an Geschichte? Dann empfehlen wir:
    ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN
    Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks.
    DAS KALENDERBLATT
    Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks. EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte

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    Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek:
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    Wein in Altbayern - Eine fast verschwundene Tradition Oct 14, 2025
    Show notes

    Von der Römerzeit bis ins Mittelalter wurde in Südbayern Wein angebaut, vor allem an der Donau. Ab dem 14., 15. Jahrhundert wird der Baierwein vom Bier verdrängt, auch wegen des kühleren Klimas, aber bei Regensburg wird er bis heute angebaut.

    Autor/in dieser Folge: Renate Ell
    Regie: Anja Scheifinger
    Es sprachen: Katja Schild, Johannes Marchl
    Technik: Ruth Ostermann
    Redaktion: Thomas Morawetz
    Das Manuskript zur Folge gibt es HIER.
    radioWissen hat noch eine weitere hörenswerte Folge zum Thema:

    • Ab 16.10.: Käseland Allgäu - Geschichte der Milchwirtschaft

    Literaturtipps:

    • Theodor Häußler (2001): Der Baierwein.
    • Förderverein Baierweinmuseum (Hg.): Beiträge zur Geschichte des Weinbaus in Bayern; Nr. 22: Weinanbau in Bach und Kruckenberg in der Nachkriegszeit. Alte Winter erzählen im Jahre 1997. Nr. 23: Landshut – das Zentrum des Weinanbaus an der Isar.

    Romance forever? Warum Liebesromane boomen Oct 13, 2025
    Show notes

    Junge Frauen können ein Lied von den Tücken des Onlinedatings singen. Existieren kluge, einfühlsame und bindungsfreudige Männer überhaupt in der Realität? In der angesagten Literatur-Gattung "Romance" gibt es sie jedenfalls zuhauf. Happy end inclusive. Was den Hype um die Liebesromane vielleicht ein bisschen erklärt. Autorin: Justina Schreiber (BR 2023)

    Credits
    Autor/in dieser Folge: Justina Schreiber
    Regie: Christiane Klenz
    Es sprachen: Caroline Ebner
    Technik: Christine Frey
    Redaktion: Susanne Poelchau

    Im Interview:
    Nicola Bardola, Schriftsteller und Journalist („Börsenblatt des deutschen Buchhandels“);
    Anne Rudolph, Lektorin & Programmleitung Kyss beim Rowohlt Verlag

    Literaturtipp:

    Nicola Bardola, Bestseller mit Biss. Liebe Freundschaft und Vampire. Alles über die Autorin Stephenie Meyer, Heyne, München 2009 – eine interessante und nützliche Analyse des Twilight-Phänomens.

    Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion:

    Ein Podcast-Tipp für alle, die gerne authentische Geschichten hören: „Ein Zimmer für uns allein“ – zwei Frauen, zwei Generationen und die Frage „Wie hast du das erlebt?“
    Hier trifft Paula Lochte immer zwei Frauen aus verschiedenen Generationen und sie sprechen offen und ehrlich über ein Thema, das sie verbindet. Was waren die Kämpfe damals, was sind sie heute? „Ein Zimmer für uns allein“ findet ihr in der ARD-Audiothek und überall, wo’s Podcasts gibt – oder gleich HIER.

    Linktipps:

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    Amerika in unserem Alltag - Fastfood, Popkultur, Sprache Oct 13, 2025
    Show notes

    Wohl kaum ein Land hat das Alltagsleben in Deutschland in den vergangenen gut hundert Jahren so sehr geprägt wie die Vereinigten Staaten von Amerika. Kaugummi, Coca Cola, Fastfood und die Erzeugnisse von Hollywood und dem Silicon Valley sind aus dem Leben vieler Menschen hierzulande kaum mehr wegzudenken. Von Susanne Hofmann (BR 2022)

    Credits:

    Autorin dieser Folge: Susanne Hofmann
    Regie: Anja Scheifinger
    Es sprachen: Katja Bürkle
    Technik: Wolfgang Lösch
    Redaktion: Iska Schreglmann
    Das Manuskript zur Folge gibt es HIER.
    RadioWissen hat noch weitere hörenswerte Folgen zum Thema:

    • Weltmacht Dollar - Die Geschichte einer Währung
      JETZT ANHÖREN
    • Die deutsch-amerikanische Freundschaft - Eine wechselhafte Beziehung
      JETZT ANHÖREN

    Weiterführende Links:

    • Website der Atklantik-Brücke
      EXTERNER LINK | https://www.atlantik-bruecke.org/
    • Website der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz e.V.
      EXTERNER LINK | https://www.atlantische-akademie.de/




    Viren, Würmer, Trojaner - Die Geschichte der Computerschädlinge Oct 11, 2025
    Show notes

    Computerschädlinge können Firmen, Krankenhäuser oder die öffentliche Verwaltung lahmlegen und enorme Kosten verursachen. Dahinter steht eine kriminelle Malware-Industrie. Dabei waren die ersten Computerschädlinge eher Unfälle oder fast naive Spielereien von Nerds oder aufmüpfigen Jugendlichen. Autor: Wolfgang Zehentmeier (BR 2025)

    Credits:

    Autor: Wolfgang Zehentmeier

    Regie: Rainer Schaller

    Sprecher: Christian Baumann, Franziska Ball

    Technik: Moritz Herrmann

    Redaktion: Iska Schreglmann


    Im Interview:

    - Professor Dr. Johannes Kinder, Ludwig Maximilians Universität München, Institut für Informatik

    - Jürgen Schmidt, Heise Verlag, ct

    Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion:

    11KM Stories

    Kann unser Handynetz einfach so abgeschaltet werden? Könnten wir über Technologie, die wir nutzen, ausspioniert werden? Seit Jahren stehen gegen den chinesischen Tech-Gigant Huawei Spionagevorwürfe im Raum - und der Konzern weist diese Vorwürfe immer wieder zurück. 11KM Stories geht diesen Vorwürfen nach [11KM]


    Weiterführende Links:

    Gesprächspartner Prof. Johannes Kinder, LMU München

    Professor Dr. Johannes Kinder - Chair of Programming Languages and AI - LMU Munich

    Grundsätzliches zur Geschichte der Computerschädlinge:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Computervirus

    Wie sind Computerviren entstanden?

    https://botfrei.de/zeitreise-die-entstehungsgeschichte-der-computer-viren/

    Eine Übersicht über die unterschiedlichen Spielarten der Computerviren:

    https://www.computerwoche.de/article/2732139/die-geschichte-des-computervirus.html

    Hörtipps:

    IQ - Wissenschaft und Forschung · Superrechner der Zukunft - Wann werden Quantencomputer Realität? · Podcast in der ARD Audiothek

    IQ - Wissenschaft und Forschung · Sprechstunde beim Algorithmus - Wie hilfreich sind KI-Diagnosen? · Podcast in der ARD Audiothek

    IQ - Wissenschaft und Forschung · Prof. Algorithmus - So revolutioniert Künstliche Intelligenz die Forschung · Podcast in der ARD Audiothek

    IQ - Wissenschaft und Forschung · KI-Stimmen - Täuschend echt? · Podcast in der ARD Audiothek

    IQ - Wissenschaft und Forschung · KI und Roboter in der Altenpflege - Rettung des Systems? · Podcast in der ARD Audiothek

    IQ - Wissenschaft und Forschung · Handy an, Hirn aus? - Wie sich unsere Aufmerksamkeit durch digitale Medien verändert · Podcast in der ARD Audiothek

    Radiowissen · Mikrochips - Halbleiter als Global Player · Podcast in der ARD Audiothek


    Linktipps:

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    Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

    Sprecherin:

    Wir schreiben das Jahr 1971. Es dauert noch gut 10 Jahre, bis der erste IBM PC auf den Markt kommt und noch mehr als 20 Jahre, bis das World Wide Web seinen Siegeszug antritt. Computer sind etwas für Fachleute, für eine kleine Schar Interessierter, die die übrige Gesellschaft etwas abwertend "Nerds" nennt. Einer dieser Nerds, Bob Thomas, versucht etwas zu beweisen, was in Fachkreisen und der damaligen Science-Fiction-Literatur immer wieder diskutiert wird: Können Computerprogramme sich selbstständig verbreiten. Er programmiert Creeper, ein Programm das genau das kann und als Beweis den Satz:

    Sprecher (eventuell Hall oder anderer Effekt)

    I'm the Creeper: Catch me if you can!

    Geräusch m02

    Sprecherin:

    … auf dem Bildschirm erscheinen lässt. Aus Versehen verbreitet sich dieser wohl erste Computerschädling über das Arpanet, einem exklusiven Vorläufer des Internets. Dabei richtet er keinen echten Schaden an, aber er belegt den damals äußerst knappen Speicherplatz und macht die eh schon langsamen Computer dieser Zeit noch langsamer und das nervt.

    Musik


    Sprecher:

    Deswegen entwickelt Ray Tomlinson wenig später ein Programm namens Reaper, dessen einziger Zweck es ist, Creeper zu beseitigen – damit ist Reaper quasi das erste Anti-Viren-Programm. Allerdings ist das alles eher akademisch, erklärt Professor Dr. Johannes Kinder. Er forscht in Sachen IT-Sicherheit an der Ludwigs-Maximilians-Universität in München:

    01: O-Ton Prof. Kinder: bei 1:00" Das war […] eine ganz kleine Skala,das war 1971 zu einer Zeit, da war also der Vorgänger des Internets noch sehr klein, das ARPANET. Da waren also 28 Rechner betroffen von diesem Schädling, das war also nicht vergleichbar mit dem, was wir heute haben.

    Sprecherin:

    Creeper und Reaper zählen zur Gattung der Computerwürmer. Bis heute unterscheidet man bei den Computerschädlingen zwischen den drei Gattungen: Würmern, Viren und Trojanischen Pferden.

    Musik

    Sprecher:

    Den Unterschied machen in erster Linie Wirkungsweise, Verbreitungsweg und wie sich die Schädlinge im Computer verhalten. So verbreiten sich Würmer selbstständig und ohne eine Wirtsdatei zu brauchen vor allem über ein Computernetz. Ein Computervirus dagegen verhält sich wie ein biologischer Virus: Er infiziert eine Wirtsdatei und verändert sie. Anschließend verbreitet er sich vor allem über Kopien der Wirtsdateien weiter.

    Sprecherin:

    Der erste bekannte Computervirus war Anfang der 80er-Jahre der Elk-Cloner.

    02 O-Ton Prof. Kinder: […] der wurde geschrieben von einem 15-Jährigen an seiner Schule, der damit seine Freunde ärgern wollte. Und das war ein sogenannter Boot-Sektor-Virus, der sich also auf Disketten verbreitet hat. Typischerweise haben die damals Spiele getauscht untereinander und das konnte dann also mit jeder Diskette, die ich an meinen Freund weitergebe, der Virus weiterverbreitet werden.

    Sprecherin:

    Doch, weil es weiterhin nur eine überschaubare Anzahl an Rechnern gab, hielt sich auch der Schaden des Elk-Cloners in engen Grenzen.

    03 O-Ton Prof. Kinder: [..] Das war an der Highschool von diesem Schüler damals, sein Lehrer war glaube ich betroffen, der ihn dann dafür geschimpft hat. Also es waren ganz kleine Skalen, von denen wir da sprechen.

    Sprecher:

    Im weiteren Verlauf der 80er-Jahre, als der PC langsam bei immer mehr Firmen und Privatleuten unter dem Schreibtisch stand, gab es auch immer mehr Computerschädlinge mit denen man Aufmerksamkeit bekommen konnte. Professor Kinder:

    04 O-Ton Prof. Kinder: Also in dieser Frühzeit waren die Viren hauptsächlich so Spaßprogramme. Also hier wurden irgendwelche lustigen Nachrichten angezeigt oder politische Botschaften verteilt. Da war noch nichts irgendwie großartig Böses dabei. Es gab zum Beispiel so Sachen wie den Yankee-Doodle-Virus.

    05 Drunter: Einspielung Aufnahme Yankee-doodle-Virus am PC

    06: [weiter]O-Ton Prof. Kinder: Der hat dann jeden Tag um fünf Uhr den Yankee-Doodle abgespielt über den PC-Piepser. [eventuell kurz Yankee-Doodl hochziehen] Solche Sachen. Also man hat versucht, Aufmerksamkeit zu erregen, irgendwas Lustiges zu machen.

    MUSIK


    Sprecherin:

    Eine dritte Kategorie von Schadsoftware nennt sich "Trojanische Pferde" oder kurz Trojaner. Der Name bezieht sich auf die Geschichte von Homer aus der griechischen Antike und die Eroberung Trojas durch die Griechen: Nach jahrelanger vergeblicher Belagerung stellten sie ein riesiges Holzpferd vor die Tore Trojas. Die Bewohner der Stadt, die Pferde verehrten, dachten es sei ein Geschenk der Götter und brachten das Pferd in die Stadt. Im Inneren des Pferdes jedoch saßen griechische Krieger, die die Stadttore öffneten. Und Troja fiel.

    MUSIK


    Sprecher:

    Das gleiche Prinzip nutzt ein Trojanisches Pferd am Computer: Er tarnt sich als harmlose Datei, in der der eigentliche Schadcode versteckt ist. Mittels dieses Schadcodes erhält der Angreifer Zugang zum Computer und kann Informationen auslesen oder ihn steuern – anfangs noch recht harmlos:

    07 [0:17:23]: O-Ton Prof. Kinder: Die trojanischen Pferde haben sich dann […] in den 90er Jahren […] stärker verbreitet. […] Da gab es so Programme, die wurden dann euphemistisch Remote Administration Tools genannt. [,..] Damit konnte ich dann also bei meinem Kollegen irgendwie die CD-Schublade auf und zu machen oder irgendwelche Töne abspielen oder den Browser irgendwo hinschicken. Das waren so die auch wieder relativ harmlosen Späße am Anfang.

    MUSIK m07 (Z8014761121, Acute danger, Delmonte, Tony; Kreuzer, Ansel, 1:00 Min)

    Sprecherin:

    Doch dann wurde aus Spaß Ernst. Der erste richtig prominente Computer-Schädling war ein Virus namens Michelangelo und wurde 1992 auch deswegen sehr bekannt, weil er richtig Schaden verursachte:

    08 O-Ton Prof. Kinder: […] Das war damals eine große Mediensensation, denn der hatte also eine eingebaute Zeitbombe, dass also zu einem gewissen Zeitpunkt, das war zufällig der Geburtstag von Michelangelo, dann die Festplatte so unbrauchbar gemacht werden sollte, dass der Rechner nicht mehr starten konnte. Also da fing das an, dass man wirklich Angst hatte, dass Viren wirklich Schaden anrichten.

    Sprecher:

    Mit der Angst der Menschen, dass der damals im Vergleich sehr teure Computer, der auch für die Arbeit und in der Freizeit immer wichtiger wurde, durch Viren "erkranken" und kaputt gehen könnte, stieg das Bedürfnis, das Gerät zu schützen: Ein neuer Markt für Anti-Viren-Software entstand.

    Sprecherin:

    Diese frühen Anti-Viren-Programme suchten dabei nach bestimmten Signaturen, also Erkennungsmerkmalen der Schadprogramme, und verhinderten dann, dass diese ausgeführt wurden.


    MUSIK


    Sprecher:

    Mit dem steigenden Erfolg des Internets ab Mitte der 90er-Jahre wurden auch die Übertragungsmöglichkeiten für Schadsoftware größer. Je mehr sich Computer über das Internet vernetzten, desto größer wurde das Spielfeld für Schadsoftware-Programmierer. Vor allem Würmer nahmen um die Jahrtausendwende durch die bessere Vernetzung stark zu und bekamen viel Aufmerksamkeit. Letztlich versuchten die Programmierer der Würmer die unerfahrenen Benutzer dazu zu bringen einen Mail-Anhang zu öffnen. Dazu verschickten sie zum Beispiel Mails, die angeblich eine Liebesbotschaft enthielten:

    10 O-Ton Prof. Kinder: […] Da gab es diesen I-love-you-Wurm zum Beispiel, der also dann irgendwie eine Nachricht hatte,

    dass man ja irgendwie interessante Geheimnisse im Attachment liest und wenn man das ausgeführt hat, wurde der Wurm automatisch an alle Empfänger im eigenen Adressbuch geschickt. Das hatte dann auch für den Autor den Vorteil, dass jeder, der die E-Mail bekam, den Absender dann auch persönlich kannte, weil er ja im Adressbuch war von dem jeweiligen Absender.

    […] und man konnte damit viele, viele Leute erreichen. Große Schäden entstanden, viele E-Mail-Server waren völlig überlastet, die also nur noch diese E-Mail-Würmer weitergeschickt haben.


    Katzen als Helden - Von Baudelaire bis zu den Warrior Cats Oct 10, 2025
    Show notes

    Sie lösen verzwickte Fälle in Krimis, schreiben Autobiographien, kämpfen als Fantasy-Krieger, schnurren erotisch in der Lyrik oder assistieren gar dem Teufel: Katzen. Eleganter und häufiger streunt kein anderes Tier durch die Weltliteratur. Warum sind ausgerechnet Katzen die prominenten "Helden" so vieler Geschichten?

    Credits

    Autor/in dieser Folge: Frank Halbach
    Regie: Frank Halbach
    Es sprachen: Laura Maire, Thomas Birnstiel
    Redaktion: Katharina Hübel

    Im Interview:

    Dr. Jakob Christoph Heller, Literaturwissenschaftler an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion:

    Nicht Mehr Mein Land - Geschichten über Migration, den Rechtsruck und die Gräben zwischen uns

    Im Sommer 2015, als viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen, ist Host Ali stolz auf sein Land und seinen Namen. Aber schon im selben Jahr gibt es heftige Proteste gegen Flüchtlinge. Angela Merkel sagt daraufhin, wenn wir uns für Nothilfe entschuldigen müssen, "dann ist das nicht mein Land". Heute, zehn Jahre später, gilt Migration nicht mehr als Chance, sondern als Schimpfwort. Deshalb will Ali herausfinden: Was ist in den letzten zehn Jahren falsch gelaufen? Und er fragt sich: Ist das noch mein Land? https://1.ard.de/nicht-mehr-mein-land?cp=radiowissen

    Linktipps:

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    Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

    Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

    SPRECHER

    Es wird ihnen gehuldigt wie hier in den Versen der Gedichtsammlung „Die Blumen des Bösen“ aus dem Jahr 1857 von Charles Baudelaire, einem der bedeutendsten Lyriker der französischen Literatur – übersetzt von dem deutschen Dichter Stefan George - nicht weniger eigenwillig und provokant als Baudelaire. Beides Literaten, an denen sich die Geister schieden – Charaktereigenschaften, wie sie auch Katzen zugeschrieben werden. Wohl kein Zufall, dass sie Katzenfans waren.

    Kaum ein Geschöpf hat so kontinuierlich seine Spuren in der Literaturgeschichte hinterlassen wie die Katze und das liegt nicht nur daran, dass dichtende Katzenbesitzer wie Michel de Montaigne, Charles Dickens, Mark Twain oder Ernest Hemingway ihren schnurrenden Fellgenossen eine Liebeserklärung machen wollten. Ihr Wesen und ihre Eigenschaften boten im Verlauf der Jahrhunderte gerade für intellektuell interessierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller eine besondere Projektionsfläche für geistesgeschichtliche Auseinandersetzung und philosophischen Diskurs – und für Provokationen verschiedenster Art.


    MUSIK

    SPRECHER

    Katzen sind…

    SPRECHERIN

    Elegant, neugierig, anmutig, frech, klug, sanft, eigenwillig, genaue Beobachter, anschmiegsam und geheimnisvoll. Sie haben einen siebten Sinn – und sieben Leben. In manchen Kulturen. In anderen: gar neun.

    MUSIK hoch

    MUSIK ENDE + Geräusch Miau

    SPRECHER

    Dr. Jakob Christoph Heller, Literaturwissenschaftler an der Uni Halle-Wittenberg, hat sich ausführlich mit der Rolle der Katze in der Literatur auseinandergesetzt. Besonders faszinieren ihn die zwei Gesichter der Katze in der Kulturgeschichte:

    01 O-Ton Heller (00:51)

    Also es fängt ja an im alten Ägypten mit der kultischen Verehrung der Katze, als diese Göttin Bastet mit Katzenkopf als Göttin der Fruchtbarkeit, dann aber auch die Göttin Sachmet (…), die dann wiederum, Wut repräsentiert. Also es gibt sozusagen schon kulturgeschichtlich so eine Art Doppelgestalt der Katze, die wahrscheinlich jeder Katzenhalter, jede Katzenhalterin kennt, als einerseits verspielt, schmusevoll, natürlich schön und irgendwie, dann auf der anderen Seite aber, eigenwillig, undurchschaubar, unerklärlich, beißt auch gerne mal oder kratzt in unerwarteten Momenten.

    MUSIK

    SPRECHERIN

    Ja, in alten Zeiten wurden Katzen als Göttinnen verehrt – und das haben sie offensichtlich nicht vergessen.

    SPRECHER

    Während sie sich als literarische Helden erst entwickeln mussten.

    In einer Fabel Äsops, entstanden im 6. Jahrhundert vor Christus, verliebt sich eine Katze in einen begehrenswerten jungen Mann. Sie fleht die Liebesgöttin Aphrodite an, sie in einen Menschen zu verwandeln. Die Göttin verleiht der Katze die Gestalt einer bezaubernden Frau. Schon wird geheiratet. Doch in der Hochzeitsnacht stellt Aphrodite die Katze auf die Probe: Sie lässt eine Maus durch das Gemach laufen. Da springt die junge Braut mit einem Satz aus dem Bett, schnappt sich blitzschnell und gekonnt die Maus und verschlingt sie. Umgehend verwandelt Aphrodite die Braut wieder zurück in eine Katze.

    MUSIK ENDE

    SPRECHERIN

    Irgendwie steht die Katze am Anfang ihrer literarischen Karriere also auf einer Schwelle zwischen Wildheit und Zivilisation, zwischen – plakativ gesagt: impulsivem Tier und rationalem Menschen. Ein lange sehr grundlegendes Prinzip, mit dem der Mensch seine Identität gegenüber dem Tier abgrenzt. Auf dieser Grenze balanciert die Katze.

    Eine erkennbar „menschliche“ Individualität, Charakter und eigene Persönlichkeit als Protagonist gewinnt die Katze allerdings erst sehr viel später, um das Jahr 1800 herum. Es ist die Geburtsstunde der Katze als intellektueller literarischer Held – und als Provokateur.


    02 O-Ton Heller (05:10)

    Das fängt an bei, würde ich zumindest sagen, dass es anfängt bei Ludwig Tieck, also dem Romantiker, Dramatiker, Novellisten, der das Kindermärchen „Der gestiefelte Kater“ bearbeitete und zu einer Theatersatire, also einem Drama, ausarbeitete, in dem dann eben, so ähnlich wie auch in dem Märchen von Charles Perrault, der Kater Hinze das Einzige ist, was der Müllersohn Gottlieb bekommt als Erbe, was natürlich im ersten Moment enttäuschend ist, bis sich dann heraussteht, diese Katze kann eben sprechen und verspricht Gottlieb, dass ihm dieses Erbe sozusagen Gutes bringen würde.

    MUSIK „Die verwandelte Katze“

    SPRECHERIN

    Charles Perrault war in Frankreich das, was die Brüder Grimm in Deutschland wurden: Berühmt als Märchensammler. Und: als Verbreiter der Aufklärung. Märchen hatten oft eine erzieherische Moral, die im Sinne der Vernunft bilden sollte. Auch Erwachsene. Bereits im 18. Jahrhundert waren deutsche Übersetzungen Perraults im Umlauf. Darunter auch die prominente Geschichte vom gestiefelten Kater. Ludwig Tieck greift dieses literarische Gut der Aufklärung 1797 nicht ohne Hintergedanken auf und macht daraus eine Komödie.

    SPRECHER (als Kater)

    Was muss der Hund nicht alles tun und lernen! Wie wird das Pferd gemartert! Es sind dumme Tiere, dass sie sich ihren Verstand merken lassen, sie müssen ihrer Eitelkeit durchaus nachgeben; aber wir Katzen sind noch immer das freieste Geschlecht, weil wir uns bei aller unsrer Geschicklichkeit so ungeschickt anzustellen wissen, dass es der Mensch ganz aufgibt, uns zu erziehen.

    SPRECHERIN

    Die Erziehung aufzugeben, den Verstand aus List zu verstecken vor der Welt – diese Haltung des gestiefelten Katers provozierte das zeitgenössische Publikum bereits im Prolog, dessen Handlungsschauplatz das Theaterparkett selbst ist – das heißt, das Publikum weiß sehr genau: es ist selbst gemeint und wird nebenbei als banausisch, engstirnig, aber auch leicht manipulierbar vorgeführt.

    SPRECHER (arrogant als Kater)

    Wenn wir nicht im Umgang mit den Menschen eine gewisse Verachtung gegen die Sprache bekämen, so könnten wir alle sprechen.

    MUSIK ENDE

    SPRECHERIN

    Der gestiefelte Kater balanciert auf dem Grat zwischen Tiefsinn und Unsinn. Tieck wählt ein kluges Tier, um die Überlegenheit des Intellekts zu hinterfragen, um übersättigtes Bildungsbürgertum und zeitgenössische Denkkonventionen zu geißeln. Er verwischt mit seiner Komödie die Grenzen zwischen Publikum und Bühne, hebt die Trennung auf zwischen Realität und Fantasie – und die reichlich seltsame Figur seines Katers mit all seinen besonderen Charakter-Eigenschaften ist seine schärfste Waffe


    Ludwig Schwanthaler - Gestalter der Münchner Bavaria Oct 10, 2025
    Show notes

    Ludwig Schwanthaler - ausgerechnet der Meister der klassizistischen Plastik konnte mit den alten Griechen nichts anfangen. Er liebte die Ritterseligkeit, und so trägt seine Münchner Bavaria über dem antiken Gewand ein Bärenfell.

    Credits
    Autor/in dieser Folge: Renate Währisch
    Regie: Christiane Klenz
    Es sprachen: Irina Wanka, Stefan Merki
    Technik: Monika Gsaenger
    Redaktion: Thomas Morawetz

    Im Interview:
    Dr. Caroline Sternberg, Kunstakademie
    Andreas Bedacht, Burg Schwaneck


    Empfehlung der Redaktion:

    Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks.
    DAS KALENDERBLATT

    Linktipps:

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    Fünf Sprachen der Liebe - Eine echte Hilfe für Paare? Oct 10, 2025
    Show notes

    Der eine macht Komplimente, die andere besorgt Geschenke. Das Konzept der "Fünf Sprachen der Liebe" besagt, dass jeder einen bevorzugten Weg hat, Liebe zu zeigen. Dieser Ansatz hilft seit Jahrzehnten Paaren und ihren Therapeuten, erfährt jedoch in letzter Zeit auch Kritik - zu Recht?

    Credits
    Autor/in dieser Folge: Karin Becker
    Regie: Kirsten Böttcher
    Es sprachen: Peter Weiß, Diana Gaul
    Technik: Regine Elbers
    Redaktion: Susanne Poelchau

    Im Interview:

    - Dr. Judith Gastner, Paartherapeutin & wissenschaftliche Leiterin der Beziehungsplattform PaarBalance (BLOG)
    - Dr. Emily Impett, Professorin am Department of Psychology, University of Toronto

    Literatur:

    Gary Chapman: Die 5 Sprachen der Liebe. Wie Kommunikation in der Partnerschaft gelingt. 49. Auflage 2025, Francke Verlag

    Das Ursprungswerk von Gary Chapman, die Erstausgabe ist 1992 erschienen.

    Emily A. Impett, Haeyoung Gideon Park, Amy Muise: Popular Psychology Through a Scientific Lens: Evaluating Love Languages From a Relationship Science Perspective. In: Current Directions in Psychological Science 2024, Vol. 33 (2), S. 87-92.

    Zum Nachlesen der Kritikpunkte an Chapmans Konzept – leider nur auf englisch verfügbar.

    Weiterführende Links:

    Blogartikel von Dr. Judith Gastner - 5 Sprachen der Liebe - https://www.paarbalance.de/5-sprachen-der-liebe/

    Das Paarbalance Programm, entwickelt von unserer Interviewpartnerin Dr. Judith Gastner, gemeinsam mit Kollegen:

    www.paarbalance.de - Online Coaching für Paare

    Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion:

    Wie wir ticken - Euer Psychologie Podcast
    Wie gewinne ich die Kraft der Zuversicht? Warum ist es gesund, dankbar zu sein? Der neue Psychologie Podcast von SWR2 Wissen und Bayern 2 Radiowissen gibt Euch Antworten. Wissenschaftlich fundiert und lebensnach nimmt Euch "Wie wir ticken" mit in die Welt der Psychologie. Konstruktiv und auf den Punkt. Immer mittwochs, exklusiv in der ARD Audiothek und freitags überall, wo ihr sonst eure Podcasts hört.
    Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast

    Linktipps:

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