Seit über zehn Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.
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GAG120: Die Rückkehr des Martin Guerre
Jan 10, 2018
Show notes
Eine Geschichte über einen Mann der verschwindet und wiederkehrt. Doch nicht alles ist so, wie es scheint.
Wir springen in dieser Episode ins 16. Jahrhundert und beleuchten die Geschichte des vielleicht faszinierendsten Gerichtsfalls der Zeit.
Es geht um Martin Guerre, baskischstämmiger Bauer in einem Dorf in den südfranzösischen Pyrenären. Eines Tages verschwindet der Mann spurlos, lässt Frau, Sohn und gesamte Habe ohne ein Wort zurück. Acht Jahre später kehrt er wieder, doch schnell stellt sich heraus, dass nicht alles so ist, wie es scheint.
Die maßgebliche Literatur, die für diese Episode verwendet wurde ist von Natalie Zemon Davis und heißt passenderweise: The Return of Martin Guerre.
Das Episodenbild zeigt zwei Bauern, wahrscheinlich fanzösisch, wahrscheinlich aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.
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GAG119: Die NS-Thingbewegung – Thingstätten und Thingspiele
Jan 03, 2018
Show notes
Eine Geschichte über ein gescheitertes Propagandaprojekt
Wir beschäftigen uns dieser Episode mit einem gescheiterten NS-Propagandaprojekt: der NS-Thingbewegung. Nach 1933 wurde nicht nur der Bau von 400 Thingstätten geplant, sondern auch der Versuch unternommen, mit dem Thingspiel ein „germanisches“ Theater zu erfinden.
Nach nur wenigen Jahren wurden die NS-Thing-Versuche aber wieder abgebrochen. Einige der damals gebauten Thingplätze werden bis heute genutzt, wie die Waldbühne in Berlin, die Heidelberger Thingstätte auf dem Heiligenberg oder das Kalkbergstadion in Bad Segeberg. Außerdem am Anfang: eine (ganz) kurze Einführung in die germanischen Ursprünge des Thing.
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AThingst%C3%A4tte-Heiligenberg-2.jpg">Heidelberger Thingstätte auf dem Heiligenberg.
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GAG118: Ein Werwolf in Livland
Dec 27, 2017
Show notes
Eine Geschichte über Werwölfe, einen Prozess und nicht zuletzt Bier
In dieser letzten Episode des Jahres springen wir ins späte 17. Jahrhundert. Diesmal in eine Gegend, die wir vorher noch nie besucht haben: das Baltikum. Fokus unserer Geschichte ist der Prozess um den alten Thiess: ein lettischer Leibeigener, dem vorgeworfen wird, ein Werwolf zu sein. Zur Verwirrung der ihn verhörenden Richter, bewegt sich der Prozess aber in eine völlig andere Richtung als erwartet.
Bonus: wir lernen, was Werwölfe mit Bier zu tun haben!
Vielen Dank an Dr. Stefan Donecker, der zu diesem Thema geforscht hat und uns bereitwillig sein umfangreiches Wissen zur Verfügung gestellt hat.
Dank auch an unseren Hörer Dr. Martin Papst, der uns den Hinweis gegeben hat, und gleichzeitig auch den Kontakt zu Dr. Donecker hergestellt hat.
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GAG117: Tunix, Tuwat und die Entstehung des Chaos Computer Clubs
Dec 20, 2017
Show notes
Eine Geschichte über die Linke nach dem Deutschen Herbst
Vor 40 Jahre haben Spontis in Berlin zu einer „Reise nach Tunix“ aufgerufen und zu einer Ausreise aus dem „Modell Deutschland“.
Aufruf in der taz, während des Tuwat-Kongresses, 1981 zu einem Treffen von Komputerfrieks.
Der dreitägige Tunix-Kongress Ende Januar 1978 war für viele, die sich dem linken Spektrum zugehörig fühlten, ein Wendepunkt und war Initialzündung für viele neue Projekte – von denen es heute noch einige gibt. Wenige Monate nach dem Deutschen Herbst kam nun im linken Spektrum wieder Aufbruchstimmung auf. Einigen gilt der Tunix-Kongress daher als Geburtsstunde der Alternativbewegung in Deutschland.
Drei Jahre später, im August 1981, fand dann in Berlin der Tuwat-Kongress statt und Komputerfrieks riefen zu einem ersten Treffen auf, das wegweisend war für die Gründung des Chaos Computer Clubs wenige Jahre später.
Der Historiker Michael März hat uns in dieser Episode als Experte unterstützt. Er hat mit einer Arbeit über die Linke Ende der 70er Jahre promoviert („Linker Protest nach dem Deutschen Herbst. Eine Geschichte des linken Spektrums im Schatten des ’starken Staates‘, 1977-1979“). Vielen Dank fürs Mitmachen!
Die Zeitzeugen-Einspieler und der Einspieler mit dem Einladungsschreiben TUWAT.TXT stammen aus dem Podcast CRE, wo Tim Pritlove in Episode 77 mit Wolf Gevert, Klaus Schleisiek und Jochen Büttner über das Zustandekommens des Tuwat-Treffens sprach.
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GAG116: Über Basken, Wale und ein Massaker auf Island
Dec 13, 2017
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Eine Geschichte über Basken, Wale und einen folgenschweren Sommer auf Island im Jahr 1615
Erst im Jahr 2015 wird auf Island ein Gesetz offiziell für ungültig erklärt, das es allen Isländern erlaubt hatte, jeden Basken zu töten, der Fuß auf die Insel setzt.
Wir sprechen in dieser Episode darüber, warum es zu diesem Gesetz kam, und springen dafür 400 Jahre in die Vergangenheit. Es geht um Basken, Walfang und den folgenschweren Sommer 1615 in den Westfjorden Islands.
Das Episodenbild illustriert die alltäglichen Gefahren des Walfangs, allerdings aus dem 19. Jahrhundert.
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GAG115: Eine kurze Geschichte der Hanse
Dec 06, 2017
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Eine Geschichte über einen Verbund von Fernkaufleuten, der den Handel im Nord- und Ostseeraum für einige Jahrhunderte dominierte.
Wir springen mal wieder etwas weiter zurück: Es geht diesmal um die Geschichte der Hanse, deren Anfänge im 12. Jahrhundert liegen. Wir sprechen darüber, wie die Hanse entstand, wie und warum sie wieder an Bedeutung verlor und warum die britischen Kronjuwelen für einige Jahre in Dortmund waren und Lübeck für Schotten ein besonderer Ort ist.
Das Episodenbild zeigt den Nachbau einer Kogge aus dem Jahr 1380; die Bremer Kogge, die 1962 vor Bremen gefunden wurde.
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GAG114: Gerhard Zucker und sein Raketentraum
Nov 29, 2017
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Eine Geschichte über eine kleine Insel, einen Visionär und seine Raketen
Wir springen zurück in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Auf der entlegenen schottischen Insel Scarp wird ein außergewöhnliches Experiment gewagt, in dessen Zentrum ein Mann steht: Gerhard Zucker, deutscher Geschäftsmann und Visionär. Wir sprechen darüber, was gerade ihn auf diese Insel verschlägt und was sich nicht nur er, sondern die britische Regierung von diesem Experiment erwarten.
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GAG113: Die Hep-Hep-Unruhen von 1819
Nov 22, 2017
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Eine Geschichte zur Geschichte des Antisemitismus
Wir springen diesmal in die Zeit kurz nach dem Wiener Kongress: 1819 wird mit den Karlsbader Beschlüssen ein großes staatliches Überwachungspaket verabschiedet, auf das heute noch manchmal Bezug genommen wird, wenn von Metternich 2.0 die Rede ist. Fürst von Metternich war während der Phase der Restauration (vom Wiener Kongress 1815 bis zur Märzrevolution 1848) einer der federführenden Politiker.
Als Auslöser für die Karlsbader Beschlüsse gilt die Ermordung von August von Kotzebue. Ein unmittelbarer Grund für die Durchsetzung des Überwachungspakets ist erstaunlicherweise weniger bekannt: die Hep-Hep-Unruhen oder Hep-Hep-Krawalle – die ersten überregionalen antisemitischen Verfolgungen seit dem Mittelalter.
Die Idee zu der Episode haben wir diesem Tweet von Christoph Pallaske (segu-Geschichte) zu verdanken:
Warum eigentlich werden die europaweiten antisemitischen “Hep-Hep-Unruhen” vom August 1819 so wenig rezipiert? https://t.co/LUXhVB796w …
Als Experte hat uns in dieser Episode Prof. Werner Bergmann unterstützt, emeritierter Professor vom Zentrum für Antisemitismus-Forschung an der TU Berlin. Vielen Dank!
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GAG112: Adele Spitzeder und die „Dachauer Bank“
Nov 15, 2017
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Eine Geschichte über ein Schneeballsystem im Bayern des 19. Jahrhunderts
Wir springen diesmal zurück ins 19. Jahrhundert, der Ort des Verbrechens ist München. Und ja, es geht tatsächlich um ein Verbrechen. Denn um 1870 herum baut die arbeitslose Schauspielerin Adele Spitzeder eine Privatbank auf, die als einer der größten Betrugsfälle Bayerns des 19. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen wird.
Vielen Dank an Julian Nebel, der für diese Episode als Experte zur Verfügung stand.
Sein vor einigen Tagen veröffentlichtes Buch über Adele Spitzeder gibt’s entweder über den Verlag direkt, oder über Amazon zu kaufen.
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GAG111: Die Anfänge des Esperanto
Nov 08, 2017
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Eine Geschichte über Plansprachen und ihre Geschichte
Wir springen diesmal wieder in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und beschäftigen uns mit Plansprachen. Vor allem geht es um die Anfänge des Esperanto und wie die Sprache die ersten Reformkrisen überstand: Ludoviko Lazaro Zamenhof, der Initiator der Sprache, stellte bereits wenige Jahre nach Veröffentlichung von Esperanto Reformen zur Abstimmung.
1907/1908 kam es dann zur Ido-Krise nachdem der Reformvorschlag eines unbekannten Autors namens Ido („Abkömmling“ auf Esperanto) abgelehnt wurde und sich ein führender Esperantist – mit gefälschtem Adels-Stammbaum – als Ido outete. Was aber vermutlich auch nicht stimmt. Aber wie wir wissen, sind Krisen nur dornige Chancen und so führten die Debatten zur Stabilisierung der Sprache und zur Bildung von Institutionen, die es heute noch gibt, wie den Esperanto-Weltbund (Universala Esperanto-Asocio, UEA).
Vielen Dank an Eva und Johannes fürs Mitmachen bei dieser Episode! Die beiden sprechen nicht nur Esperanto, sie machen auch einen Podcast auf Esperanto: https://kern.punkto.info/
Das Episodenbild zeigt ein Werbesujet für den Esperanto-Weltkongress 1913 in Bern. Nicht in der Folge erwähnt wurde, dass es in Wien auch einen Esperantopark mit Büste von Zamenhof gibt. Und wer mehr über Esperanto erfahren möchte: Das empfohlene Buch von Marcus Sikosek heißt „Die neutrale Sprache: Eine politische Geschichte des Esperanto-Weltbundes“ (PDF).
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