Thomas Hutter (Hutter Consult AG) rechnet vor, was Social Media wirklich kostet – und warum Werbung oft günstiger ist als Reichweite, die du dir "gratis" erarbeitest
Du sitzt am Sonntagabend und schreibst deinen dritten LinkedIn-Post der Woche. Ein Bild dazu, die richtigen Hashtags, drei Absätze mit Zeilenumbruch für die Lesbarkeit. Zwei Stunden später online. Ergebnis: 40 Likes, 3 Kommentare, keine Anfrage.
Genau da setzt Thomas Hutter an. Er leitet die Hutter Consult AG, seit 15 Jahren spezialisiert auf Performance-Marketing mit sozialen Netzwerken, ein Team von knapp 30 Leuten, eingebettet in eine Firmengruppe mit 14 Agenturen und rund 800 Mitarbeitenden. Seine These: Für die meisten Leute ist LinkedIn reine Zeitverschwendung.
Das Problem: Die Rechnung, die niemand macht
Wer seine eigene Zeit nicht als Kosten einrechnet, verkalkuliert sich. Content produzieren, Community managen, auf Kommentare antworten – all das ist Zeit, die sonst Umsatz gewesen wäre. Und die Reichweite dafür? Sinkt auf jeder Plattform, ob Facebook, Instagram, TikTok oder LinkedIn. Nicht wegen des Algorithmus, sondern weil die Zeit der Nutzer im Feed gleich bleibt, während das Content-Volumen explodiert. Das Nadelöhr ist nicht die Plattform. Das Nadelöhr bist du, der Betrachter, mit deinen begrenzten Minuten am Tag.
Die Lösung: Rechnen statt hoffen
Thomas zeigt an einem konkreten Beispiel, wie schnell sich das Blatt wendet, sobald Werbebudget ins Spiel kommt. Bei einem Tausenderkontaktpreis von rund CHF 20 auf LinkedIn bringen CHF 200 Werbebudget zusätzlich rund 10'000 Kontakte in der Zielgruppe. Wer das auf seine bereits organisch erreichten Leute umlegt, drückt seinen Preis pro erreichter Person um 70 bis 90 Prozent.
Noch deutlicher wird es im Recruiting-Case: Für einen Gesundheitsanbieter sollten über 20 offene Arztstellen besetzt werden. Nicht LinkedIn war die Lösung, sondern Facebook und Instagram – weil sich dort die gesuchten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland tatsächlich aufhalten. Mit rund 5'000 Euro Mediabudget: 256 Bewerbungen, rund 200 qualifizierte Kandidaten, am Ende 24 eingestellte Ärztinnen und Ärzte. Gesamtkosten der Aktion: unter CHF 100'000 – für einen Gegenwert, der über klassische Headhunter-Kanäle mehr als CHF 2 Millionen gekostet hätte.
Der Trick mit dem Pixel
Ein Detail aus der Folge, das in der Praxis oft übersehen wird: Wer über LinkedIn Traffic auf die eigene Webseite bringt, kann diese Besucher per Pixel auf Meta wiedererkennen und dort für einen Bruchteil des Preises weiter bespielen. Das Interesse der Person ändert sich nicht, nur die Plattform. Und Meta ist beim Tausenderkontaktpreis Faktor 5 bis 10 günstiger als LinkedIn.
Was Thomas konkret rät
Für B2B-Unternehmen mit Lead-Ziel und Budget setzt er klar auf bezahlte Werbung mit Nachrichtenfunktion statt auf organischen Content oder Lead-Magneten zum Download. Seine Kernaussage zum Schluss: Wer keinen Plan hat, zahlt drauf. Ein durchdachter Plan kostet zwar auch etwas – ist aber am Ende immer günstiger, als ziellos zu posten.
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Zu Gast: Thomas Hutter
CEO der Hutter Consult AG, seit 24 Jahren im Online- und Digital-Marketing, einer der bekanntesten Meta-Marketing-Experten im deutschsprachigen Raum.
Website: https://www.aighty20.com/
Blog: https://www.thomashutter.com
LinkedIn: https://ch.linkedin.com/in/thomashutter/en
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Viel Erfolg und happy selling,
Dieter Menyhart